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Prüfer unter Aufsicht

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Erfahrungen mit den Inspektionen der Abschlussprüferaufsichtsbehörde

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Prüfer unter Aufsicht

Die im Oktober 2016 gegründete Abschlussprüferaufsichtsbehörde (APAB) hat im Herbst 2017 ihre operative Prüfungstätigkeit aufgenommen. Der Prüfbetrieb von KPMG war der erste von der APAB geprüfte in Österreich.

Eine der zentralen Aufgaben der APAB ist die Durchführung von Inspektionen bei Wirtschaftsprüfern und Prüfungsgesellschaften. KPMG Österreich wurde von der APAB als erste Abschlussprüfungsgesellschaft in Österreich zur Prüfung ausgewählt. Das Wichtigste vorweg: wir haben diese Prüfung mit einem guten Qualitätszeugnis abgeschlossen. Die Prüfung ist ein behördlicher Akt. Sie begann mit einem formalen Ankündigungsschreiben und endete mit einem Bescheid. Dazwischen lagen rund sechs Monate mit teilweise intensiver Interaktion zwischen den Prüfern der APAB (insgesamt drei Personen) und Partnern und leitenden Mitarbeitern von KPMG. Rund fünf Wochen dieser Zeit waren die APAB-Prüfer in unserem Büro vor Ort. Die Prüfung umfasste zwei grundsätzliche Themenbereiche: zum einen die Prüfung des im Prüfbetrieb eingerichteten Qualitätssicherungssystems (als „Firm Review“ bezeichnet) und zum anderen die Prüfung der ordnungsmäßigen Durchführung ausgewählter Abschlussprüfungen („File Review“).

Im Rahmen des „Firm Review“ verfolgt die Prüfung der APAB das Ziel, das vom Prüfbetrieb zur Sicherung der Prüfungsqualität eingerichtete interne Kontrollsystem zu beurteilen. Dies umfasst eine Reihe von Themenbereichen – vom „Tone at the Top“ über die Sicherstellung der Unabhängigkeit, die Annahme und Durchführung der Prüfungsaufträge, die Schulung, Entwicklung und Entlohnung der Mitarbeiter und Partner, die Einbindung von Qualitätsreviewern oder auch die intern durchzuführende Qualitätsprüfung („Nachschau“) bei ausgewählten Prüfprojekten. Insgesamt waren dafür mehr als 200 Dokumente und Nachweise vorzubereiten und zahlreiche Gespräche zu führen.

Für den „File Review“ wählte die Behörde zehn im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juli 2017 von KPMG durchgeführte Abschlussprüfungen aus unterschiedlichen Branchen, vor allem auch aus dem Bereich der Banken und Versicherungen, aus. Der Review betraf eine große Bandbreite von Themen – vom ordnungsgemäßen Abschluss des Prüfungsvertrages, über die Angemessenheit der Prüfungsplanung, die technisch richtige Durchführung und Dokumentation unserer Prüfungshandlungen bis zur zutreffenden Berichterstattung. Eine formale Schlussbesprechung sowie ein Inspektionsbericht schlossen die Prüfung ab.

Resümee

Mit der Einrichtung einer Behörde zur Beaufsichtigung der Abschlussprüfer hat nun auch in Österreich eine neue Ära in der Prüfung von Unternehmen von öffentlichem Interesse begonnen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass eine solche Prüfung einen erheblichen zeitlichen und damit auch finanziellen Aufwand bedeutet – auch wenn sich die APAB bemüht, möglichst effizient und mit Augenmaß vorzugehen. Die Sicherstellung der Prüfungsqualität im Prüfbetrieb unterlag schon bisher strengen Regularien und erforderte eine hohe Aufmerksamkeit des Prüfbetriebes, zur der das zusätzliche Moment der externen behördlichen Prüfung – nicht zuletzt auch durch die präventive Wirkung – einen weiteren Beitrag leisten kann. Fraglich ist, ob dieser Beitrag die Kosten rechtfertigt.

Über die APAB

Die Abschlussprüferaufsichtsbehörde („APAB“) wurde am 27. September 2016 als weisungsfreie und unabhängige Anstalt öffentlichen Rechts errichtet und nahm ihre behördliche Tätigkeit mit 1. Oktober 2016 auf. Sie steht unter der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Finanzen. Die wesentlichen Rechtsgrundlagen bilden das APAG (Abschlussprüfer-Aufsichtsgesetz) sowie die VO (EU) Nr. 537/2014. Zentrale Aufgabe der APAB ist die Aufsicht über und die Zulassung von Abschlussprüfern und Prüfungsgesellschaften. Die APAB ist aber auch berechtigt, Untersuchungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse durchzuführen, um Verstöße gegen abschlussprüfungsrelevante Bestimmungen aufzudecken oder zu verhindern. Sie ist auch Verwaltungsstrafbehörde. Die APAB beschäftigt einschließlich Vorstand elf Personen.

Die Finanzierung der APAB erfolgt mit EUR 500.000 durch das Bundesministerium für Finanzen und mit EUR 500.000 durch die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die genossenschaftlichen Revisionsverbände und dem Sparkassenprüfverband. Der Rest wird durch Gebührenerträge und Umlagen von den der Prüfung unterliegenden Wirtschaftsprüfern und Prüfungsgesellschaften finanziert. Das Budget beträgt rd 1,6 Mio Euro.  

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