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2018 ein Jahr mit großen FATCA Herausforderungen

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2018 haben Österreichische Reporting Model 2 Finanzinstitute den ersten Lackmustest seit Inkrafttreten von FATCA zu bestehen

  • bis 31.03.2018 Übermittlung der FATCA Meldung 2017 an den U.S. IRS 
  • bis 30.06.2018 Abgabe der ersten periodische und der einmaligen FATCA
    Bestätigungen gegenüber dem U.S. IRS

FATCA Meldung für 2017

IRS veröffentlicht die Finalversion von Formular 8966 für FATCA Report 2017 samt aktualisierter Anleitung für Formular 8966

  • Im Formular 8966 für 2017 wurden gegenüber 2016 keine neuen Felder hinzugefügt und keine bestehenden Felder geändert
  • In die Instructions for Form 8966 für 2017 wurden jedoch eine Reihe von Updates aufgenommen

 

Wesentliche Änderungen für 2017

1. Keine Meldung von Kontoinhabern, die als nicht teilnehmende Finanzinstitute (NPFFIs) klassifiziert wurden

Für die FATCA Meldungen 2015 und 2016 hatten teilnehmende Finanzinstitute (PFFIs, Reporting Model 1 und Reporting Model 2 FFIs) sämtliche FATCA meldepflichtigen Zahlungen, die während des Meldezeitraums an NPFFI Kontoinhaber geleistet wurden, in aggregierter Form an den IRS zu melden (in Form einer Individualmeldung in IGA 1 Ländern; in Non IGA und IGA 2 Ländern nur bei Vorliegen einer Zustimmung zur Meldung, Consent to Report for NPFFIs, andernfalls als Poolmeldung)

  • Für das Meldejahr 2017 erfolgen somit keine FATCA Meldungen für NPFFI Account Holder!
  • in Österreich sind nun alle Erstmeldungen für 2017 längstens bis 31. März 2018 elektronisch im XML-Format an den IRS zu übermitteln.

 

2. Reporting Model 2 FFIs sind FATCA compliant

sofern sie und ihre verbundenen Rechtsträger (z.B. Tochterunternehmen) oder Filialen, die in „FATCA non-compliant Ländern“ betrieben werden, die Anforderungen gemäß Art 3 (5) des IGA Model 2 erfüllen –
d.h. insbesondere FATCA Kundenidentifikations- und Meldepflichten von den „Related Entities and Branches“ des Reporting Model 2 FFIs wahrgenommen werden, soweit dies jeweils lokal zulässig ist.

  • Der FATCA Status „Limited FFI“ und Limited Branch“ ist bereits seit 31.12.2016 ausgelaufen und existiert daher nicht mehr 
  • Die Anforderungen für „Limited FFI“ und „Limited Branch“ wurden an die IGA 1 und IGA 2 Bestimmungen für „Related Entities or Branches“ angepasst 
  • „Related Entities or Branches“ müssen sich gegenüber Dritten als „Nonparticipating FFIs“ deklarieren (W-8BEN-E), sie unterliegen daher dem FATCA Steuereinbehalt (30 % FATCA Withholding Tax)
  • „Related Entities or Branches“ eines Reporting Model 2 FFI müssen ihren Meldepflichten an den IRS auf Formular 8966 weiterhin nachkommen und zur Meldung die noch immer verfügbare Filer Category 03 für Limited FFI bzw. Limited Branch auswählen

  • Für das Meldejahr 2017 melden Related Entities or Branches eines Reporting Model 2 FFIs auf Form 8966 mit Filer Category Code 03 (für Limited FFI bzw. Limited Branch)

 

