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Dimensionen - Schwerpunkt Digitalisierung - Neue Regeln

Neue Regeln

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Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung steigen sowohl die Transparenzanforderungen als auch die steuerlichen Compliance Anforderungen kontinuierlich. Dementsprechend gewinnen im digitalen Zeitalter das Steuerrisikomanagement und Tax Compliance Systeme (Tax CMS) essenziell an Bedeutung.

Alles neu

Die Digitalisierung macht auch vor dem Thema Steuern und Tax Compliance nicht halt. Sie führt zu geänderten Rahmenbedingungen und neuen Anforderungen an die Tax Compliance. Es sind vor allem die folgenden Treiber, welche die Digitalisierung aus steuerlicher und Tax Compliance Sicht bestimmen:

  • Veränderung der Geschäftsmodelle durch Digitalisierung
    Durch die Digitalisierung verändern sich zunehmend die Geschäftsmodelle der Unternehmen. E-Commerce, Cloud Computing usw beeinflussen die Wertschöpfungsketten von Unternehmen, was sowohl entscheidenden Einfluss auf den Wertbeitrag als auch die Besteuerung einzelner Unternehmenseinheiten hat. Dies führt aus steuerlicher Sicht oft zu komplexen, teilweise auch neuen steuerlichen Fragestellungen.
  • Die Anforderungen an Reporting und Transparenz werden deutlich höher und die Finanzbehörden in vielen Ländern rüsten „elektronisch“ auf.
    Die im Zuge der Digitalisierung voranschreitende Standardisierung und Automatisierung der Prozesse führt zu wesentlichen Veränderungen der Arbeitsabläufe von Finanzverwaltungen und Steuerabteilungen. Das Einreichen der Daten in Standardformaten erleichtert den Finanzbehörden die Nutzung von Steuer-, Finanz- und anderen Quelldaten für Prüfungen und Kontrollen. Was mit einem elektronischen Formular anfing, entwickelt sich zu einer dauerhaften und direkten digitalen Vernetzung zwischen Unternehmen und Finanzbehörden. Immer mehr Finanzverwaltungen investieren in fortgeschrittene Analyse-Tools, welche diesen folgende Möglichkeit eröffnen: Den eigenen Aufwand zu reduzieren und große Datenmengen mit weniger Ressourcen schneller und effektiver auszuwerten und zu prüfen. Das hat bereits, und wird zukünftig noch stärker, den Prüfungsstil bei Betriebsprüfungen verändern und den Steuerbehörden helfen, Steuerhinterziehungen und komplexe Steuervermeidungen leichter aufzudecken.
  • Die Einhaltung von Gesetzen wird immer komplexer und die Anforderungen an die Tax Compliance nehmen kontinuierlich zu.
    Die voranschreitende Digitalisierung führt auch zu neuen Compliance und regulatorischen Verpflichtungen. Die Bestimmungen, wie Unternehmen steuerrelevante Daten zu sammeln, zu formatieren und zu berichten haben, verschärfen sich weltweit laufend. In einigen Ländern besteht bereits ein starker Fokus auf „beinahe Echtzeit-Übermittlung“ von Finanz-und Buchhaltungsdaten.

So müssen etwa Unternehmen in Brasilien, die Waren verkaufen bzw einkaufen, jede Rechnung zunächst an die Finanzverwaltung übermitteln, wo diese in Echtzeit geprüft wird. Diese Entwicklung schwappt auch nach Europa über: Spanien führte 2017 ein „System der unmittelbaren Information“ ein. Dieses umfasst auch die grundsätzliche elektronische Meldung von Einzelrechnungsdaten innerhalb von vier Tagen nach Rechnungsausstellung an die Finanzverwaltung. In Ungarn müssen ab Mitte 2018 bestimmte ungarische Ausgangsrechnungen, die elektronisch erstellt werden, grundsätzlich sofort, spätestens jedoch innerhalb von 24 Stunden, an die ungarische Finanzverwaltung übermittelt werden.

Vielen Unternehmen fällt es schwer, mit dieser Entwicklung und den gestiegenen Compliance Anforderungen Schritt zu halten. Dadurch ergeben sich jedoch zusätzliche Risiken sowohl für die Unternehmen als auch deren Unternehmensleitung. Neben finanziellen Risiken wie zB Steuernachzahlungen und Verspätungszuschlägen sind hier vor allem auch strafrechtliche Risiken und Haftungen für Unternehmensleitung und Mitarbeiter (Mitwirkung bei Steuerhinterziehung), Reputationsrisiken und Geschäftsrisiken wie zB Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen zu nennen.

Risiko reduzieren

Es stellt sich also die Frage, wie die Digitalisierung für eine effektive Tax Compliance genutzt werden kann. Um diesen geänderten Rahmenbedingungen und Anforderungen auch im Bereich Steuern entsprechen zu können und die sich dadurch ergebenden Risiken zu minimieren, sollte ein Tax CMS installiert werden. Damit lassen sich steuerliche Non-Compliance-Risiken analysieren und die Minimierung der Risiken kann strukturiert umgesetzt werden. Dabei ist es wichtig die unternehmensindividuellen Anforderungen und Risiken entsprechend zu berücksichtigen.

Für die Umsetzung eines effektiven Tax CMS mit dem Ziel, den neuen Tax Compliance Anforderungen zu entsprechen und auch um die entsprechenden Risiken der Non-Compliance zu minimieren, wird eines für Steuerpflichtige wesentlich sein: Auch in diesem Bereich die Potenziale der Digitalisierung zu nutzen und die vorhandenen IT-Lösungen weiterzuentwickeln und zu vereinheitlichen. Ebenso müssen entsprechende elektronisch unterlegte Prozesse implementiert werden, um zukünftig entsprechend konsistente Daten in Echtzeit übermitteln zu können. Durch elektronische Prozesse ist gewährleistet, dass diese von den Anwendern eingehalten werden. Weiters werden auch manuelle Fehler vermieden. Dementsprechend wird sich der Trend zur Standardisierung wesentlicher steuerlicher Prozesse fortsetzen.

Automatisiert und effizient

In der Praxis werden auch immer häufiger automatisierte steuerliche Kontrollen für die Compliance Überwachung verwendet. Diese geben Aufschluss darüber, inwieweit die Tax Compliance Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden. Sie helfen auch dabei, systematische Fehler zu identifizieren und zu beseitigen. Mithilfe von Prüfroutinen können zB Auffälligkeiten und fehleranfällige Buchungen automatisiert identifiziert werden. Die Fehlerbeseitigung kann dann auch in einem automatisierten Workflow entsprechend abgearbeitet und dokumentiert werden. Die erfolgreiche Einführung eines effektiven Tax CMS im Zeitalter der Digitalisierung erfordert dementsprechend Know-how aus Tax, Compliance und IT. KPMG verfügt über Experten in all diesen Bereichen und unterstützt Unternehmen gerne mit einem integrierten Team.

Autor

Werner Rosar

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