Virtuelle Währungen | KPMG | AT
close
Share with your friends

Information der FMA zu den Sorgfaltspflichten bei Transaktionen iZM virtuellen Währungen

Virtuelle Währungen

Am 31. Januar 2018 versendete die FMA ein Informationsschreiben, indem sie Hinweise zu den anwendbaren Sorgfaltspflichten gemäß FM-GwG im Zusammenhang mit virtuellen Währungen macht. Das Thema der virtuellen Währungen wird derzeit öffentlich diskutiert und war auch Anlass für das Informationsschreiben der FMA.

Kontakt

Verwandte Inhalte

Die virtuellen Währungen weisen einen hohen Grad an Anonymität auf und bergen daher ein hohes Risiko in sich, für die Zwecke der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung missbraucht zu werden. Ein erhöhtes Risiko ergibt sich auch durch die Tauschbörsen für virtuelle Währungen. Diese sind in den meisten Jurisdiktionen nicht verpflichtet, Sorgfaltspflichten zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung anzuwenden. Oftmals unterstehen die Tauschbörsen keiner Beaufsichtigung.

Aufgrund dieser erhöhten Risiken sollen die Verpflichteten gemäß FM-GwG Transaktionen, welche im Zusammenhang mit virtuellen Währungen stehen, besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Insbesondere sollen die Verpflichteten, falls erforderlich, zusätzliche Maßnahmen setzen, um Transaktionen im Zusammenhang mit virtuellen Währungen zu identifizieren, zu plausibilisieren und deren Mittelherkunft festzustellen. Als Beispiel einer zusätzlichen Maßnahme nennt die FMA das Einholen eines Nachweises bzw. eines Belegs zum Kauf- und Verkaufszeitpunkt der virtuellen Währung, um den Kursgewinn zu plausibilisieren.

Die Art und der Umfang der zusätzlichen Maßnahmen sind gemäß risikobasierten Ansatz von Ursprung und Höhe der Transaktion sowie der Risikoeinstufung des Kunden abhängig. Die FMA nennt aber auch weitere Kriterien zur Art und Umfang der zusätzlichen Maßnahmen. So ist zu unterscheiden, ob die Transaktion auf das Konto des Kunden von einer Tauschbörse für virtuelle Währungen oder direkt vom Käufer der virtuellen Währung stammt.

Bei Tauschbörsen ist im Einzelfall zu differenzieren, ob die Tauschbörse einem Regularium untersteht oder allenfalls freiwillig Schritte zur Kundenidentifizierung setzt. Dabei sind die von der Tauschbörse akzeptierten Zahlungsmittel ebenfalls zu berücksichtigen: Überweisungen von einem Bankkonto (zB SEPA-Zahlungen) oder durch kontogebunden Kreditkarten gelten dabei als risikomindernde Faktoren, Überweisungen mit Prepaid (Kredit-)Karten oder Finanztransfers als risikoerhöhende Faktoren.

Transaktionen, welche direkt vom Käufer der virtuellen Währung stammen, stellen risikoerhöhendes Kriterium dar. Dabei ist weiter zu differenzieren, ob der Zahlungseingang von einem Konto einer Institution stammt, die innerhalb oder außerhalb des EWR liegen.

Abschließend weist die FMA auf die Rechtsfolgen des § 7 Abs. 7 FM-GwG hin, wonach die Verpflichteten keine Transaktion über ein Bankkonto vornehmen, keine Geschäftsbeziehung begründen, keine Transaktionen ausführen dürfen sowie eine bereits bestehende Geschäftsbeziehung beenden müssen, wenn es ihnen nicht möglich ist, die notwendigen Informationen über die Mittelherkunft einzuholen und zu überprüfen. Natürlich sind auch bei Transaktionen im Zusammenhang mit virtuellen Währungen unverzüglich Verdachtsmeldungen zu erstatten, falls ein Verdacht vorliegt.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden