Medienmitteilung: Transparenz im Gesundheitswesen | KPMG | CH

Das Schweizer Gesundheitswesen ist bezüglich Transparenz bloss internationaler Durchschnitt

Medienmitteilung: Transparenz im Gesundheitswesen

Mehr Transparenz im Gesundheitswesen soll die Qualität der medizinischen Leistungen erhöhen und langfristig zu stabilen Kosten beitragen. Doch der Weg ist weit: Die Schweiz rangiert im internationalen Transparenzvergleich lediglich im hinteren Mittelfeld. Dies zeigt die globale Studie «Transparenz im Gesundheitswesen» von KPMG.

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Das Schweizer Gesundheitswesen ist im Umbruch – etwa die Spitäler in Fragen der Finanzierung und Qualitätssicherung ihrer Leistungen. Dabei soll mehr Transparenz die Qualität der medizinischen Versorgung steigern und zu langfristig stabileren Kosten beitragen.

Die globale Studie «Transparenz im Gesundheitswesen» von KPMG hat in einem Vergleich 32 Gesundheitssysteme auf sechs Transparenzaspekte hin untersucht und in einem Index abgebildet. Untersucht wurden die Transparenz der Leistungserbringung, der Patientenzufriedenheit, der Finanzen, der Governance, des Zugangs zu persönlichen Gesundheitsdaten sowie der Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten. Die Schweiz erreicht dabei insgesamt einen Indexwert von 53% und rangiert lediglich im internationalen Mittelfeld. Dänemark (74%), Finnland (72%) und Schweden (71%) führen die Transparenzrangliste im Gesundheitswesen an.

Unterschiedlich ausgeprägte Transparenzaspekte

Das Schweizer Gesundheitswesen schneidet bei den untersuchten Transparenzaspekten sehr unterschiedlich ab: Während die Transparenz im hiesigen Gesundheitswesen bei der Governance (69%), der Patientenzufriedenheit (69%) und bei den Finanzen (67%) relativ hoch ist, zeigt sie bezüglich der Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten (36%) und der Qualität der Leistungserbringung (33%) ein grosses Steigerungspotenzial.

  • Aufgrund des in der Schweiz geltenden Öffentlichkeitsprinzips und der Informationsfreiheit erreicht das Schweizer Gesundheitswesen bei der Governance einen guten Indexwert von 69%. Spitzenreiter sind in diesem Aspekt Dänemark und Neuseeland mit jeweils 94%.
  • Viele Schweizer Leistungserbringer evaluieren und veröffentlichen die Patientenzufriedenheit. Auch bieten sie ein Beschwerdemanagementsystem an, über welches Patienten Rückmeldungen zu ihrer Behandlung geben und sich jederzeit über den aktuellen Bearbeitungsstatus ihrer Rückmeldungen informieren können. Entsprechend kommt die Schweiz bei der Patientenzufriedenheit auf einen guten Indexwert von 69%. Die Rangliste führt hier Israel an mit 92%.
  • Auch hinsichtlich Finanzen ist das Schweizer Gesundheitswesen vergleichsweise transparent (67%). Dazu trägt bei, dass die Krankenkassenprämien und die Tarifübersicht für medizinische Leistungen vom Bundesrat festgelegt und öffentlich publiziert werden, aber auch, dass die meisten Spitäler, Versicherungen, Laboreinrichtungen und weitere Marktteilnehmer Jahresberichte veröffentlichen.
  • Demgegenüber weist das Schweizer Gesundheitswesen einen relativ grossen Nachholbedarf auf, wenn es um die Transparenz bei der Qualität der Leistungserbringung (33%) sowie die Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten (36%) geht. Obschon sich das Schweizer Gesundheitswesen durch ein umfassendes Reporting-System für erbrachte medizinische Leistungen und deren Folgen auszeichnet, gibt es keine Pflicht für Leistungserbringer, diese Daten öffentlich zugänglich zu machen. Finnland führt hier die Rangliste mit einem Indexwert von 93% unangefochten an.

Tabelle: Im internationalen Transparenzindex von KPMG rangiert die Schweiz im hinteren Mittelfeld

Methodik

Die Studie «Transparenz im Gesundheitswesen» von KPMG untersucht mittels 27 Indikatoren sechs Aspekte von Transparenz und vergleicht dabei 32 Gesundheitssysteme miteinander. Die Ergebnisse werden im Transparenzindex abgebildet. Die untersuchten Aspekte sind: Qualität der medizinischen Leistungserbringung, Patientenzufriedenheit, Finanzen, Governance, Zugang für Patienten zu persönlichen Gesundheitsdaten sowie Kommunikation der erhobenen Gesundheitsdaten. Für die Studie wurden zusätzlich 25 Experteninterviews durchgeführt.

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