«Als Prüfer müssen wir die Arbeit der Kunden kritisch hinterfragen»

Wirtschaftsprüfung: Trends und Herausforderungen

Lukas Marty zeigt im Interview auf, wie die Wirtschaftsprüfung Unternehmen gerade in ökonomisch unsicheren Zeiten unterstützen kann, und wieso die zunehmende Digitalisierung den Beruf des Prüfers nicht überflüssig machen wird.

Partner, Head of Audit, Mitglied der Geschäftsleitung

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Welche Themen prägen die Geschäftsberichterstattung in diesem Jahr?

In verschiedenen Branchen sind die Jahresabschlüsse stark gezeichnet durch die im Januar 2015 erfolgte Aufwertung des Schweizer Frankens. Vor allem bei Industriebetrieben, die in der Schweiz produzieren und in den Euro-Raum exportieren, haben Umsatz und Margen gelitten. Das Eigenkapital ist belastet aus der Umrechnung der Bilanzen europäischer Tochtergesellschaften.

Reduzierte Margen und Gewinne wirken sich auch auf Bewertungen aus: Goodwill aus früheren Akquisitionen erweist sich aufgrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zum Teil als nicht mehr werthaltig und musste entsprechend wertberichtigt werden.

Verschiedene Konzerne haben sodann Anpassungen in ihrer Strategie bzw. ihrem Portfolio vorgenommen. Es werden Unternehmensbestandteile verkauft und andere gekauft. Solche Transaktionen haben einige Jahresrechnungen 2015 ebenfalls stark geprägt.

Hat auch das Tiefzinsumfeld Spuren hinterlassen?

Absolut, die Unternehmen profitieren zwar von tiefen Finanzierungskosten, und viele konnten 2015 ihre Finanzierung auch längerfristig an das tiefe Zinsniveau anbinden. Aber die tiefen Zinsen sowie anderweitig tiefe Vermögensrenditen schlagen bei den Pensionskassenverpflichtungen negativ zu Buche. Auf den Pensionskassenvermögen lassen sich derzeit kaum Renditen erzielen, welche ausreichen, um abgegebene Rentenversprechen oder die Mindestverzinsung auf dem Sparkapital zu decken. Bei Unternehmen, welche nach internationalen Rechnungslegungsnormen bilanzieren, haben sich die vom Unternehmen zu bilanzierenden Pensionsverpflichtungen 2015 weiter erhöht.

Glauben Sie, dass die zunehmende Digitalisierung den Beruf des Wirtschaftsprüfers eines Tages überflüssig machen wird?

Nein, auf keinen Fall. Moderne Technologien eröffnen uns neue Möglichkeiten in der Prüfung, insbesondere in Bezug auf Datenbeschaffung und -analyse. Dazu gehört auch die Möglichkeit, statt ausgewählte Stichproben manuell zu prüfen, gleich einen gesamten Datenbestand automatisiert bezüglich definierter Kriterien zu prüfen. Die profunden Kenntnisse und breite Erfahrung des Wirtschaftsprüfers sind jedoch Voraussetzung dafür, dass in der Datenanalyse die richtigen Fragen gestellt und relevante Zusammenhänge erkannt werden. Die Erfahrung des Wirtschaftsprüfers ist ferner gefragt, wenn es darum geht, Einschätzungen des Managements zu hinterfragen.

Wie kann die Prüfung Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unterstützen?

Unternehmen sind stets in Bewegung. Sie müssen sich nebst der Weiterentwicklung der Produkte und Dienstleistungen ständig fragen, ob sie organisatorisch gut aufgestellt sind, ob die Kostenstrukturen stimmen, ob die Prozesse optimiert werden können und ob allenfalls geographische Verlagerungen sinnvoll wären. Die laufende Kontrolle wichtiger Daten muss garantieren, dass die Abläufe im Unternehmen auch während komplexer Umstrukturierungen stets funktionieren.

Als Prüfer leisten wir einen wichtigen Beitrag, indem wir die Arbeit unserer Kunden kritisch hinterfragen: Verfügen die Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte über die richtigen Entscheidungsgrundlagen? Besitzen sie die richtigen Informationen, um beispielsweise die Konsequenzen einer Restrukturierung oder Verlagerung richtig einschätzen zu können? Höchste Gewähr für die optimale Prüfung und Beratung unserer Kunden bieten interdisziplinär zusammengesetzte Teams mit breiten Erfahrungen. KPMG investiert viel in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden. Dank unseres lokal wie international tragfähigen Netzwerks können wir den Kunden ausgewiesene Spezialisten in allen entscheidenden Themenfeldern bieten.

Wie gelingt es KPMG, immer wieder neue junge Talente für die Wirtschaftsprüfung zu gewinnen?

Wir rekrutieren hauptsächlich Universitäts- und Fachhochschulabsolventen. Es ist bekannt, dass die Wirtschaftsprüfung interessante Möglichkeiten für einen Berufseinstieg bietet. Zum einen kriegen junge Mitarbeiter rasch Einblick in verschiedene Unternehmen, zum anderen erwerben sie in der Ausbildung zum diplomierten Wirtschaftsprüfer ein breites Fachwissen. Die Kombination von Projektarbeit bei unseren Kunden mit strukturierter berufsbegleitender Weiterbildung ist sehr attraktiv.

KPMG ist stolz, dass unsere Mitarbeiter seit Jahren überdurchschnittliche Resultate bei den Prüfungen zum diplomierten Wirtschaftsprüfer erzielen. Das wissen auch viele Studenten. Aber auch weiterführende Karrieremöglichkeiten, zum Beispiel verbunden mit einem längeren Auslandsaufenthalt, ziehen junge Talente zu KPMG.

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