Verrechnungspreise als grösste steuerliche Herausforderung

Verrechnungspreise als steuerliche Herausforderung

Wie eine gemeinsame Umfrage von KPMG und der Universität St. Gallen zeigt, haben zwei Drittel der Schweizer Grossunternehmen noch keine klare Steuerstrategie formuliert. Und nur jedes zehnte Unternehmen beurteilt Nachsteuergrössen als zentrale Messgrössen für den Erfolg ihres Managements. Wesentlichere Erfolgsindikatoren sind der Umgang mit Verrechnungspreisen sowie insbesondere eine stärkere Einbindung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat.

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Steuern gehören zu den grössten Kostentreibern bei Unternehmen. Neue gesetzliche und regulatorische Entwicklungen, wie beispielweise die Unternehmenssteuerreform III oder der BEPS-Aktionsplan der OECD, bringen künftig zusätzliche und komplexe Herausforderungen im Steuermanagement mit sich. KPMG hat gemeinsam mit der Universität St. Gallen über 50 Steuerverantwortliche (CFO oder Head of Tax) der grössten Schweizer Unternehmen zu ihrem Management der Steuerpflichten befragt.

Der Ertrag vor Steuern ist interessanter als danach

87% der Unternehmen stufen ihr fiskalisches Risikoprofil als mittel bis hoch ein, und nur jedes zehnte Unternehmen erachtet Nachsteuergrössen, wie beispielsweise den Gewinn nach Steuern, als zentrale finanzwirtschaftliche Messgrösse für ein erfolgreiches Management. Für die meisten Unternehmen stehen die Erträge vor Abzug von Zinsen und Steuern (EBIT und EBITDA) im Vordergrund. Weitere Kernkriterien für die Bemessung eines erfolgreichen Steuermanagements sind die zeitgerechte und akkurate Abwicklung von Steuerangelegenheiten, die Vermeidung fiskalischer Risiken sowie die Entlastung des operativen Managements bei steuerlichen Sachverhalten.

Wunsch nach mehr Einbindung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat

Die Befragung förderte mitunter zu Tage, dass sich praktisch alle in einem Unternehmen mit steuerlichen Aufgaben betrauten Mitarbeitenden eine verstärkte Einbindung des Managements wünschen. Obschon sich die Schweizer Grossunternehmen des Wandels der internationalen Steuerlandschaft bewusst sind, wissen die meisten nicht, wohin die Reise geht. Zwei Drittel der befragten Grossunternehmen haben noch keine grundsätzliche bzw. klare Steuerstrategie formuliert. Die Festlegung einer solchen obliegt gemäss Befragung primär dem Finanzchef eines Unternehmens respektive einem dafür vorgesehen Leiter Steuern. Hier wird ein stärkeres Engagement des Verwaltungsrats gefordert. Wo die Verantwortlichkeit für die Organisation einer Steuerfunktion beim Finanzchef oder Leiter Steuern liegt, wird eine stärkere Einbindung der Geschäftsleitung bzw. des CEO sowie des Verwaltungsrates gewünscht. Bei dezentral organisierten Unternehmen obliegt die Erfüllung regulatorischer Pflichten im Fiskalbereich oftmals den lokalen Steuermanagern vor Ort. Diese wünschen sich jedoch mehr Engagement und Vorgaben von der Konzernzentrale. Denn die Bearbeitung von Steuerfragen ist komplex und risikobehaftet. Umso wichtiger ist es für die zuständigen Steuermanager, die operative und strategische Führungsebene in wichtige Entscheidungen miteinbinden zu können.

Verrechnungspreise als absolutes Top-Thema

Auch bei Fragen zu Verrechnungspreisen und indirekten Steuern wünschen sich die meisten Steuerverantwortlichen eine stärkere Einbindung des obersten Managements. Kein anderes Thema geniesst eine derart hohe Bedeutung wie das Management von Verrechnungspreisen. Nebst der stärkeren Einbindung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat wurde vielerorts auch Optimierungspotenzial bei internen Prozessen und in der IT-Infrastruktur angegeben. Vor allem im Technologiebereich wird ein markanter Investitionsschub für die nächsten Jahre erwartet.

Optimierungspotenzial bei der Steuertransparenz

Die Steuerplanung insbesondere von international ausgerichteten und tätigen Unternehmen rückt immer stärker in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit. Entsprechend wird sich die Steuertransparenz gegenüber Dritten weiter erhöhen. Offensichtlich spüren die Unternehmen den zunehmenden öffentlichen Druck hinsichtlich Steuertransparenz. Eine formale Festlegung der Steuerstrategie ist aber erst in rund einem Drittel der Unternehmen erfolgt. Bei zahlreichen Unternehmen sei dieses Thema erst für die Zukunft traktandiert.

Die Unternehmensbefragung zum Steuermanagement

KPMG Schweiz hat zusammen mit der Universität St. Gallen 54 der grössten Schweizer Unternehmen zu ihrem Steuermanagement befragt. Praktisch alle Befragungsteilnehmer waren die Steuerverantwortlichen («CFO» oder «Head of Tax») der angeschriebenen Unternehmen. Die grosse Mehrheit dieser Firmen ist international ausgerichtet, bei 77% überwiegt das Auslandgeschäft. Rund zwei Drittel der an der Befragung teilnehmenden Unternehmen haben mehr als 50 ausländische Rechtseinheiten, 78% dieser Firmen generieren einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Schweizer Franken.

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