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ESMA aktualisiert Q&As zu Transparenz und Marktstrukturen für MiFID II

MiFID II

ESMA aktualisiert das „Q&A zu Transparenz und Marktstrukturen“ und klärt dabei Fragen im Bereich Eigenkapital und Nicht-Eigenkapitaltransparenz, sowie Vorhandelstransparenz. Hierbei werden vor allem Übergangsbestimmungen für Finanzinstrumente, die sich von Eigenkapital und Nicht-Eigenkapital ableiten erläutert, sowie Berechnungsformeln für Anleihen. Zur Vorhandelstransparenz wurden Fragen zu Bezugsrechten, Ausnahmen für Systematische Internalisierer und Referenzpreisen von Aktien in unterschiedlichen Währungen beantwortet.

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Equity transparency: Question 3 - Im letzten Update wurden die relevanten Parameter dargelegt, die in jenen Fällen anwendbar sind in denen die Transparenzparameter der ESMA und der nicht delegierten NCA noch nicht veröffentlicht wurden (bzgl. liquiditätsrelevantester Markt, die Bestimmung des liquiden Marktes und Average Daily Turnover (ADT) zur Ermittlung der Large in scale (LIS)- Schwellenwerte für Vor- und Nachhandelstransparenz und Standardmarktgröße (SMS)).

ESMA stellte fest, dass bis zur Veröffentlichung folgendes gelte:

  • Annahme, dass das Instrument keinen liquiden Markt hat.
  • Die LIS Schwellenwerte beziehen sich auf das kleinste ADT Band.
  • SMS ist nicht anwendbar (nur für Instrumente mit einem liquiden Markt)
  • Die liquiditätsrelevantesten Märkte sind alle Märkte, an denen das Produkt zugelassen ist.

Diese Parameter gelten am Kalendertag nach ihrer Veröffentlichung.

Non- equity transparency: Question 10 Des Weiteren beantwortete die ESMA die Frage, welche Methode der Liquiditätsbewertung für eine Anleihe angewendet werden soll, falls die ESMA den Liquiditätsstatus nicht veröffentlicht.

In diesem Fall ist in drei Fälle zu unterscheiden. Diese Unterschiede beziehen sich darauf, ob eine Liquiditätsbewertung der Handelsaktivität vorhanden ist und ob Informationen bezüglich Emissionsgröße in den Referenzdaten enthalten sind. Die Referenzdaten ergeben sich aus den Feldern 14 und 16 der RTS 23 (ausgegebener Gesamtnennbetrag und dazugehörige Währung).

Fall 1: Im ersten Fall soll angenommen werden, dass die Anleihe basierend auf ihrer Emissionsgröße einen liquiden Markt hat.
Diese gilt ab dem nächsten Tag, bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Liquiditätsbewertung durchgeführt wurde. Ab dann gilt letztere ab dem nächsten Tag.

Fall 2: Ist zudem keine Emissionsgröße bekannt, dann wird für die Anleihe kein liquider Markt angenommen, bis zu dem Zeitpunkt an dem eine der beiden eingangs erwähnten Bedingungen zugänglich ist. Diese Parameter sind ab dem nächsten Tag anwendbar. Für den Fall, dass beide gleichzeitig verfügbar werden, erhält die Liquiditätsbewertung Vorrang.

Fall 3: Neu begebene Anleihen haben keinen liquiden Markt, sofern sich dieser nicht aus Fall 1 ergibt. Sollte eine Liquiditätsbewertung verfügbar sein, basierend auf dem oben dargestellten Fall 1, bzw. eine Liquiditätsbewertung durch Veröffentlichung verfügbar werden, so gilt diese ab dem nächsten Tag.

Berechnung von Nominalwert von Anleihen: Question 11 - ESMA beantwortet die Frage, wie sich der Nominalwert von Anleihen berechnet.

