Volatiler Schweizer M&A-Markt – Brexit sorgt für Unsicherheiten

Volatiler Schweizer M&A-Markt wegen Brexit

Nach einem zurückhaltenden ersten Quartal 2016 zog der Schweizer M&A-Markt im zweiten Quartal dieses Jahres leicht an. Verglichen mit der ersten Jahreshälfte 2015 wurden mit 164 Transaktionen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zwar leicht weniger Deals verzeichnet (-9%), jedoch sorgte die angekündigte Syngenta-Übernahme für ein deutlich höheres Transaktionsvolumen (74.2 Mrd USD). Für die zweite Jahreshälfte 2016 ist aufgrund politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten – auch infolge des Brexit – weiterhin mit einer gewissen Zurückhaltung zu rechnen.

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Im ersten Halbjahr 2016 kam es zu 164 M&A-Transaktionen mit Schweizer Beteiligung. Im Vergleich zum selben Zeitraum 2015 bedeutet dies einen Rückgang von 9%. Verglichen mit dem ersten Quartal 2016, das noch von einer stärkeren Zurückhaltung der Investoren bestimmt war, kam es im zweiten Quartal zu einem deutlichen Anstieg der Transaktionen um 38%. Auch die Grösse der Deals hat im zweiten Quartal stark zugenommen: Nachdem das Volumen des ersten Quartals 2016 beinahe ausschliesslich von der angekündigten Übernahme von Syngenta durch die China National Chemical Corporation getrieben wurde, ist es im zweiten Quartal zu einer deutlichen Erhöhung des Volumens der grössten zehn Transaktionen gekommen. Das Volumen ist im Vergleich zum Halbjahr 2015 um 94% gestiegen.

Bisher war 2016 branchenübergreifend eine hohe Aktivität zu beobachten, insbesondere wurde in Industrie- und Konsumgüterunternehmen investiert. Bemerkenswert ist dabei der Kauf des britischen Elektronikgrosshändler Premier Farnell durch den Industriezulieferer Dätwyler über 1.15 Mrd. USD. Dieser Deal wurde noch vor dem Brexit abgeschlossen. Es befinden sich auch zwei Transaktionen aus dem Finanzdienstleistungsbereich in den Top 10 der volumenstärksten Transaktionen: Einerseits kündigte BTG Pactual einen geplanten Verkauf der BSI an die EFG International über rund 1.0 Mrd. USD an, und andererseits veräusserte Credit Suisse ein Kreditportfolio im Wert von 1.27 Mrd. USD an die Privatmarkt-Investorin TSSP. Weiter stiess die Partners Group ihre 2014 erworbene Beteiligung an MultiPlan über 7.5 Mrd. USD wieder ab.

Chinesischer Investitionshunger

Zwar sorgten die Verwerfungen an der chinesischen Börse Anfang Jahr für grosse Unsicherheit und die Wachstumsrate befindet sich mit 6.9% in einem 25-Jahres-Tief. Dennoch ist und bleibt China eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt, entsprechend aktiv ist auch der M&A-Markt. Das Übernahmeangebot von China National Chemical Corporation (ChemChina) an Syngenta ist sinnbildlich für die gegenwärtige Investitionslust chinesischer Unternehmen ausserhalb ihrer Landesgrenzen. Diese angekündigte Übernahme ist in diesem Jahr bisher die mit Abstand grösste Transaktion.


Mit dem Kauf von Gategroup durch die chinesische HNA Group über 1.9 Mrd. USD befindet sich eine weitere Grosstransaktion, welche den Vormarsch chinesischer Investoren belegt, unter den zehn grössten Schweizer M&A-Deals im ersten Halbjahr 2016. Gategroup ist nach Syngenta und Sigg bereits die dritte namhafte Gesellschaft, die im ersten Halbjahr 2016 ein Übernahmeangebot aus China erhalten hat.

Unsicherheiten hemmen M&A-Aktivitäten

Das Brexit-Referendum hatte in den Wochen vor der Abstimmung einen bremsenden Effekt auf die M&A-Aktivitäten in Europa – vor allem bei möglichen Transaktionen mit einer britischen Beteiligung. Gewisse Käufer haben sich gegen die direkten Folgen eines Austritts Grossbritanniens aus der EU abgesichert, was jetzt zu Neuverhandlungen oder Abbrüchen von Transaktionen führen kann. Die Ungewissheit über die Auswirkungen eines Brexit hatte die europäischen Finanzmärkte in den letzten Monaten merklich beeinflusst und wird auch in den kommenden Wochen ihre Wirkung entfalten.


Neben politischen Faktoren, dem starken Schweizerfranken und dem dadurch günstig verfügbaren Kapital ist vor allem die strategische Zielsetzung für Firmenkäufe entscheidend. Die geografische Differenzierung, der Druck zur Ausweitung der Geschäftsbereiche sowie die Stärkung der eigenen Positionierung im Markt gehören zu den Treibern von M&A-Aktivitäten.


«Insgesamt wird sich das Schweizer M&A-Geschäft 2016 unter den vorherrschenden Rahmenbedingungen aber weiterhin auf unruhigen Pfaden bewegen. Im Vergleich mit dem ersten Quartal 2016 rechnen wir aber weiter mit einem leichten Anstieg der M&A-Aktivitäten», fasst Patrik Kerler, Leiter M&A bei KPMG Schweiz, die aktuelle Lage zusammen.

M&A Report

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Unser Quartals-Report zeigt die Aktivitäten im Schweizer M&A-Markt auf.

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