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«Mein Ziel ist es, die Menschen einander näher zu bringen»

Interview mit Nationalratspräsident Dominique de Buman

Nationalratspräsident Dominique de Buman sieht seine Aufgabe als Brückenbauer im In- und Ausland.

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Nationalratspräsident Dominique de Buman

Nationalratspräsident Dominique de Buman

Was bringt Ihrer Meinung nach das Jahr 2018 für die Schweizer ...

… Wirtschaftspolitik?
Die politischen Parteien müssen gemeinsam und entschieden eine vernünftige Neuauflage der Unternehmenssteuerreform auf den Weg bringen, was das Vertrauen der Anleger in unser Land wieder stärken würde. Das Wirtschaftswachstum der Schweiz könnte dadurch beflügelt werden und sich dem europäischen Niveau annähern.

... Sozialpolitik?
Im Bereich der Rentenreform sind ähnliche gemeinsame Anstrengungen erforderlich, um ein künftiges Finanzloch zu vermeiden, das zu unüberwindbaren sozialen Gräben führen würde.

... Aussenpolitik?
Der Bundesrat wird bestrebt sein, die Beziehungen zur Europäischen Union zu vertiefen und neue bilaterale Abkommen im Elektrizitätsbereich und beim Zugang zum Bankenmarkt auszuhandeln.

Mit der Unternehmenssteuerreform III und der Reform der Altersvorsorge 2020 sind im vergangenen Jahr zwei der drei grossen Reformprojekte dieser Legislaturperiode gescheitert. Wie kann es der Schweizer Politik künftig wieder gelingen, wichtige Reformprojekte umzusetzen?

Die Politikerinnen und Politiker müssen wieder Kompromissbereitschaft nach Schweizer Manier lernen und das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Nur so wird ein Weg aus der Blockade möglich sein. Es ist illusorisch zu glauben, wichtige und naturgemäss hochkomplexe Dossiers würden einfacher und verständlicher werden.

Wo sehen Sie in der Politik, aber möglicherweise auch in der Gesellschaft besonderen Handlungsbedarf?

Es wäre wünschenswert, dass die Unternehmen wieder vermehrt politische Mandate übernehmen – vor allem auf Gemeindeebene. Dies hätte sowohl ein effizienteres Funktionieren der öffentlichen Hand als auch ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Privatwirtschaft zur Folge.

Welche weiteren Themen werden für Sie und auch für die Schweizer Bevölkerung 2018 noch auf der Agenda stehen?

Weitere Themen auf der politischen Agenda 2018 sind die konkrete Umsetzung der neuen Energiepolitik, die Totalrevision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen, die Corporate Governance multinationaler Konzerne und die Förderung des Friedens auf der Welt.

Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für Ihr Amtsjahr aus?

Ich habe ein übergeordnetes Ziel, nämlich die Menschen näher zueinander zu bringen, damit sie ihre legitimen Sorgen miteinander teilen können.

Für die Umsetzung dieses Ziels gilt es sowohl innerhalb wie auch ausserhalb unseres Landes aktiv zu werden. Innerhalb unseres Landes möchte ich möglichst viele Begegnungen mit den verschiedenen Kulturen der Schweiz erleben, so dass wir uns gegenseitig entdecken und schätzen lernen können. Was das Ausland anbelangt, so steht für mich als Präsident der Volkskammer der Austausch mit unseren Nachbarländern, in denen grosse Auslandschweizergemeinschaften leben, im Zentrum. Ein solcher Austausch soll vor allem den Alltag unserer Landsleute im Ausland erleichtern, die sich manchmal bürokratischen und steuerlichen Hürden gegenübersehen. Schliesslich sind es auch diese Nachbarländer, mit denen wir die engsten Beziehungen pflegen und Dossiers teilen. Der Nationalratspräsident kann mit seinen Besuchen die Tätigkeit des Bundesrates unterstützen, der sich in erster Linie um die aussenpolitischen Belange der Schweiz kümmern muss.

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