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Tiefere MWST-Sätze in der Schweiz

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Tiefere MWST-Sätze in der Schweiz ab 1.1.2018

25. September 2017

Am 24.9.2017 hat das Schweizer Volk die AHV-Reform abgelehnt. Eine Folge dieses Entscheides sind sinkende MWST-Sätze. Steuerpflichtige Unternehmen müssen per 1.1.2018 bereit sein – höchste Zeit, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen.

In Zusammenhang mit der Volksabstimmung vom 24.9.2017 zur Reform der Altersvorsorge haben sich die Schweizer Stimmbürger gegen einen Zuschlag auf der MWST entschieden. Da ein früher beschlossener befristeter Zuschlag per 1.1.2018 ausläuft, werden die Steuersätze auf 7,7% (Normalsatz) resp. 3,7% (Spezialsatz für Beherbergungsleistungen) reduziert. Der reduzierte Satz von 2,5% bleibt gleich.

Steuerpflichtige Unternehmen müssen nun kurzfristig ihre Systeme (MWST-Codes, Rechnungsvorlagen etc.) ändern sowie ihre Preisgestaltung, Verträge, Offerten und Marketingunterlagen (auf Papier und online) wo notwendig anpassen. Alles, was noch nicht vorbereitet ist, muss nun innert kurzer Frist erledigt werden. So sind zum Beispiel der Kaufvertrag, die Akontorechnung und die Kalkulation der Leasingraten für einen Neuwagen, der im Januar 2018 geliefert wird, bereits jetzt auf Basis des Steuersatzes von 7,7% zu erstellen.

Anwendung der neuen Steuersätze

Obwohl die ESTV zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Textes noch keine Übergansregeln publiziert hat, ist die Anwendung der neuen Steuersätze im Grundsatz klar: Gemäss Art. 115 Abs. 1 MWSTG ist der Zeitpunkt entscheidend, in welchem die Ware geliefert resp. die Dienstleistung erbracht wird und nicht das Rechnungsdatum für die Bestimmung des Steuersatzes. Für Leistungen, welche teilweise 2017 erbracht werden, muss der höhere Steuersatz auf dem entsprechenden Teil des Entgelts angewandt werden. Falls eine Rechnung fälschlicherweise mit einem zu hohen Steuersatz ausgestellt wird, ist die Steuer auf diesem Satz zu deklarieren und abzuliefern. Der Empfänger darf die Vorsteuer auf dem höheren Satz abziehen, kann aber auch die Zahlung der Rechnung mit dem falschen Satz verweigern.

Saldo- oder Pauschalsteuersätze können sich ebenfalls ändern. Die ESTV wird die neuen Sätze kalkulieren und den betroffenen Steuerpflichtigen mitteilen. Gemäss Art 114 MWSTG können Steuerpflichtige, welche einen geänderten Saldo- oder Pauschalsteuersatz erhalten, auf die effektive Abrechnungsmethode wechseln, ohne die entsprechende Sperrfrist abwarten zu müssen.

Neues Abrechnungsformular

Unternehmen, welche nicht elektronisch mit der ESTV abrechnen, werden ein neues Abrechnungsformular mit den geänderten Steuersätzen erhalten. Dies bedeutet, dass die Druckvorlage entsprechend angepasst werden muss – Zeit, sich die Frage zu stellen, ob eine elektronische Abrechnung nicht effizienter wäre.

Was ist zu tun?

  • Anpassungen im Buchhaltungssystem (neue MWST-Codes, Rechnungsvorlage etc.)
  • Einkaufs- und Verkaufsverträge anpassen
  • Preise neu kalkulieren und Angebot anpassen
  • Wechsel pauschal / effektiv erwägen

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