Profile of a Fraudster

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Der typische Wirtschaftsdelinquent in der Schweiz ist männlich, zwischen 46 und 55 Jahre alt und Mitglied des Kaders. Sein kriminelles Wirken wird dabei immer häufiger durch die Technologie unterstützt: Wie eine aktuelle internationale Forensik-Studie von KPMG zeigt, waren von 750 Betrugsfällen in 78 Ländern 24% stark durch technologische Mittel begünstigt.

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Wirtschaftskriminalität richtet weltweit jährlich einen Schaden in Milliardenhöhe an. Auch in der Schweiz leiden zahlreiche Unternehmen unter solchen kriminellen Aktivitäten. Doch wie sieht der typische Täter aus? KPMG hat dies im Rahmen einer internationalen Studie analysiert. Für die Schweiz zeichnet sich das folgende Bild:

Eigenschaften des typischen Wirtschaftsdelinquenten in der Schweiz

• Über die Hälfte der untersuchten Betrüger sind zwischen 46 und 55 Jahre alt.

• 82% der Täter sind männlich.

• 64% aller Betrüger stammen aus den eigenen Reihen, d.h. sie sind im geschädigten Unternehmen beschäftigt (2013 betrug dieser Anteil 61%).

• 55% der Täter sind Kadermitglieder.

• 36% sind seit mindestens sechs Jahren beim Unternehmen beschäftigt (2013: 41%).

• Jeder fünfte Betrüger (18%) wird als selbstherrliche Persönlichkeiten beschrieben.

• Dagegen werden Wirtschaftsdelinquente auch dreimal häufiger als freundlich denn als unfreundlich wahrgenommen.

• Die wichtigsten Tatmotive von Betrügern sind persönliche Bereicherung zur Finanzierung des Lebensstils (64%), Habgier (18%) und ein Gefühl der leichten Durchführbarkeit der Tat (18%).

Allgemeine internationale Erkenntnisse zu den Tätern

• Betrügerische Machenschaften werden häufiger von Gruppen (62%) als von Einzelpersonen (38%) begangen, 2013 betrug dieses Verhältnis noch 70% zu 30%.

• Bei einem grossen Teil dieser Kooperationen agieren männliche und weibliche Täter zusammen (46%).

• Bei 61% aller Fälle war eine externe dritte Partei an der Tat beteiligt.

• Die Aufdeckung der betrügerischen Handlungen erfolgte zu 44% durch Hinweise oder Beschwerden und zu 22% aufgrund von Analysen durch die Geschäftsleitung.
 

Mehr Technologie auf beiden Seiten

Mit zunehmendem technologischem Fortschritt steigt auch das Missbrauchspotenzial: Während die Täter bereits heute schon sehr wirksam technologische Werkzeuge einsetzen, tun Unternehmen erst wenig, um ihrerseits mit technologischen Mitteln die Kriminalität einzudämmen. Davor warnt Philippe Fleury, Leiter Forensik von KPMG Schweiz: «Der Einsatz von Technologien in der Wirtschaftskriminalität wird weiter ansteigen. Für Unternehmen sind daher Gefahrenüberwachungssysteme und Datenanalysen heute ein Muss, um unregelmässiges oder verdächtiges Verhalten rechtzeitig aufzuspüren.»

In der Schweiz wie auch weltweit nutzen technisch versierte Betrüger technologische Mittel auf vielfältige Weise für die Ausübung ihrer Machenschaften. Von allen in der Schweiz untersuchten Fällen mit technologischem Einsatz betrafen rund 27% Rechnungsdokumente mit falschen oder irreführenden Angaben und 27% die Erstellung von betrügerischen E-Mails. Weitere 9% betrafen den Missbrauch bestehender Zugriffsrechte auf Computersysteme.

Wachsende Bedrohung durch schwache Kontrollen

Für 64% aller Wirtschaftsdelinquenten sind schwache interne Kontrollen ein wichtiger Treiber, der offenbar an Bedeutung gewinnt: Die Zahl der Betrüger, deren kriminelles Handeln wesentlich durch schwache Kontrollen begünstigt wird, hat gegenüber 2013 stark von 18% auf 27% zugenommen.

Doch auch die beste Kontrolle schützt nicht gänzlich vor Wirtschaftsbetrügereien: In 16% der untersuchten Fälle konnten Kontrollsysteme umgangen werden. Bei weiteren 20% spielten diese wiederum gar keine Rolle; die Täter liessen sich durch die Kontrollmechanismen nicht abschrecken und führten ihre Betrügereien ohne Rücksicht auf diese durch.

Methodik

KPMG hat zwischen März 2013 und August 2015 weltweit Betrugsermittlungsdaten erhoben. Insgesamt wurden 750 Täter analysiert, die an Betrugsfällen in 78 Ländern beteiligt waren. Die Studie untersuchte Fälle von Wirtschaftskriminalität, bei denen die Täter wie auch nähere Einzelheiten zur jeweiligen Tat bekannt waren. Der Bericht knüpft an eine ähnliche KPMG Studie aus dem Jahr 2013 an.

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Die Eigenschaften des typischen Wirtschaftsdelinquenten in der Schweiz.

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