Der Kanton Waadt auf dem Weg zur Verbesserung seiner steuerlichen Attraktivität für Unternehmen

Medienmitteilung: Waadtländer Steuermonitor

Sollte das revidierte Waadtländer Unternehmenssteuergesetz bis 2019 in Kraft treten können, wird der Kanton Waadt künftig zu einem der attraktivsten Kantone. Die Abhängigkeit von Statusgesellschaften ist hoch, eine erfolgreiche Reform entsprechend dringend. Bei der Individualbesteuerung rangiert der Kanton weiterhin auf den hinteren Rängen.

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Mit dem «Waadtländer Steuermonitor» haben KPMG und die Chambre vaudoise du commerce et de l’industrie (CVCI) die steuerliche Attraktivität des Kantons Waadt für juristische und natürliche Personen untersucht. Bei den Unternehmenssteuern zählt der Kanton Waadt im Schweizer Vergleich derzeit zu den Kantonen mit der höchsten Steuer. Doch am 20. März 2016 hat sich das Waadtländer Stimmvolk für die Unternehmenssteuerreform III entschieden, die zu einer substanziellen Senkung des kantonalen Gewinnsteuersatzes führen wird. Indem der Steuersatz ab 2019 auf 13,79 % gesenkt wird, eröffnet sich dem Kanton Waadt die Chance, sich langfristig günstige Rahmenbedingungen für seine künftige Entwicklung und die Erhaltung seiner Standortattraktivität zu schaffen. Dieser Beschluss ist ein wichtiger Wendepunkt, da der Kanton Waadt nun der erste Schweizer Kanton ist, der seine Strategie zur USR III in seiner Gesetzgebung konkretisiert. Eine spätere Senkung des Steuersatzes bei der Besteuerung natürlicher Personen wäre im Sinne der Attraktivitätskonsolidierung wünschenswert.

Hoher Stellenwert von Gesellschaften mit privilegiertem Steuerstatus

Die Steuereinnahmen von Gesellschaften mit privilegiertem Steuerstatus variieren stark und bilden in den Kantonen Waadt, Genf, Zug und Basel-Stadt einen sehr hohen Anteil. Die Steuereinnahmen von natürlichen Personen machen im Kanton Waadt 74 % der gesamten Steuereinnahmen aus, die von juristischen Personen lediglich 13 %. Demgegenüber ist beispielsweise der Kanton Genf ganz besonders auf Steuereinnahmen von juristischen Personen angewiesen: Dort betragen diese rund 21.5 % der Steuereinnahmen.

Hinsichtlich der kantonalen Umsetzung der USR III ist der legislative Prozess im Kanton Waadt am weitesten fortgeschritten. So hat das Waadtländer Stimmvolk im März dieses Jahres einen grossen Schritt gemacht und den Entwurf zur USR III-VD mit 87,12 % deutlich angenommen. Vorgesehen ist die Einführung eines für alle Unternehmen geltenden Einheitssteuersatzes von 13,79 % ab 2019. Damit wurde die Messlatte für etliche Kantone gelegt.

Die gemischten Gesellschaften haben 2011 direkt und indirekt etwa 25‘000 Arbeitsplätze geboten, was 8,7% der Stellen im Kanton Waadt entspricht. Volkswirtschaftlich kommt den multinationalen Konzernen entsprechend hohe Bedeutung für den Kanton zu. Sie sichern die Entwicklung wie auch die Existenz zahlreicher Waadtländer KMU. Insgesamt beziffert sich der geschaffene Mehrwert für die Waadtländer Volkswirtschaft auf rund CHF 5 Mia.

Die Gesellschaften mit fiskalisch privilegiertem Status machen heute zwar nur 7 % aller Unternehmen aus, leisten jedoch rund die Hälfte der direkten Bundessteuereinnahmen. Entsprechend ist eine erfolgreiche Reform bei der Unternehmensbesteuerung essentiell. Die USR III-VD ist eine für die wirtschaftliche Zukunft und die Arbeitsplätze im Kanton unverzichtbare Reform, mit der gleichzeitig die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden soll.

 

Die Romandie kann sich bei der Besteuerung von natürlichen Personen nur verbessern

  • Nur in den Kantonen Genf und Basel sind die Höchstsätze der Einkommenssteuer höher als im Kanton Waadt. In den Kantonen der Westschweiz zahlen die der Mittel- oder Oberklasse angehörenden natürlichen Personen generell die höchsten Einkommenssteuern in der Schweiz.
  • Für Steuerpflichtige mit hohem Einkommen kann die Steuerlast im Kanton Waadt im Vergleich zu den Kantonen mit der niedrigsten Steuerbelastung fast doppelt so hoch liegen. Dasselbe gilt im Kanton Waadt auch für die Gemeindesteuern.
  • 61,5 % der Waadtländer Steuerpflichtigen mit einem Einkommen unter CHF 60‘000 tragen insgesamt zu 16,4 % der Einkommenssteuereinnahmen bei, während 3,5 % der Steuerpflichtigen mit einem Einkommen von mehr als CHF 200‘000 31,9 % an das Steuersubstrat beitragen.
  • Bei der Vermögenssteuer zählt der Höchststeuersatz des Kantons Waadt zu den höchsten in der Schweiz.
  • Die 89,4 % der Steuerpflichtigen mit einem Vermögen von weniger als CHF 500‘000 tragen 13,8 % an die Vermögenssteuereinnahmen bei, während die 4,7 % der Steuerpflichtigen mit einem Vermögen von über CHF 1‘000‘000 einen Beitrag von 71,1 % an diese Einnahmen leisten.

Der «Waadtländer Steuermonitor»

Der «Waadtländer Steuermonitor» ist ein systematischer interkantonaler Vergleich der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit des Kantons Waadt insbesondere mit dessen Nachbarkantonen. Er analysiert die Attraktivität des Kantons bezüglich der Besteuerung von Unternehmen und der Einnahmenstruktur. Der «Waadtländer Steuermonitor» ist eine Kooperation von KPMG und der Chambre Vaudoise du Commerce et de l’Industrie (CVCI).

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