Holpriges Schweizer M&A-Jahr 2015 - trotz globaler Rekorde

Holpriges Schweizer M&A-Jahr 2015

2015 war ein unruhiges, aber gemessen an den Transaktionsabschlüssen bescheidenes Schweizer M&A-Jahr: Während die Anzahl Transaktionen im Jahresvergleich um 17% zurückging, nahm das Gesamtvolumen der Fusionen und Übernahmen mit Schweizer Beteiligung sogar um 55% ab und betrug 2015 USD 84.9 Milliarden. Zu begründen ist dies vor allem mit dem Ausbleiben von Grosstransaktionen, diese hatten 2014 noch für ein herausragendes Schweizer M&A-Jahr gesorgt. Dank einem grundsätzlich positiven Umfeld stehen die Chancen für mehr und bedeutendere Schweizer M&A-Aktivitäten im neuen Jahr dagegen gut.

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Obschon sowohl international als auch in der Schweiz nach wie vor viel Geld im Markt vorhanden ist, ging 2015 die Anzahl Transaktionen mit Schweizer Beteiligung verglichen mit 2014 um 17% von 420 auf 350 zurück. Das Transaktionsvolumen sank sogar um 55% auf USD 84.9 Milliarden. Hauptgrund ist das Ausbleiben von grösseren Deals, welche 2014 noch zu einem herausragenden M&A-Jahr gemacht hatten. 2015 war der Zusammenschluss von Chubb und ACE zu einem der führenden globalen Versicherungskonzerne mit einem gehandelten Volumen von USD 28.3 Mrd. die einzige Transaktion im zweistelligen Milliardenbereich mit Schweizer Beteiligung.

Top 10 Schweizer M&A-Transaktionen vom Januar bis Dezember 2015

Zu den zehn grössten Transaktionen des Jahres 2015 zählen ausserdem der Verkauf bestimmter Teile der zusammengeschlossenen Lafarge / Holcim an CRH (USD 7.2 Mrd.) sowie die Übernahme von World Duty Free durch Dufry mit einem Gesamtvolumen von USD 3.9 Mrd. Die angekündigte Übernahme der britischen Guardian Financial Services durch die Swiss Re-Geschäftseinheit Admin Re über rund USD 2.4 Mrd. ist eine weitere Grosstransaktion mit Schweizer Beteiligung. Die Bankenkonsolidierung setzte sich mit dem Kauf der Coutts International durch die schweizerische Privatbank Union Bancaire Privée fort.

Globale Rekorde

International gesehen war 2015 ein Rekordjahr mit einem Transaktionsvolumen von USD 4'519.3 Mrd. Haupttreiber waren das globale Wirtschaftswachstum, vorteilhafte Finanzierungskonditionen und der anhaltende Aktionärsdruck auf das Management, in profitable Wachstumsfelder zu investieren. Zwar blieb die Anzahl Deals unterhalb jener des letzten Jahres, doch führten riesige Transaktionen, wie beispielsweise die Zusammenschlüsse von Pfizer und Allergan oder jene von Anheuser-Busch Inbrev und SABMiller zu einer beeindruckenden Höhe des M&A-Gesamtvolumens.

Verstärkte M&A-Aktivitäten im Tourismussektor

Die globale M&A-Welle bei internationalen Hotelketten hat 2015 für Aktivitäten im Tourismusbereich gesorgt. Die rund 12.9 Mrd. USD-Transaktion, welche mit dem Kauf von Starwood Hotels & Resorts Worldwide durch Marriott International die weltweit grösste Hotelkette bildet, sticht dabei besonders hervor. Der Kauf der FRHI Hotels & Resorts (wozu unter anderem die Prestige-Marken Fairmont, Raffles und Swissôtel gehören) durch Accor über 2.9 Mrd. USD ist eine weitere Milliardenübernahme in der Hotelbranche und formt einen weltweiten Marktführer im Luxussegment.

In der Schweiz kam es 2015 im Reisegeschäft mit den zwei Transaktionen von Kuoni zu namhaften Fokussierungsmassnahmen: Einerseits beim Verkauf des europäischen Reiseveranstaltergeschäfts an die deutsche Rewe Gruppe, wobei beide Parteien zum Kaufpreis und den Details des Vertrages Stillschweigen vereinbarten. Andererseits beim Verkauf des Tour-Operatings in Indien und China zu einem Preis von CHF 79 Mio. an die kanadische Investmentholding Fairfax Financial, zu welcher der Reisedienstleister Thomas Cook India gehört. Bemerkenswert ist zudem der steigende Anteil an internationalen Investoren in der Schweizer Hotellerie. So gingen unter anderem Traditionshäuser wie das Waldhaus Flims oder das Palace Luzern 2015 in ausländische Hände über.

Da die Tourismusindustrie sowohl international als auch in der Schweiz unter starkem Veränderungsdruck steht, sind in den kommenden Jahren weitere Strukturbereinigungen, Konsolidierungen und Kooperationen zu erwarten, was eine erhöhte M&A-Aktivität in diesem Bereich zur Folge haben dürfte.

Transaktionen pro Sektor 2015

Industrial Markets 14%
Consumer Markets 17%
Pharmaceuticals & Life Sciences 9%
Technology, Media & Telecommunication 19%
Financial Services 11%
Chemicals 5%
Commodities 7%
Power & Utilities 3%
Other industries 15%

Unterschiedliche Ausgangslagen für das neue Jahr

Nach der ersten Phase der Schockstarre infolge der Aufhebung des Euro-Mindestkurses zeichnet sich ein zweiteiliges Bild in der Schweizer Unternehmenslandschaft. Auf der einen Seite werden gewisse Unternehmen verstärkt in die Defensive gedrückt und kämpfen um ihre Margen und ihre Marktposition. Insbesondere bei exportorientierten Unternehmen beginnt sich die anhaltende Frankenstärke in negativen Profitabilitätszahlen niederzuschlagen. Mancherorts sind die Reserven langsam aufgebraucht, und es zeichnen sich Liquidationsengpässe ab. Auch diese Entwicklung wird den M&A-Markt in diesem Jahr beleben, etwa durch Verkäufe von Unternehmen in finanzieller Schieflage. Auf der anderen Seite haben viele Unternehmen das Jahr 2015 genutzt, um ihre Wachstumsstrategien und ihre Geschäftsmodelle anzupassen und zu optimieren. Diese Betriebe sind nun wieder bereit für künftiges akquisitorisches Wachstum im In- und Ausland.

«Sehr viele Schweizer Unternehmen sind aller Widrigkeiten zum Trotz sehr gut aufgestellt. Das vergangene Jahr kann als Übergangsphase bezeichnet werden. Wir gehen davon aus, dass sich viele Firmen für neue strategische Transaktionen in den kommenden Monaten rüsten, was eine erneute Steigerung der M&A- Aktivitäten im kommenden Jahr bedeutet», fasst Patrik Kerler, Leiter M&A von KPMG Schweiz, die Lage zusammen.

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