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Baseler Ausschuss finalisiert die Basel III-Reformen

Basel III-Reformen

Am 7. Dezember 2017 veröffentlichte der Basler Ausschuss die Finalisierung der in Folge der globalen Finanzkrise eingeleiteten Basel III-Reformen zur Bankenregulierung. Diese Basel III-Reformen beinhalten zahlreiche Ansätze zum Kreditrisiko, CVA-Framework, operationellen Risiko, Leverage Ratio, Output Floor sowie Übergangsbestimmungen für die Implementierung der neuen Standards zwischen 2018 und 2027.

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Die Basel III-Reformen sind das zentrale Element der Antwort auf die globale Finanzkrise und dienen dem Ziel der Stärkung der Finanzstabilität durch adäquate Regulierung, Überwachung und Praktiken von Banken weltweit. Diese Reformen behandeln zahlreiche Schwachpunkte regulatorischer Rahmenbedingungen vor der Finanzkrise und legen regulatorische Grundpfeiler für ein robustes Bankensystem, welches in der Lage ist, die Realwirtschaft zu unterstützen und mittelfristig zu einem positiven und nachhaltigen Wirtschaftswachstum beizutragen. Dabei erfolgten zahlreiche Evaluierungen der Auswirkungen der Basel III-Reformen auf das Bankensystem und die Makroökonomie. Darauf aufbauend fokussierte sich der Basler Ausschuss nicht ausschließlich auf eine Erhöhung der gesamten Kapitalanforderungen, was sich in der Auslegung, der Kalibrierung und den Übergangsregelungen widerspiegelt. Im Rahmen des Kreditrisikos wurden Veränderungen beim Standardansatz vorgeschlagen, und bei internen ratingbasierten Ansätzen kam es zur Streichung des fortgeschrittenen IRB-Ansatzes für verschiedene Forderungsklassen, bei den Risikoparametern zur Spezifikation von Input-Floors und darüber hinaus zu diversen weiteren Anpassungen. Ebenfalls wurde ein Output Floor in Bezug auf Mindesteigenmittel für IRB-Modelle im Verhältnis zu Standardansätzen präsentiert. Die Leverage Ratio wurde – basierend auf der Vorgabe aus dem Jahre 2014 – am 1. Jänner 2018 implementiert (Umsetzung in Europa wird nicht vor 2019/2020 erwartet. Darüber hinaus wurde die Leverage Ratio um einen Puffer für global systemrelevante Banken und einer Verfeinerung des Leverage Ratio-Maßes erweitert.

Eines der Hauptaugenmerke der Basel III-Reform lag in der Reduktion der Unterschiede von risikogewichteten Aktiva (Risk Weighted Assets, RWA) der Banken. Aufgrund großer Unterschiede in der Berechnung der Mindesteigenmittel verloren Interessengruppen während der globalen Finanzkrise das Vertrauen in risikogewichtete Kapitalquoten. Eine vereinheitlichte Berechnungsmethode der RWA soll nun Transparenz und Vergleichbarkeit schaffen, um Interessengruppen eine zuverlässige Einschätzung des Risikoprofils zu ermöglichen und die Glaubwürdigkeit der RWA-Berechnung wiederherzustellen.

Dabei wurde die Robustheit und Risikosensitivität der Standardansätze für das Kreditrisiko und das operationellen Risiko erhöht, was eine bessere Vergleichbarkeit der Kennzahlen zur Folge hat. Ebenfalls wurde die Verwendung interner Methoden eingeschränkt. Des Weiteren wurden risikogewichtete Kapitalquoten mit einer finalisierten Leverage Ratio und Floors für interne Modelle mit einer Grenze von 72,5% der Standardansätze ergänzt.

Der Basler Ausschuss führte mit dem Ziel der zeitnahen nationalen Umsetzung Übergangsregelungen für die Implementierung der neuen Standards ein. Diese greifen bei der standardisierten Methode für Credit Risk, dem IRB-Framework, dem CVA-Framework, dem Framework für operationelles Risiko sowie der überarbeiteten Leverage Ratio und dem hierzu gehörigen Puffer für global systemrelevante Banken per 1. Jänner 2022. Der Output Floor wird stufenweise von 1. Jänner 2022 (50%) bis 1. Jänner 2027 (72.5%) implementiert.

Im Rahmen der Übernahme der neuen Bestimmungen in europäisches Recht skizzierte die Europäische Kommission das weitere Vorgehen. Es wird ein Impact Assessment der neuen Regeln auf die europäische Wirtschaft folgen. Nach derzeitigen Berechnungen wird ein Mehrbedarf an Eigenmitteln von etwa 13% geschätzt. Des Weiteren werden Konsultationen von Mitgliedsstaaten und Interessensgruppen durchgeführt werden.

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