3. Reporting Model 2 FFI Poolmeldungen von „Non-Consenting U.S. Accounts“

  • Klarstellung, dass in IGA 2 Ländern für die Poolmeldung von Bestandskunden (natürliche Personen oder Rechtsträger, US Entitäten oder PNFFEs mit US beherrschenden Personen) mit FATCA Status „Non-Consenting U.S. accounts“ nur die Pool Kategorien “recalcitrant account holders that are U.S. persons“ oder „recalcitrant account holders with U.S. indicia“ gewählt werden (jeweils wie zutreffend)
  • Klarstellung, dass in IGA 2 Ländern der FATCA Status „Non-Consenting U.S. Account“ auch auf Neukonten anzuwenden ist, wenn beim Kontoinhaber nach der Kontoeröffnung eine FATCA relevante Änderung der Umstände (Change in Circumstances, CIC) eintritt, die dazu führt, dass das Konto nun als US Konto zu behandeln wäre, die hinzugetretenen US Indizien aber weder geheilt werden noch eine neue Selbstauskunft und Zustimmung des Kontoinhabers zur Meldung erlangt werden kann (Meldung im Pool „recalcitrant account holders with U.S. indicia“)

  • die Klassifizierung eines Kontos als „Non-Consenting U.S. Account“ setzt somit zwingend voraus, dass der Kontoinhaber (bzw. die beherrschenden Personen des PNFFEs) vom Reporting Model 2 FFI als US Personen identifiziert werden (bzw. das Konto aufgrund von nicht geheilten US Indizien als US Konto zu behandeln ist) und die erforderliche Zustimmung des Kontoinhabers (der beherrschenden Personen) zur Meldung nicht vorliegt
  • Passive NFFEs, von denen keine (neue) Selbstauskunft erlangt werden kann, für deren beherrschende Personen laut Kundendaten aber keine US Indizien vorliegen, sind von Reporting Model 2 FFIs in der FATCA Meldung 2017 nicht (als „Non-Consenting U.S. Account“ im Pool) zu melden
  • Eine Meldung im FATCA Pool gemäß § 1.1471-4(d)(6)(i)(A) „recalcitrant account holders that are passive NFFEs“ ist für die FATCA Meldungen von PFFIs vorgesehen, dieser Pool ist für die Meldung 2017 von Reporting Model 2 FFIs grundsätzlich nicht zu verwenden

 

4. Kombinierte FATCA Meldung nach Fusion oder Massen-Kundenkontenerwerb (bulk acquisition)

Werden Kundenkonten unterjährig von einem PFFI oder Reporting Model 2 FFI im Zuge einer Fusion oder eines Massen-Kundenkontenerwerbs auf ein anderes PFFI oder Reporting Model 2 FFI übertragen, so können die für die FATCA Meldung relevanten Finanzkonten für das Meldejahr der Übertragung allein vom Nachfolger/Erwerber für den gesamten Meldezeitraum gemeinsam gemeldet werden (sofern die gesetzlichen Anforderungen gemäß §1.1471-4T(d)(2)(ii)(G)(1) bis (4) FinRegulations erfüllt sind)

  • Diese Vereinfachung der FATCA Meldung nach Fusion oder Massen-Kundenkontenerwerb allein durch den Rechtsnachfolger für den gesamten Meldezeitraum folgt dem Vorbild des QI Regimes

 

5. FATCA Meldung durch U.S. Branches (US Filialen von Non-US Finanzinstituten)

  • US Filialen, die zustimmen als US Person behandelt zu werden, wählen in der FATCA Meldung den Filer Category Code 10 Withholding Agent, wie US Withholding Agents 
  • US Filialen, die nicht zustimmen als US Person behandelt zu werden, wählen in der FATCA Meldung 8966 den Filer Category Code 01 PFFI, wie PFFIs. Diese US Filialen müssen nicht beim IRS registriert werden und haben daher auch kein FFI-Agreement (sie haben jedoch ähnliche Anforderungen wie PFFIs lt. FATCA und unterliegen der IRS Aufsicht, so wie US With-holding Agents)

 

