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Dimensionen - Schwerpunkt Neue Arbeitswelt - Eine Frage der Infrastruktur

Eine Frage der Infrastruktur

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Die KPMG Fachzeitschrift bietet Neuigkeiten aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Beratung.

Digitalisierung wird einen beschleunigten technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel hervorrufen. Eines ist dabei aber auch klar: Ohne die entsprechende flächendeckende Glasfaser- und 5G-Infrastruktur kann und wird Digitalisierung nicht stattfinden. Es gilt, den Wirtschaftsstandort rechtzeitig auf Kurs zu bringen und zu sichern.

Eine zukunftsfähige Telekommunikationsinfrastruktur setzt sich aus den Komponenten Festnetz und Mobilfunk zusammen. Diese beiden Technologien sind als komplementär anzusehen: Der flächendeckende Ausbau von leistungsfähigen Breitbandnetzen muss vom Ausbau eines leistungsfähigen Mobilfunknetzes begleitet werden – und umgekehrt. Breitband- und 5G-Infrastruktur werden durch die Digitalisierung zu einer Basisinfrastruktur und damit zu einem Gut der Daseinsvorsorge.

Die Komponenten der Zukunft

Breitbandnetze bilden die notwendige Festnetzinfrastruktur. Die Menge an Datenübertragung steigt stetig, die Übertragungstechnologien werden immer schneller und laufend entstehen neue Anwendungen. Die Herausforderung im Bereich der Netzinfrastruktur besteht darin, die bestehenden Kupfernetze durch Glasfaserinfrastruktur zu ersetzen, um die in Zukunft erforderliche Leistungsfähigkeit und Kapazität gewährleisten zu können.

Gemeinsam mit der Breitbandinfrastruktur braucht es ein leistungsfähiges Mobilfunknetz. Die Zukunft dieser Technologie wird dabei im Mobilfunk der 5. Generation gesehen. Die 5G-Technologie ist der Schlüssel zur Industrie 4.0, zu autonomen Fahren, Smart Cities, M-Health oder zum Internet der Dinge. Durch wesentliche technische Fortschritte zusätzlich zu reinen Geschwindigkeitsvorteilen wird 5G zu einem Produktionsfaktor und somit zur Grundvoraussetzung für den Wirtschaftsstandort. Die Herausforderung für die Implementierung dieser Technologie besteht in einer Verdichtung des Antennennetzes: Es gilt, das zusätzliche Spektrum an Frequenzbändern abdecken zu können.

EU erkennt die Zeichen der Zeit

Auch die Europäische Union hat erkannt, dass 5G eine wichtige Rolle für die europäische Wirtschaft spielen kann und dies im 5G-Aktionsplan gewürdigt. Dabei wird auch berücksichtigt, dass ein flächendeckendes Glasfasernetz die notwendige Backhaul-Infrastruktur für 5G darstellt. Außerdem werden die Glasfaser- und die Mobilfunkstrategien für Europa integriert.

Diese integrierte Betrachtung ist auch beim Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur in Österreich wesentlich. Der Ausbau wird maßgeblich durch die Länder – unterstützt durch Programme des Bundes – vorangetrieben. Dadurch können der Zugang zu leistungsfähigen Kommunikationsnetzen für die Nutzer beschleunigt und die Wirtschaftlichkeit für den Errichter der Infrastruktur verbessert werden. Die zentrale Frage in diesem Zusammenhang ist das Rollenverständnis der öffentlichen Hand beim Ausbau dieser Basisinfrastruktur.

Eine aktive Rolle, welche diese Infrastruktur als öffentliche Daseinsvorsorge begreift, scheint jedenfalls die ­flächendeckende Versorgung zu beschleunigen. Das zeigen die Beispiele Skandinavien oder Frankreich.

Autor

Stefan Rufera

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