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Banken müssen sich aufgrund geänderter Rahmenbedingungen immer häufiger mit der Frage auseinandersetzen, wie sie ihre Gesamtbanksteuerung weiterentwickeln können. Diese Entscheidung wird von vier wesentlichen Trends beeinflusst. Auch die geschäftspolitische Ausrichtung der Bank muss sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

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Sich stetig wandelnde geschäftspolitische Herausforderungen, novellierte regulatorische Anforderungen sowie die gestiegene Nachfrage des Regulators nach granularen Daten – diese Veränderungen stellen Institute zunehmend vor die Frage: Wie kann eine Weiterentwicklung der Gesamtbanksteuerung erfolgen? Insbesondere die effiziente, effektive und wertorientierte Umsetzung der unterschiedlichen, miteinander kommunizierenden Anforderungen sollte dabei im Fokus der Banken stehen.

Die Trends im Überblick

Grundsätzlich lassen sich im Rahmen der Weiterentwicklung der Gesamtbanksteuerung vier wesentliche Trends erkennen, die für Institute mit unterschiedlichen Konsequenzen verbunden sind.

  1. Es ist zu erwarten, dass die Komplexität der einzelnen regulatorischen Anforderungen nicht weiter zunimmt und über eine stärker greifende Proportionalität in Teilen sogar leicht rückläufig sein wird.
    Hier sind ua die überarbeitete Handelsbuchabgrenzung sowie die neuen regulatorischen Baseler-Standardansätze für die Eigenmittelhinterlegung zu nennen. Letztere Neuerung bildet gleichzeitig die Grundlage zur Berechnung des Output-Floors (Eigenmitteluntergrenze für mit internen Modellen berechneten Kapitalbedarf). Die Umsetzungen dieser regulatorischen Änderungen sind dabei unter Abwägung von Kosten-Nutzen-Aspekten sinnvoll in die Gesamtbanksteuerung zu integrieren.
  2. Die Nachfrage des Regulators nach granularen Daten steigt deutlich an.
    Aktuelle Bestrebungen und Anforderungen der laufenden Aufsicht und der Abwicklungsbehörden unterstreichen die gestiegene Nachfrage des Regulators nach granularen Daten. Die Datenabfragen beziehen sich dabei sowohl auf Transaktionen der Aktiv- als auch der Passivseite der Bankbilanz und werden, durch vom Regulator vorgegebene Templates, operationalisiert. Vielfach zeigen diese wiederkehrenden Datenabfragen den Instituten schmerzhaft bestehende Datenlücken auf. Diese müssen zur Beantwortung der regulatorischen Anfrage mit hohem manuellen Erstellungs- und Abstimmungsaufwand generiert werden.
  3. Das Zusammenwachsen der bilanziellen, regulatorischen und ökonomischen Sichtweisen ­schreitet massiv voran.
    Um die verschiedenen Sichtweisen in der Gesamtbanksteuerung zu verankern sind insbesondere konsistente Steuerungsinformationen über alle Themenfelder, Steuerungseinheiten und Hierarchien in Form einer einheitlichen Datenbasis erforderlich. Einerseits unterstützt diese Vereinheitlichung der Datengrund-lagen die konsistente Beantwortung der Datenabfragen des Regulators. Andererseits ist dies Ausgangspunkt einer effektiven Gesamtbanksteuerung und einer aussagekräftigen Berichterstattung (zB BCBS 239 – Grundsätze für die effektive  Aggregation von Risikodaten und die Risikoberichterstattung).
  4. Die Anzahl der in der Gesamtbanksteuerung zu berücksichtigenden Kennzahlen wird auch in der Zukunft weiter zunehmen.
    Das bereits seit längerem in der Bankenwelt etablierte Set an Kapital- und Liquiditätskennzahlen (zB CET1-Ratio, Leverage-Ratio, LCR, NSFR) wird um weitere regulatorische und institutsspezifische Kennzahlen des Risiko- und Geschäftsfeldcontrollings erweitert oder angepasst (zB Minimum Requirements on Own Funds and Eligible Liabilities/MREL, Interne normative Risikotragfähigkeit). Hinzu kommt die Anforderung einer Mehrjahresvorausschau und der Simulation der Kennzahlen unter diversen Stressannahmen. Dieses angewachsene Kennzahlen-Set muss von den Instituten zukünftig im Rahmen von Geschäftsentscheidungen antizipiert werden. Insbesondere steigt hieraus die Notwendigkeit, das so erweiterte Kennzahlensystem nicht nur in der operativen Steuerung zu berücksichtigen, sondern bereits in die strategische Planung miteinzubeziehen.

Die Herausforderungen für die Institute werden dadurch nicht geringer. Sie verlagern sich aber: Von der Implementierung einzelner komplexer regulatorischer Anforderungen hin zu der Integration der Vielzahl parallel zu betrachtenden Kennzahlen zu einem effizienten Steuerungs-Framework.

Viel zu tun

Für viele Banken wird die Weiterentwicklung der Methoden und Prozesse in der Gesamtbanksteuerung weiterhin Herausforderungen bringen.

Ebenso gefordert werden die Institute durch die geschäftspolitische Ausrichtung unter Beachtung dieser veränderten Rahmenbedingungen. Anhand einer gezielten Analyse gilt es daher, kurzfristig den aktuellen Reifegrad in der Gesamtbanksteuerung sowie mögliche Auswirkungen der Entwicklungen auf die implementierten Methoden und Prozesse zu evaluieren und erforderliche Anpassungen zu priorisieren. Dies versetzt Institute zudem in die Lagen, bestehende Synergien zwischen den einzelnen Entwicklungen zu identifizieren.

Insbesondere die zukünftige Gestaltung der Datenbevorratung wird eine zentrale, mehrjährige Umsetzungsaktivität von den Instituten sein. Beachtet werden müssen dabei die oben skizzierten Herausforderungen und anstehende regulatorische Weichenstellungen, die sich ua aus der AnaCredit-Verordnung und der Abwicklungsplanung ergeben.

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