«Frühzeitige Erkennung von Betrug vermindert den Schaden»

«Frühzeitige Erkennung von Betrug vermindert Schaden»

Philippe Fleury geht im Interview auf die wichtigsten Tatbestände und Motive bei Wirtschaftsdelikten ein und zeigt, wie sich Unternehmen besser schützen können.

Partner, Leiter Forensik Schweiz

KPMG Schweiz

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Welche neuen Entwicklungen stellen Sie im diesjährigen Forensic Fraud Barometer fest?

Die diesjährigen Ergebnisse wirken auf den ersten Blick ziemlich seltsam. Wir beobachten eine höhere Zahl von Betrugsfällen, sehen aber gleichzeitig einen Rückgang in der Schadensumme. Dies lässt sich zum Teil durch die Tatsache erklären, dass die Ergebnisse der vergangenen Jahre durch einige äusserst schwerwiegende Fälle verzerrt worden waren. Ein alternativer und gleichermassen plausibler Grund wäre auch, dass die Unternehmen ihre Massnahmen zur Betrugsbekämpfung und Stärkung der Compliance intensiviert haben. Dadurch konnten sie mehr Fälle als bisher aufdecken, was die Zunahme der beobachteten Fälle erklärt. Und weil die Aufdeckung immer frühzeitiger stattfindet, wird die Schadensumme tendenziell geringer.

Welche Tatbestände und Motive stehen bei solchen Straftaten im Vordergrund?

Grundsätzlich gibt es drei Hauptakteure: professionelle Straftäter, betrügerische Manager und betrügerische Angestellte. Professionelle Straftäter spielen vor allem mit dem Vertrauen von Privatpersonen und Anlegern. Betrügerische Manager und Angestellte machen sich meist bestimmte Gelegenheiten zunutze oder werden von finanziellen Problemen getrieben.

Welche Branchen sind besonders stark von Wirtschaftskriminalität betroffen?

Eigentlich sind alle Branchen gleichermassen betroffen. Die Daten scheinen aber auf eine Verlagerung in Richtung Privatpersonen und gemeinnütziger Organisationen hinzudeuten. Daraus könnte man schliessen, dass es Betrüger in einem professionellen Unternehmensumfeld schwerer haben.

Wie können sich Unternehmen besser schützen?

Unsere Daten lassen vermuten, dass sich Massnahmen zur Betrugsbekämpfung und Stärkung der Compliance auf die Prävention und frühzeitigere Erkennung von Betrug auswirken. Andere Studien scheinen dies zu bestätigen. Das Sprichwort «Vorbeugen ist besser als Heilen» findet hier also Anwendung. Wir wissen mit Sicherheit, dass die Umsetzung von Präventionsmassnahmen in der Regel wesentlich kostengünstiger als ein durchschnittlicher Betrugsfall ist!

Vor zehn Jahren hatte noch kaum ein Unternehmen in der Schweiz eine Whistle-blowing Hotline. Heute verfügen viele Unternehmen über bestimmte Präventionsstrukturen, wie zum Beispiel Hotlines, einen Verhaltenskodex oder verbesserte Compliance-Massnahmen, um Betrug zu verhindern oder zumindest frühzeitiger zu erkennen. Tatsächlich ist der Erkennungszeitpunkt entscheidend, denn je länger ein Betrüger oder eine Betrügerin unentdeckt bleibt, desto gravierender wird der Schaden für das Unternehmen.

Weitere Zunahme der Fälle von Wirtschaftskriminalität

Die Anzahl grosser Wirtschaftskriminalitätsfälle ist im Jahresvergleich auf 91 gestiegen.

 
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