6. PFFIs und Reporting Model 2 FFIs in der Form einer Personengesellschaft

Der Gesellschafteranteil am Gewinn/Verlust eines PFFI (bzw. eines Reporting Model 2 FFI) in der Form einer Personengesellschaft soll mit dem Finanzkonto des Geschäftsanteils des Gesellschafters am FFI in die FATCA Meldung des FFIs aufgenommen werden, unabhängig davon, ob es im Meldejahr zu einer Ausschüttung an den Gesellschafter kam, wobei der Betrag in der Zeile 4d als „other income“ zu melden ist. Die Ermittlung der Höhe dieser Einkünfte hat aufgrund der Steuererklärung, oder dem Jahresabschluss des FFIs oder einer anderen vernünftigen Berechnungsmethode für den Gesellschafteranteil zu erfolgen

 

7. Ab 2017 werden für bestimmte FATCA Meldungen, die noch auf Papierformular übermittelt werden, individuelle Identifikationsnummern für jedes FATCA Formular 8966 erforderlich 

  • Sämtliche meldepflichtige Finanzinstitute müssen ihre FATCA Meldungen im XML-Format in elektronischer Form (über das IDES Portal) an den IRS übermitteln
  • Das Testfenster für FATCA Meldungen 2017 im FATCA International Data Exchange Service (IDES) ist geöffnet seit Montag, 18. Dezember 2017 bis Freitag 26. Jänner 2018 (IDES Anmeldung zum Testen musste bis 14.12.2017 abgeschlossen sein) 
  • Der IRS hat die Liste der „approved certificate authorities“ zum Erwerb/ zur Erneuerung der erforderlichen Zertifikate für die IDES Anmeldung in 2017 veröffentlicht. Bisher gültige Zertifikate behalten ihre Gültigkeit (bis zum jeweiligen Ablaufdatum)
    Gemäß der bereits im September 2015 veröffentlichten IRS Notice 2015-66 bestand die Verpflichtung Sponsored FFIs längstens bis 31. Dezember 2016 beim IRS zu registrieren und dadurch eine eigene GIIN (neben der bis dahin ausreichenden GIIN des Sponsoring FFI) für „Sponsored FFIs“ zu erhalten, um den deemed-compliant FATCA Status zu erhalten
  • Withholding Certificates für Sponsored Registered Deemed-Compliant FFIs (insbesondere Investment Entities, wie Fonds), auf denen nur die GIIN des Sponsoring FFIs enthalten wäre, haben bereits seit 01.01.2017 ihre Gültigkeit verloren – die GIIN des Sponsored FFIs konnte dem Withholding Agent mit W-8 form oder per Email kommuniziert werden
  • andernfalls mussten diese Kontoinhaber ab 01.01.2017 als NPFFIs behandelt werden und unterlagen gegebenenfalls dem FATCA Withholding 
  • FATCA Meldung 2017 umfasst „volle“ FATCA Meldepflichten für sämtliche meldepflichtige Finanzkonten und Zahlungen (interest, dividends, other income, gross proceeds from sale or redemption)
  • ABER keine Meldung von meldepflichtigen Zahlungen an NPFFIs auf Formular 8966, sodass die Line 3 (aggregate payment amount) in Part V für Poolmeldungen heuer leer bleibt
  • Wenn der (US) Kontoinhaber oder Zahlungsempfänger keine US TIN hat, soll das TIN Feld (line 4, Part II) leer bleiben (keine Nullen mehr eingeben)

TIP Behandlung von Passiven Rechtsträgern durch Reporting Model 2 FFIs – Anwendung der Vermutungsregeln der FinRegulations (Presumption rules)

In Section 3.04 (C) des aktualisierten FFI-Vertrags (Rev.Proc. 2017-16) wurde klargestellt, dass Reporting Model 2 FFIs bei Anwendung der Sorgfaltspflichten gemäß Annex I des IGA den FATCA Status eines Rechtsträgers als U.S. Konto, oder als U.S. Konto ohne Zustimmungserklärung (Non-Consenting U.S. Account) oder als nicht teilnehmendes Finanzinstitut (NPFFI) feststellen müssen

