Themen

Themen

Was Sie interessiert: Corporate Governance, Risikomanagement & Compliance und Unternehmensberichterstattung.

Verwandte Inhalte

Corporate Governance

Einer der Hauptaufgaben des Verwaltungsrats ist es, die Grundlage für eine gute Corporate Governance zu schaffen. Dies ist nicht nur eine Voraussetzung für einen ausgewogenen Entscheidungsprozess auf strategischer Ebene sondern auch der Rahmen für einen soliden Geschäftsbetrieb sowie die nötigen Kontrollmassnahmen („Checks and Balances“).

In der Schweiz liegt der Fokus der Diskussionen zu guter Corporate Governance meistens auf folgenden Themen:

  • Die Angemessenheit der den Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung entrichteten Entschädigungen sowie deren Offenlegung; 
  • Doppelfunktionen, bei denen der CEO auch der Verwaltungsratspräsident ist; 
  • Eine „gute“ Zusammensetzung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung in Bezug auf deren Diversität (bezüglich Wissen, Erfahrung, Geschlecht, Alter, Ursprung, usw. der Mitglieder).

Neben einigen wenigen Bestimmungen im Obligationenrecht beruhen die Grundsätze zur Corporate Governance hauptsächlich auf dem Reglement der SIX Swiss Exchange und auf der Selbstregulierung, die von verschiedenen Berufsverbänden ausgearbeitet wurde.

Auch wenn die Corporate Governance hauptsächlich vom Gesetzgeber und den Eigentümern der Firma vorgegeben ist, liegt deren konkrete Struktur in der Verantwortlichkeit des Verwaltungsrats. Der Verwaltungsrat muss sich vergewissern, dass das Gleichgewicht zwischen den Ansprüchen der Eigentümer und der Geschäftsleitung gewahrt wird; dieses Gleichgewicht kann entweder durch interne Reglemente, die für diesen Zweck geschaffen wurden, oder „tone at the top“, d.h. Leiten durch Vorbild, sichergestellt werden.


Mehr Informationen

Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance
Weisung zu Informationen bezüglich Corporate Governance
Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV)

Risikomanagement & Compliance

Ein wirksames Risikomanagement-System verbessert die Verlässlichkeit von Prognosen und Planungen. Als integraler Bestandteil der Geschäftsleitung hilft es, unerwartete Abweichungen von den Geschäftszielen frühzeitig zu erkennen und langfristig zu planen, damit der Verwaltungsrat die Komplexität auf die wichtigsten Problematiken reduzieren kann.

Das Aktienrecht verlangt, dass ein Verwaltungsrat die nötigen Schritte unternimmt, um sicher zu stellen, dass die Gesetze, die Statuten, Regulierungen und Weisungen innerhalb des Unternehmens eingehalten werden. Allerdings sucht man vergeblich nach mehr Orientierungshilfe, wie diese Massnahmen genau auszusehen haben.

Etwas mehr Information liefert der “Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance” herausgegeben vom Dachverband der Schweizer Wirtschaft, economiesuisse. Beim Risikomanagement obliegt es dem Verwaltungsrat ein internes Kontrollsystem aufzusetzen, welches dem Unternehmen in Anbetracht seiner Grösse, Komplexität und Risikoprofil angemessen entspricht. Aufgrund spezieller Unternehmensmerkmale muss dieses System auch das Risikomanagement in Bezug auf finanzielle und betriebliche Risiken abdecken. Der Verwaltungsrat kann auch die Compliance-Funktion innerhalb des internen Kontrollsystems ansiedeln. Der Verwaltungsrat muss das Ganze in Anbetracht der spezifischen Merkmale des Unternehmens strukturieren und diese Struktur mindestens jährlich hinterfragen und dabei in einem Rechenschaftsbericht erklären, ob das Verständnis der vom VR gesetzten Compliance-Grundsätze innerhalb des Unternehmens genügt und ob diese Grundsätze stets eingehalten wurden.

Unternehmensberichterstattung

Transparente Berichte schaffen Vertrauen. Vertrauen erleichtert den Zugang zu den Kapitalmärkten und fördert den guten Ruf eines Unternehmens. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich das Informationsverlangen der verschiedenen Akteure konstant vergrössert hat, weshalb die Unternehmensberichterstattung immer breiter angelegt wurde. Die meisten Elemente der Unternehmensberichterstattung, so z. B. die Jahresrechnung oder Informationen zur Corporate Governance sind für börsenkotierte Unternehmen zwingend, während andere Informationen, wie z. B. der Nachhaltigkeitsbericht freiwillig sind. Aber das Risiko besteht, dass die schiere Informationsflut den Leser überwältigen könnte, und zudem stehen Unternehmen vor der Herausforderung, dass die verschiedenen Elemente des Berichts einheitlich und kohärent sind.

Internationale Betriebsrechnungen (nach IFRS, US GAAP) sind in den letzten paar Jahren extrem komplex geworden – auch um global anerkannte Regeln für börsenkotierte und andere Unternehmen von öffentlichem Interesse zu schaffen. Dies veranlasste kleinere und mittelständische Unternehmen zunächst, wieder auf den inländischen Standard Swiss GAAP FER umzustellen, und damit auch vom Main Standard in den Domestic Standard der SIX Swiss Exchange zu wechseln. Im Verhältnis zu den Vorteilen eines internationalen Standards stufen eine immer grösser werdende Anzahl Unternehmen die Kosten einer internationalen Betriebsrechnung, sowie die Risiken Fehler zu begehen oder das Unterlassen erforderlicher Offenlegungen als zu hoch ein. Es ist daher durchaus denkbar, dass langfristig gesehen nur noch die ganz grossen globalen Unternehmen in der Schweiz IFRS oder US GAAP anwenden werden. Wie sich dies auf die Attraktivität des Schweizer Finanzplatzes auswirken wird, lässt sich nur schwer abschätzen. Aus einer globalen Perspektive und in Anbetracht der Vernetzung der Kapitalmärkte ist jedoch ein einziger Rechnungslegungsstandard unverzichtbar. Selbst das International Accounting Standards Board (IASB) ist sich der immer grösser werdenden Kritik bewusst und bemüht sich unter der Leitung von Hans Hoogervorst, bei den Rechnungslegungsstandards vermehrt auf Relevanz zu setzen anstatt exzessive Offenlegungspflichten aufzuerlegen.

Eine weitere Herausforderung ist es, die unterschiedlichen Dimensionen der Berichterstattung so zu verschmelzen, dass der Zugang zu den relevanten Informationen erleichtert wird. Das Zauberwort heisst „integrierte Berichterstattung“. Das ist der Haupttitel unter dem der International Integrated Reporting Council (IIRC) die integrierte Berichterstattung ausarbeitet, die sich auf das Geschäftsmodell des Unternehmens konzentriert und dabei erklärt, wie es kurz-, mittel- und langfristig Mehrwert zu generieren gedenkt.


Mehr Informationen

Brexit: Financial reporting implications (PDF, auf Englisch)

KPMG's Audit Committee Institute

Die erste Plattform für den Austausch unter Verwaltungsräten in der Schweiz.

 
Lesen Sie mehr

© 2016 KPMG Holding AG is a member of the KPMG network of independent firms affiliated with KPMG International Cooperative (“KPMG International”), a Swiss legal entity. All rights reserved.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Einreichen

Marketplace von KPMG

Finden Sie die passenden Mitarbeiter – sofort. Ihr direkter Zugang zu hochqualifizierten Experten und Expertinnen.