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Express Accounting News 13/2018

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Veröffentlichung AFRAC Stellungnahme 32: AFRAC Stellungnahme zur Umsatzrealisierung

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Am 13. Juni 2018 wurde in Österreich die AFRAC-Stellungnahme zur Umsatzrealisierung veröffentlicht. Die Stellungnahme behandelt die Vereinbarkeit der Umsatzrealisierung nach den Regelungen des IFRS 15 mit den Bestimmungen des UGB und den allgemein anzuwendenden Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung.

Wer ist betroffen?

AFRAC 32 richtet sich grundsätzlich an alle UGB-Anwender. Besonders betroffen sind Unternehmen, welche ihren Konzernabschluss nach den IFRS aufstellen oder in einen nach den IFRS aufgestellten Konzernabschluss einbezogen werden und ihren Jahresabschluss nach dem Unternehmensgesetzbuch aufstellen, da sie die Regelungen von UGB und IFRS parallel anwenden müssen.

Was war die Zielsetzung?

Die Stellungnahme legt dar, inwieweit die Bestimmungen des IFRS 15 mit den Regelungen nach UGB vereinbar sind. Dadurch wird klargestellt in welchen Bereichen zwingend Abweichungen zu berücksichtigen sind und wo solche Abweichungen vermieden werden können.

In welchen Bereichen besteht Vereinbarkeit?

  • Bestimmung des Transaktionspreises (Ausnahme bei spezifischen Gegenleistungselementen)
  • Behandlung signifikanter Finanzierungskomponenten (die über ein Jahr hinausgehen)
  • Aufteilung Transaktionspreis auf Leistungsverpflichtungen/Teilleistungen
  • Vertragsänderungen
  • Gewährleistungen und Garantien
  • Rückkaufvereinbarungen (Termingeschäft-Kaufoption)
  • Verkauf mit Rückgaberechten

In welchen Bereichen bestehen zwingende Abweichungen?

Im Folgenden werden beispielhaft einige zentrale in AFRAC 32 behandelte Themen, bei denen Abweichungen bestehen kurz dargestellt.

Definition Umsatzerlöse

Der Begriff ist im IFRS enger gefasst als im UGB.

Konzept der Umsatzrealisierung

Gemäß IFRS ist der Übergang der Verfügungsgewalt über einen Vermögenswert an den Kunden für die Erlösrealisierung maßgebend, im UGB hingegen der Übergang der Chancen und Risiken eines Vermögenswerts. Diese Unterscheidung kann z.B. für die Beurteilung von Prinzipal/Agent Konstellationen, Rückkaufvereinbarungen/Kaufoptionen, Kommissionsvereinbarungen und Bill-and-Hold-Vereinbarungen relevant sein.Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist die stärkere Ausprägung des Vorsichtsprinzips im UGB.

Zeitraumbezogene Umsatzrealisierung

Gemäß der Regelungen im IFRS ist eine zeitraumbezogene Umsatzrealisierung bei Tatbeständen möglich, in denen das UGB verpflichtend zeitpunktbezogene Realisierung vorsieht.

Variable Gegenleistungen

Bei variablen Gegenleistungen ist eine Umsatzrealisierung im IFRS möglich, sofern das Ereignis hochwahrscheinlich ist, im UGB ist diese im Regelfall nicht möglich.

Tauschgeschäfte

Die Bestimmung des Transaktionswerts knüpft im IFRS an die vom Kunden erhaltene Gegenleistung an, im UGB an die hingegebene Leistung an.

Optionen des Kunden zum Erwerb von zusätzlichen Gütern oder Dienstleistungen (z.B. Bonusprogramme)

Diese stellen im IFRS eine separate Leistungsverpflichtung dar, für die eine Vertragsverbindlichkeit erforderlich sein kann. Im UGB kommt es in diesen Fällen zu einer Reduktion der Umsatzerlöse durch Bildung einer Rückstellung.

Nicht geltend gemachte Ansprüchen des Kunden (z. B. Gutscheine)

Im IFRS ist das Ausmaß der zu erfassenden Umsatzerlöse anhand der Wahrscheinlichkeit der (noch) erwarteten Inanspruchnahme zu bestimmen, im UGB ist eine erfolgswirksame Auflösung der Verbindlichkeit nur dann vorgesehen, wenn die Nichtinanspruchnahme so gut wie sicher ist.

Diese Ausführungen stellen lediglich einen Auszug wesentlicher Inhalte der Stellungnahme dar. Detailliertes zu den jeweiligen Themen finden Sie hier AFRAC-Stellungnahme 32.

Für weitere Fragen wenden Sie sich bitte gerne an Ihren zuständigen KPMG Ansprechpartner.

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