Beim Internet der Dinge geht es um Dienstleistungen und Menschen

Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen

Markus Braendle ist Group Head of Cyber Security bei ABB. Zuverlässige und sichere digitale Schnittstellen zwischen Industriekomponenten und -anlagen sind seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts von ABB. Das Team von Markus Braendle soll sicherstellen, dass die Angebote von ABB den Anforderungen der Kunden an die Cybersicherheit gerecht werden. Er ist überzeugt, dass das Thema Sicherheit nicht nur zur Vermeidung kritischer Vorfälle gefördert werden muss, sondern auch der Geschäftswert im Fokus stehen sollte, den sichere Produkte und Dienstleistungen bieten können.

1000

Verwandte Inhalte

Markus Braendle, Head of Cyber Security bei ABB

Markus Braendle, Head of Cyber Security bei ABB

Es besteht kaum Zweifel an der wesentlichen Funktion der Sicherheit beim sogenannten Internet der Dinge, einer Welt, in der nahezu alles vernetzt ist und in der das Physische immer mehr mit dem Digitalen verschmilzt. Die entscheidende Frage lautet: Wie kann sichergestellt werden, dass diese neue Realität – oft auch vierte industrielle Revolution genannt – zuverlässig und sicher ist?

Zunächst einmal sprechen wir bei ABB nicht vom Internet der Dinge, sondern vielmehr vom Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen. Denn das ist es, worum es im Grunde geht. Einfach nur Dinge mit dem Internet zu verbinden ist nicht alles – es kommt darauf an, was wir damit machen. Ausserdem sind wir der Auffassung, dass die vierte industrielle Revolution eher eine Evolution als eine Revolution ist. Der Grad der Vernetzung nimmt seit Jahren stetig zu. Vor diesem Hintergrund ist es von grösster Bedeutung, die Sicherheit in diesem Bereich zu gewährleisten. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns zur Erhöhung der Sicherheit in diesem neuen und hochkomplexen Umfeld nicht zu sehr auf technische Aspekte konzentrieren sollten. Es gibt eine Vielzahl technischer Lösungen, die heute grösstenteils auf dem Markt erhältlich sind. Die wirkliche Herausforderung liegt meiner Meinung nach darin, dafür zu sorgen, dass Cybersicherheit zu einem integralen Bestandteil des Risikomanagementkonzepts wird und sich seinen Platz in den Herzen und Köpfen der Führungsebenen verdient. 

Fehlendes Bewusstsein scheint heutzutage nicht das Problem zu sein angesichts der zahlreichen Vorfälle, von denen in den Medien ausführlich berichtet wird. Wie können wir sicherstellen, dass dieses Bewusstsein zu einer wirksamen Eindämmung von Cyberrisiken führt?

Viele Unternehmen und ihre Führungsteams begründen ihre Investitionen in Cybersicherheit noch immer weitgehend mit der Angst vor Vorfällen. Dies führt häufig zu Ad-hoc-Budgetierung bei der Cybersicherheit und, noch schlimmer, einem insgesamt wenig wirksamen Konzept. Die Herausforderung liegt darin, sich auf den Geschäftswert von Cybersicherheit zu konzentrieren statt nur auf Vorfälle und neue Bedrohungen zu reagieren. Unternehmer sollten sich der interessanten neuen Dynamik voller Möglichkeiten bewusst sein und herausfinden, wie sich diese auf kontrollierte Art und Weise optimal nutzen lässt. Wie können Kundennutzen und Kundenzufriedenheit mit cybersicheren Produkten und Dienstleistungen gesteigert werden? Zum Beispiel durch Maximierung der Betriebszeit oder Verbesserung der Effizienz von Wartungsprogrammen. Im Hinblick auf die Cybersicherheit verfallen wir jedoch häufig in Fachjargon. Wir müssen diesen in eine verständliche Geschäftssprache übersetzen. 

Dieser technische, vorfallorientierte Ansatz ist schon seit Jahren ein Problem. Wie optimistisch sind Sie, eine Veränderung bewirken zu können?

Die Cybersicherheitsstrategien einiger Unternehmen basieren weitgehend auf dem Thema Compliance, wohingegen sich andere mehr auf den Wert konzentrieren, der auf dem Spiel steht. Es ist ein heterogenes Umfeld, doch insgesamt sehe ich einige gute Fortschritte im Hinblick auf unsere Marktdialoge. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam mit Dritten wie KPMG an der gemeinsamen Vermittlung dieser Botschaft arbeiten. Im Grossen und Ganzen bin ich der Auffassung, dass Zusammenarbeit für den effektiven Umgang mit diesem Thema entscheidend ist. MELANI bringt bereits verschiedene Branchen zusammen, aber wir sollten noch mehr tun, um mit den Sicherheitsanbietern und Beratungsunternehmen ins Gespräch zu kommen. Es geht dabei nicht nur um Vertrauen, sondern auch darum, die Welt des anderen zu verstehen.

Was genau meinen Sie damit?

Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Wenn wir an einem Projekt für einen Kunden arbeiten, decken dessen Investitionen oft einen Zeitraum von 20 Jahren ab. Dies steht in starkem Kontrast zu IT-Anbietern, die häufig einen Horizont von nur wenigen Jahren haben. Kommt bei diesen Projekten IT zum Einsatz, müssen wir im Vorfeld einen Dialog darüber führen, wie sich vollständig unterstützte IT-Komponenten für die gesamte Projektdauer sicherstellen lassen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für das Konzept «Security by Design». In unserer vernetzten Welt gewinnt die nahtlose Zusammenarbeit mit Dritten zunehmend an Bedeutung. Dies geht über klare Vereinbarungen in Verträgen hinaus – Partner müssen auch Vertrauen in die Beziehung haben. Aus diesem Grund treten wir mit ihnen in Dialog – nur in einem ständigen Dialog können wir sicherstellen, dass wir die gleichen Ziele verfolgen, eine solide Geschäftsbeziehung aufbauen und bereit sind, bei Bedarf schnell zu handeln.

Clarity on Cyber Security

Clarity on Cyber Security

Eine Analyse über den Stand der Cybersicherheit in der Schweiz.

© 2017 KPMG Holding AG is a member of the KPMG network of independent firms affiliated with KPMG International Cooperative (“KPMG International”), a Swiss legal entity. All rights reserved.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Einreichen

Marketplace von KPMG

Finden Sie die passenden Mitarbeiter – sofort. Ihr direkter Zugang zu hochqualifizierten Experten und Expertinnen.