Es wird nun auch im FFI-Vertrag ausdrücklich klargestellt, dass sich ein Reporting Model 2 FFI bezüglich der erforderlichen Dokumentation von Kontoinhabern und Zahlungsempfängern ohne Konto (Selbstauskunft, Belege etc.) auch auf bestimmte öffentlich verfügbare oder in seinem Besitz befindliche Informationen zur Feststellung des FATCA Status gemäß Annex I des IGA verlassen darf

  • Im Ergebnis vertritt der IRS hier explizit die Auffassung, dass bei gehöriger Anwendung der gemäß IGA geforderten FATCA Due Diligence gar keine Fälle von „undokumentierten Rechtsträgerkonten“ vorkommen dürften 
  • Das Vorhandensein einer signifikanten Anzahl von „undokumentierten Rechtsträgern“ eines Reporting Model 2 FFIs könnte laut IRS Anlass zur Feststellung von wesentlichen Pflichtverletzungen im Rahmen des Zertifizierungsprozesses geben!
  • Sollte ein Reporting Model 2 FFI tatsächlich über KEINE ausreichende Dokumentation in Bezug auf einen Rechtsträger (Kontoinhaber oder Zahlungsempfänger ohne Konto) verfügen, um dessen FATCA Status gemäß Annex I des IGA verlässlich feststellen zu können, so muss es die Vermutungsregeln des § 1.1471-3(f)(4) FinRegulations anwenden und diesen Rechtsträger als nicht teilnehmendes Finanzinstitut (NPFFI) behandeln
  • Es wird im FF-Vertrag weites klargestellt, dass bei Zahlungen an „undocumented entity accounts or payees“, die dem FATCA Withholding unterliegen (FDAP US source income), auch Reporting Model 2 FFIs 30 % Strafsteuer gegenüber „als NPFFI zu behandelnden“ Kontoinhabern und Zahlungs-empfängern einzubehalten haben

    Beispiel: FATCA Withholding relevante (FDAP US source income) Zahlungen an einen Non-U.S. Rechtsträger (Bestandskunden), der gemäß öffentlich oder intern verfügbaren Informationen (z.B. ÖNACE-Codes) weder als FFI noch als Aktives sondern zunächst als Passives NFFE angesehen wird, von dem aber KEINE plausible Selbstauskunft (für aggregierte Kontostände über USD 1 Million immer notwendig) und Zustimmung zur Meldung eingeholt werden kann, dessen beherrschende Personen laut AML/KYC Kundendaten aber keine U.S. Personen sind (bzw. keine US Indizien aufweisen) 
  • FDAP (Non) US Zahlungen/Konten werden NICHT in der FATCA Meldung 2017 als Zahlungen an Non-Consenting U.S. Accounts im Pool gemeldet; vom „nicht ausreichend dokumentierten“ Rechtsträger gehaltene Finanzkonten scheinen in der FATCA Meldung nicht auf
  • VOR der Auszahlung von FDAP US source income an einen „undokumentierten Rechtsträger“ MUSS aber 30 % FATCA Withholding Tax einbehalten und der Steuereinbehalt und die Steuerabfuhr sodann auf Form 1042-S, 1042 an den IRS gemeldet werden (bis 15.03.20XX)

 

Ausblick 

Die Anforderungen für FATCA Withholding auf Bruttoerlöse (Gross Proceeds from the sale or other disposition of property of a type that can produce interest or dividends that are U.S. source FDAP income) werden ab 31.12.2018 im Kalenderjahr 2019 wirksam, ebenso gilt dies nach heutigem Stand für sog „Passthru Payments

Die konkrete weitere Vorgehensweise des IRS bei der Behandlung von Partnerjurisdiktionen mit abgeschlossenem bzw. ausverhandeltem aber lokal noch nicht umgesetzten IGAs (wie z.B. Serbien, oder Ukraine, Türkei etc.) ist immer noch offen.

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