Demnach ist der gesamte Nennwert der gehandelten Schuldtitel für die Berechnung relevant

  • der Vorhandels- und Nachhandels LIS- und SSTI-Parameter und
  • die Berechnung des durchschnittlichen fiktiven Tagesbetrags (und damit ob liquider Markt vorhanden ist.)

Formel: Nennwert* Anzahl der Instrumente
Der Transaktionspreis ist für die Berechnung nicht relevant.

Vorhandelstransparenz

Question 8 - Zur Behandlung von Bezugsrechten wie Eigenkapitalinstrumente oder Nicht- Eigenkapitalinstrumente führt die ESMA aus, dass Bezugsrechte (auch bei IPOs) und Kaufrechte als Erweiterungen der Kategorie „Aktien“ anzusehen und auch als solche zu behandeln sind. Daher gelten folgende Regeln

  • Bezugsrechte unterliegen der Vor- und Nachhandelstransparenz, wie auch Eigenkapitalinstrumente und sind für Ausnahme oder Aufschub der Vorhandelstransparenz qualifiziert
  • Liquiditätsstatus der Bezugsrechte ist derselbe wie jener der zugrundeliegenden Aktie
  • SMS des Bezugsrechts ist derselbe, wie jener der zugrundeliegenden Aktie
  • LIS Schwellenwerte für Verzicht oder Aufschub ergeben sich auf Basis des durchschnittlichen täglichen Umsatzes der zugrundeliegenden Aktie
  • Bezugsrechte unterliegen der Handelspflicht, wie die zugrundeliegende Aktie und demselben double volume cap
  • Auf Bezugsrechte ist das Tick Size Regime anzuwenden und unterliegen den Liquidtätsbändern.

Question 9 - Wie gestaltet sich der Prozess für Systematische Internalisierer, um von der Offenlegungspflicht von Quotierungen von Nicht-Eigenkapitalinstrumenten ausgenommen zu werden, wenn es keinen liquiden Markt gibt.

ESMA beschreibt den Prozess (wie in Art 9 Abs.1 MiFIR), wenn eine LIS Order Indikationen hervorruft, da sie über der normgehandelten Größe dieses Instruments liegt (SSTI).

Zudem muss ausgeschlossen werden, dass das Derivat keiner Handelspflicht unterliegt. Für andere Finanzinstrumente darf auch kein liquider Markt vorhanden sein und der Auftrag darf nur zur Ausführung eines „Exchange for Physical“ führen. Zudem bestehen Beschränkungen bei Auftragspaketen, u.a. abhängig von der Liquidität der umfassten Finanzinstrumente bzw. des Volumens der Komponenten.

Außerdem kann eine NCA eine Ausnahme aufgrund von der obigen Bedingungen bzw. auf Basis eigener Verordnungen Einzelfallausnahmen für einen konkreten beantragenden Systematischen Internalisierer gewähren.
Eine Ausnahme kann bei illiquiden Produkten auf Anlageklassenniveau gewährt werden. Eine neue Ausnahme muss erst dann wieder gewährt werden, wenn die Wertpapierfirma für eine Anlageklasse Systematischer Internalisierer wird.

Question 10 - Wie wird die Ausnahme für Referenzpreise angewendet, wenn die Aktie auf mehreren Handelsplätzen und in verschiedenen Währungen gelistet ist? Sollen diese als unterschiedliche Finanzprodukte gewertet werden, die nur in der Währung gehandelt werden in der sie gelistet sind?

In MiFID II/MiFIR gilt das Konzept, dass das Finanzinstrument unabhängig von der Währung ist, in der es gehandelt wird. Dementsprechend ergibt sich der Referenzpreis abhängig vom Handelsplatz, an dem dieses zuerst zugelassen wurde oder sich der liquiditätsrelevanteste Markt befindet.
Wenn das Finanzprodukt in einer anderen Währung als der vom oben spezifizierten Markt gehandelt wird, dann sollte im Handelsplatz- Regelbuch geregelt sein, wie der Wechselkurs berechnet wird. Diese Regeln beinhalten nachvollziehbare Wechselkurse und sollen täglich aktualisiert werden.

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