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Dimensionen - Schwerpunkt Neue Arbeitswelt - Next Level

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Die KPMG Fachzeitschrift bietet Neuigkeiten aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Beratung.

Die bisherigen Digitalisierungsmaßnahmen waren nach außen für das geprüfte Unternehmen kaum sichtbar. Mittlerweile liegt der Fokus aber verstärkt auf der Entwicklung neuer Prüfungshandlungen, bei denen die Prozesse End-to-End aus Sicht des Wirtschaftsprüfers entlang der digitalen Spur geprüft werden.

Die Digitalisierung ist in aller Munde und macht auch vor der Wirtschaftsprüfung nicht halt. Wie sieht nun aber ein Digital Audit aus und welche Bereiche werden abgedeckt?

Grob gesprochen lässt sich die Digitalisierung der ­Wirtschaftsprüfung in drei Bereiche einteilen:

  • Die Digitalisierung des Abschlussprüfungsprozesses
  • Die Automatisierung traditioneller Prüfungshandlungen
  • Die Entwicklung neuer Erkenntnisse durch neue ­Prüfungshandlungen

Wirtschaftsprüfung digital

Die Digitalisierung des Abschlussprüfungsprozesses war so etwas wie eine „stille Revolution“: Das geprüfte Unternehmen hat diese so gut wie gar nicht gemerkt. Sie betrifft vor allem die Umstellung der gesamten Dokumentation in einen elektronischen Workflow. Ähnlich wie die Umstellung auf ein papierloses Büro, hat auch die Wirtschaftsprüfung den papierlosen Prüfungsakt in den letzten zehn Jahren perfektioniert. Dabei ging es natürlich nicht nur darum die bisherigen Ordner des Prüfungsaktes digital zu archivieren. Vielmehr ging es auch darum, den Prüfern workflowbasierte Unterstützung für die Erfüllung der International Standards on Auditing (ISAs), eine Wissensdatenbank, Best Practice-Prüfungshandlungen, mobilen Zugriff auf den Prüfungsakt und vielen weiteren Support zu geben. Auch der Datenaustausch mit dem Kunden über Kollaborationsplattformen wurde intensiviert. Die Digitalisierung ist in diesem Bereich bereits weit fortgeschritten. Die bleibenden Herausforderungen betreffen insbesondere die sich laufend ändernden Anforderungen des Regulators.

Prüfung auf neuem Niveau

Die Automatisierung traditioneller Prüfungshandlungen lässt sich am einfachsten am konkreten Beispiel der Saldenbestätigungsaktion erklären. Wurde noch vor einigen Jahren die Saldenbestätigung per Papier durch das Prüfungsteam durchgeführt, ist heute bereits der Versand via E-Mail üblich. In naher Zukunft ist auch mit dem Einsatz von Webplattformen zu rechnen. Und in der etwas ferneren Zukunft werden neue Technologien wie die Blockchain diese Prüfungshandlungen vielleicht obsolet machen.

Die wirkliche Revolution aus Sicht des geprüften Unternehmens ist jedoch die Entwicklung neuer Prüfungshandlungen, die auch neue Erkenntnisse bringen und die das Potenzial haben, die Qualität der Prüfung auf ein neues Niveau zu heben. Moderne Prüfungsansätze im Transaktionsbereich vermitteln einen tiefen Einblick in die zugrundeliegenden Prozesse und in das dahinterliegende IKS und damit in die Risikostruktur. Beispielsweise unterliegen im Einkaufsbereich Rechnungen, denen eine elektronische Bestellung zu Grunde liegt, einem anderen Prozessablauf und damit einem anderen Risiko als Rechnungen, die direkt in der Kreditorenbuchhaltung erfasst werden.

Auch die Analyse manueller Zahlungen kann überraschende Ergebnisse bringen. Durch diese fortgeschrittenen Analysetechniken ist es möglich, 100 Prozent der Grundgesamtheit nach Auffälligkeiten zu durchsuchen, um dann gezielt Risiken zu adressieren. Neben der erzielten Steigerung der Qualität der Abschlussprüfung liefert der Wirtschaftsprüfer damit auch interessante Einblicke in die Prozesse, die für das Unternehmen neben dem Bestätigungsvermerk auch einen Mehrwert bieten.

Autor

Christian Sikora

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