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Die österreichischen Banken im Jahr 2030: Das sagen die Banken-CEOs

Die österreichischen Banken im Jahr 2030

Die Banken-CEOs und KPMG zeigen mögliche Zukunftsszenarien der Branche. Amazon & Co werden zu ernstzunehmenden Konkurrenten. Die Services der Zukunft sind automatisiert.

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KPMG Studie: Banking 2030 Österreich

Für die aktuelle Studie „Banking 2030 Österreich“ wurden vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG die österreichischen Banken-CEOs zu den zukünftigen Entwicklungen der Branche befragt.

„Die Bankenlandschaft befindet sich massiv im Wandel. Digitalisierung, technologischer Fortschritt, Regularien, das wirtschaftliche Umfeld sowie geänderte Kundenbedürfnisse führen dazu, dass das traditionelle Geschäftsmodell der Banken auf dem Prüfstand steht“, erklärt Alexander Lippner, Head of Management Consulting bei KPMG in Österreich.

Tech-Giganten als größte Konkurrenz

Die Banken-CEOs erwarten in Zukunft keine großen neuen Mitbewerber innerhalb der eigenen Branche. Sie rechnen aber mit zunehmender Konkurrenz aus dem Technologiebereich: Amazon, Google, Apple oder Facebook. Die Banken sind angehalten, selbst zum Technologieunternehmen zu werden und eine Innovationskultur zu entwickeln. Durch Kooperationen mit Fintechs, Regtechs und anderen Plattformen werden sie agiler und können schneller neue Services am Markt anbieten.

„Der Marktanteil der Challenger Banken wird weiter wachsen“, ist KPMG Partner Christian Grinschgl überzeugt. Challenger Banken sind innovative Bankinstitute, die neue Services anbieten, die überwiegend digital und personalisiert sind. „Neue Märkte, die dadurch entstehen, können auch die traditionellen Banken für sich nutzen.“ Das Vertrauen in die Hausbank ist nach wie vor besonders bei Unternehmenskunden ein großer Vorteil.

Services: Personalisiert oder automatisiert

Ein Trend, der sich bereits jetzt abzeichnet, wird sich auch in Zukunft fortsetzen: Repetitive Aufgaben bzw Servicetätigkeiten, die keine physische Präsenz eines Mitarbeiters oder persönliche Beratung benötigen, werden nach Ansicht der österreichischen Banken-CEOs automatisiert oder ausgelagert. Viele Filialen werden zu Selbstbedienungsstellen. Bei anspruchsvolleren Services wird von den Kunden erstklassige Beratung erwartet. Abhängig von Art und Komplexität der Dienstleistung werden die Banken unterschiedliche Kommunikations- und Vertriebskanäle anbieten, die von den Kunden frei gewählt werden können. Die Finanzberatung über Video oder Chat wird sich noch weiter verbreiten – hier kommt vermehrt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Durch die Verwendung großer Datenmengen und das Beobachten von Kundenverhalten können die Banken ihre Leistungen auf die jeweiligen Kunden anpassen.

„Das Kundenerlebnis rückt auch im Bankgeschäft immer mehr in den Mittelpunkt. Für die österreichischen Banken wird es essenziell, auch Dienstleistungen anzubieten, die über ihr traditionelles Geschäft hinausgehen“, erklärt Alexander Lippner. Ein Beispiel hierfür wäre der Hauskauf: Der Kunde regelt neben Finanzierung und Versicherung auch den Umzug und den Kaufvertrag über die eigene Bank.

Bankmitarbeiter der Zukunft

Im Jahr 2030 werden die Personalkosten und die Anzahl der Filialen niedriger sein als heute. Darüber sind sich die heimischen CEOs einig. Die Mitarbeiter in der Bank der Zukunft setzen sich immer mehr aus IT-Spezialisten, Datenanalysten und spezialisierten Kundenberatern zusammen. Im Gegensatz dazu wird die Anzahl der Mid- und Back-Office-Mitarbeiter durch den höheren Automatisierungsgrad weiter sinken.

„Als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Banken sehen wir das Erfordernis, die Mitarbeiter bestmöglich auf neue Prozesse und Technologien vorzubereiten. Das benötigt viel Planung, Zeit und allen voran Führungskräfte, die hinter den kommenden Veränderungen stehen und diese aktiv leiten“, ergänzt KPMG Partner Georg Blazek.

Was die Regularien betrifft: Die österreichischen Bankmanager gehen auch zukünftig nicht von einer Vereinfachung der Regulierung aus. „Der Höhepunkt hinsichtlich der klassischen Risikothemen wie Kreditausfallsrisiko ist erreicht. Im Bereich IT-Betrieb und IT-Governance wird der Aufwand weiter steigen“, ist KPMG Partner Christian Grinschgl überzeugt. Datenschutz und -sicherheit bringen wohl die größten Herausforderungen mit sich, weil durch die Technologieabhängigkeit eine große Anzahl an Schwachstellen gegeben sein wird.

 

Weitere Informationen zu „Banking 2030 Österreich“ finden Sie hier. Die KPMG Studie kann unter publikationen@kpmg.at angefordert werden.

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Banking 2030 Österreich

Im ersten Schritt der Befragung wurden 13 Thesen zum Thema Bankenlandschaft 2030 formuliert, die bei einer Online-Umfrage anhand einer 10-stufigen Skala von den Teilnehmern bewertet wurden (1 stimme nicht zu bis 10 stimme voll zu). Die Thesen zu den Themengebieten Wettbewerb, Produkte und Dienstleistungen, Vertriebskanäle sowie Betriebsmodell zeigen mögliche Entwicklungsschritte hin zu den heimischen Banken der Zukunft. Die Umfrage-Teilnehmer setzen sich aus allen Sektoren und unterschiedlichen Bankengrößen zusammen. Insgesamt erfolgten 77 Rückmeldungen. Die Fragebögen wurden quantitativ analysiert und die Antworten in folgende Cluster eingeteilt: Zustimmung von 8 bis 10, Neutral von 4 bis 7 und Abneigung von 1 bis 3.

Die Ergebnisse der Online-Befragung – die Szenarien der Bank 2030 – wurden darüber hinaus mit Vorstandsmitgliedern von zwölf österreichischen Banken im Rahmen von Interviews diskutiert. So konnte das Stimmungsbild abgerundet und mit qualitativen Aussagen untermauert werden.Bei einer Veranstaltung im Mai 2018 diskutierten Vorstände und Bereichsleiter der Top 40-Banken in Österreich sowie erfolgreiche heimische Fintechs und Regtechs gemeinsam mit Financial Services-Experten von KPMG über die Zukunft des Bankgeschäfts in vier Fokusgruppen. Dabei wurden Handlungsempfehlungen für den Bankensektor erarbeitet.

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