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Express Accounting News 14/2018

Sterbetafeln AVÖ 2018-P

Neue Sterbetafeln AVÖ 2018–P Auswirkungen auf Sozialkapital

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Über die Auswirkungen der Neuveröffentlichung der Pensionstafeln AVÖ 2018-P auf die Bewertung und Bilanzierung von Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen nach UGB/IFRS

 

Veröffentlichung neuer Sterbetafeln

Die Aktuarsvereinigung Österreich (AVÖ) hat bekannt gegeben, dass die sogenannten "Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung" („Sterbetafeln“) überprüft und (als „Pensionstafeln AVÖ 2018-P“) neu veröffentlicht wurden. Da sich die Lebenserwartungen und die zugrundeliegenden Sterblichkeiten seit der letzten Veröffentlichung in 2008 auch in Österreich ständig weiterentwickelt haben, wird es durch die aktualisierten Sterbetafeln zu deutlichen Erhöhungen der Rückstellungen für Sozialkapital kommen (soweit diese nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt werden).

Auswirkung auf den Abschluss

Durch die Veröffentlichung der neuen Sterbetafeln kann sich aufgrund der „plötzlich“ gestiegenen Lebenserwartung eine akute Unterdotierung von Pensionsrückstellungen im Sinn des § 211 UGB ergeben.

Nach den Bestimmungen der IFRS sind derartige Auswirkungen aufgrund geänderter Sterbetafeln als versicherungsmathematische Gewinne/Verluste im sonstigen Ergebnis direkt im Eigenkapital zu erfassen.

Nach den Bestimmungen des UGB sind diese Auswirkungen hingegen im Abschluss des Geschäftsjahres, in dem die geänderten Sterbetafeln erstmals zur Anwendung kommen, unmittelbar ergebniswirksam zu erfassen.

Begutachtungsentwurf zu einer "Override-Verordnung" gemäß § 222 Abs 3 UGB

Um die Effekte aus der erstmaligen Anwendung zu mildern, soll nach einem jüngst an Interessensvertretungen ausgesendeten Entwurf des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz (BMVRDJ) (zu einer „Override-Verordnung“) eine gleichmäßige Verteilung des Unterschiedsbetrages hinsichtlich Pensions- und Jubiläumsgeldverpflichtungen auf bis zu längstens 5 Jahre ermöglicht werden. Die Verteilung kann entweder durch eine ratiierliche Aufstockung der Rückstellung, oder durch eine volle Passivierung der Rückstellung und Bildung eines (gesondert auszuweisenden) aktiven Rechnungs-abgrenzungs-postens erfolgen.

Zu beachten ist außerdem, dass im Entwurf auch eine Ausschüttungssperre für den noch nicht aufgeholten Teil des Unterschiedsbetrages vorgesehen wird; dh dass sich durch die Verteilung das Ausschüttungspotenzial nicht erhöht.

Der Unterschiedsbetrag und der Verteilungszeitraum sind im Anhang anzugeben.

Die Verordnung soll nach dem Entwurf mit 1. November 2018 in Kraft treten und auf Geschäftsjahre anwendbar sein, die nach dem 31. Dezember 2017 enden, sofern der Jahresabschluss am Tag nach der Verlautbarung der Verordnung im Bundesgesetzblatt noch nicht festgestellt wurde.

Über den weiteren Verlauf der Diskussionen zum Entwurf der Override-Verordnung werden wir Sie gerne am Laufenden halten. Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen KPMG Ansprechpartner.

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