«Schweizer CEO sind optimistisch»

«Schweizer CEO sind optimistisch»

KPMG hat in einer weltweiten, branchenübergreifenden Studie über 1‘300 CEO zu deren mittelfristigen Wachstumsperspektiven und Transaktionsabsichten, zur Innovationsförderung, zum Umgang mit Digitalisierung und Risiken sowie zum Personalmanagement befragt. Im Interview spricht Stefan Pfister, CEO KPMG Schweiz, über die wichtigsten Erkenntnisse aus dem KPMG CEO Outlook 2016.

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Stefan Pfister

Stefan Pfister, CEO KPMG Schweiz

Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erkenntnisse aus dem aktuellen KPMG CEO Outlook?

Schweizer CEO blicken trotz der aktuellen Unsicherheiten insgesamt erstaunlich optimistisch in die Zukunft: Sie erwarten in den nächsten drei Jahren ein substanzielles Unternehmenswachstum und sind zuversichtlich, die strategischen Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. Sorge bereiten den CEO hingegen die negativen weltwirtschaftlichen Einflüsse, Wachstumshemmungen infolge Überregulierung sowie der beschleunigte technologische Wandel und die Digitalisierung. Dennoch sehen Schweizer CEO deutlich positiver in die Zukunft als ihre ausländischen Kollegen. Die Schweizer Firmen haben gelernt, mit Herausforderungen – wie etwa dem starken Franken – umzugehen. Die Unsicherheitsfaktoren sind im Ausland offenbar grösser als bei uns. Dies zeigt auch die höhere Bereitschaft von Schweizer CEO zu M&A-Aktivitäten.

Woher rührt denn diese überdurchschnittliche Akquisitionsfreude bei Schweizer CEO?

Der starke Franken macht es momentan attraktiver, nach Akquisitionen Ausschau zu halten. Rund ein Drittel gab an, in den nächsten drei Jahren eine strategische Akquisition zu planen. Das heisst, man möchte zwar sehr wohl wachsen, die Kräfte aber nicht verzetteln. Bezüglich Expansion und Unternehmensentwicklung sehen 16% der Schweizer CEO M&A-Transaktionen oder Joint Ventures als probates Mittel. Eine geographische Expansion sehen nur wenige als zielführend.

Welche weiteren Schwerpunkte setzen die CEO hierzulande?

Für mich wenig überraschend ist, dass die Schweizer CEO im richtigen Umgang mit grossen Datenmengen eine weitere Priorität sehen. Das ist bei KPMG nicht anders. Weiter nennen 18% meiner CEO-Kollegen die Orientierung hin zu mehr Datenbearbeitungskompetenz als strategischen Erfolgsfaktor der Zukunft. Lösungen zur Datensicherheit sowie die Entwicklung künstlicher Intelligenz brennen dem obersten Management jedoch noch nicht so sehr unter den Nägeln wie ihren ausländischen Kollegen. Nur wenige CEO setzen diese Themen auf die Prioritätenliste. Globale Unternehmen nennen diese Punkte deutlich häufiger, was sich mit unserer ausgeprägten Dienstleistungsgesellschaft erklären lässt. Ein besonderer Stellenwert kommt der Wertschätzung der Kunden zu. Jeder dritte CEO in der Schweiz sieht die Erhebung, Messung und Analyse von Kundenbedürfnissen als zentral an. Einig sind sich die Unternehmensführer in der Schweiz und international über die Wichtigkeit schlanker Unternehmensprozesse: Beinahe die Hälfte der Befragten nennt das Straffen von internen Prozessen als wirkungsvollsten Weg zur Erreichung ihrer strategischen Ziele.

Wie sehen die Schweizer CEO das Thema Fachkräftemangel?

In der Schweiz wird branchenübergreifend kein wesentlicher Fachkräftemangel befürchtet. Wo Kompetenzen beziehungsweise Fachkräfte fehlen, werden diese bei Konkurrenten abgeworben, von aussen beschafft oder mittels interner Weiterbildungen geschaffen. Die CEO glauben offenbar an die Fortsetzung der bilateralen Verträge, der Personenfreizügigkeit und der Drittstaatenkontingente. Der Fachkräftemangel ist dennoch kein Mythos. Das Thema ist nicht vom Tisch. Wir haben bereits heute gewisse Engpässe, und diese werden künftig noch verstärkt.

Wie wird die zunehmende Automatisierung betrachtet?

Schweizer Unternehmensführer befürchten nur wenig negative Folgen der Automatisierung für die Personalbestände in wichtigen Unternehmensfunktionen wie beispielsweise Finanzen, Marketing und Verkauf, Forschung und Entwicklung oder Produktion. Ich persönlich rechne aber damit, dass die Arbeitslosenquote steigen wird. Das Lohnniveau wird generell unter Druck kommen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

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