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EZB veröffentlicht Ergänzung zum NPL-Leitfaden hinsichtlich eines Risikovorsorge-Backstops

Risikovorsorge-Backstops

Am 4. Oktober 2017 hat die EZB einen Entwurf für die Ergänzung zu ihrem Leitfaden für Banken zu notleidenden Krediten (Non-performing loans – NPL) veröffentlicht, welcher die aufsichtlichen Erwartungen bezüglich des Mindestmaßes an aufsichtlicher Risikovorsorge für neue notleidende Risikopositionen klarstellt. Zentraler Inhalt dieser Ergänzung ist die Forderung, dass Banken für den unbesicherten Teil neuer NPL spätestens nach 2 Jahren und für den unbesicherten Teil spätestens nach 7 Jahren eine vollständige Deckung aufweisen.

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Die Ergänzung ist wie der im März 2017 veröffentlichte Leitfaden für alle direkt von der EZB beaufsichtigten bedeutenden Institute von Bedeutung. Die beschriebenen aufsichtlichen Erwartungen gelten für alle Risikopositionen, die ab dem 1. Jänner 2018 neu als notleidend im Sinne der EBA-Definition einzustufen sind.

Die Erwartungen zur Risikovorsorge beruhen auf der Zeitspanne, über die eine Risikoposition als notleidend eingestuft ist, sowie auf vorhandenen Sicherheiten. Der unbesicherten Teil einer neuen notleidenden Risikoposition soll spätestens nach 2 Jahren vollständig gedeckt sein, während dies für den besicherten Teil spätestens nach 7 Jahren gilt. Dies wird insbesondere dann erforderlich sein, wenn nicht ausreichend Risikovorsorgen nach den Rechnungslegungsvorschriften gebildet werden. Die Implementierung soll dabei von der Klassifikation bis zur erforderlichen vollständigen Risikovorsorge linear bzw. graduell erfolgen, und nicht erst gegen Ende des Zeitfensters die Deckung abrupt erhöht werden.

Die Vorgaben sind nicht verbindlich, Abweichungen sollen allerdings der EZB gegenüber argumentiert werden. Sie können in aufsichtlichen Maßnahmen resultieren, wenn der Argumentation nicht gefolgt werden kann. Darüber hinaus soll mindestens einmal jährlich über die Einhaltung des Risikovorsorge-Backstops Bericht erstattet werden. Für manche Banken könnte die Anwendung der Ergänzung zu einer substantiellen Reduktion der verfügbaren regulatorischen Eigenmittel führen. Ebenso könnte die Berechnung der regulatorischen Eigenmittel in Zukunft noch stärker von den Meldebestimmungen zu Finanzinformationen abweichen. Die Konsultation zum Entwurf endete am 8. Dezember 2017.

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