IRRBB Guideline | KPMG | AT

EBA überarbeitet IRRBB Guideline und veröffentlicht Konsultationspapier

Financial Services News

Die EBA hat am 31. Oktober 2017 ihr finales Konsultationspapier zu den Leitlinien für die Steuerung des Zinsänderungsrisikos im Anlagebuch (IRRBB) veröffentlicht und überarbeitet damit die bisherige Version von Mai 2015.

Für den Inhalt verantwortlich

Senior Manager, Advisory

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

EBA veröffentlicht finales Konsultationspapier zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch (IRRBB)

Mit dem aktualisierten Guideline-Entwurf reagiert die EBA auf neue Erkenntnisse und Fortschritte bei der Regulierung der Säule II Risiken. Dabei hat man sich stark am BCBS Standard zu IRRBB von April 2016 orientiert.

Neben einer neuen Struktur („Übergeordnete“ und „Detaillierte“ Leitlinien wurden zusammengelegt) und der Überarbeitung zahlreicher Definitionen werden im finalen Konsultationspapier ua folgende qualitative Änderungen zu dem bestehenden EBA Leitlinien-Entwurf vorgeschlagen:

  • Berücksichtigung des Credit Spread Risikos im Anlagebuch (CSRBB) hinsichtlich Identifikation, Messung, Überwachung und Steuerung analog zum BCBS Standard
  • Detaillierte Vorgaben für die Kapitalallokation für IRRBB zur Vorsorge von ungünstigen Entwicklungen des wirtschaftlichen Wertes (Economic Value of Equity, EVE) und des Zinsergebnisses (Net Interest Income, NII) im Stressfall
  • Neue Richtlinien für eine angemessene Beurteilung der Zinsänderungsrisiken von neuen Produkten im Anlagebuch
  • Integration der im BCBS Standard vorgeschlagenen sechs Schockszenarien in den Outliertest

Institute müssen auch zukünftig mit dem sogenannten Outliertest, mindestens quartalsweise, die Effekte von Zinsveränderungen auf den EVE berechnen. Für den bereits bekannten 200-BP-Parallelschock soll nach wie vor der Schwellenwert von 20% der Eigenmittel bestehen bleiben. Basierend auf den Effekten aus den sechs Schockszenarien soll eine zusätzliche Grenze bei 15% des Tier-1-Kapitals als Frühwarnsignal eingeführt werden. Bei unterschreiten der Grenze muss künftig die zuständige Behörde verständigt werden, was dann zu einem intensiveren Dialog zwischen Institut und Aufsicht führen wird. Eine Erleichterung wird es für kleinere bis mittlere Institute (SREP Kategorie 3 und 4) geben. Sie sollen 6 Monate länger Zeit haben die neue Tier-1 Schwelle von 15% zu implementieren.

Um bei der Berechnung des EVE im Zuge des Outliertests institutsübergreifend vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, sollen künftig ua folgende Prinzipien eingehalten werden:

  • Alle zinssensitiven Instrumente, die nicht vom Eigenkapital abgezogen werden, sind in den Test einzubeziehen
  • CET-1 und andere dauerhafte Kapitalbestandteile ohne Kündigungsoption (perpetuals) sind zu exkludieren
  • Geschäfte im kleinen Handelsbuch sind mit einzubeziehen
  • Automatische Optionen und Verhaltensoptionen (zB vorzeitige Kreditrückzahlung) sind zu berücksichtigen
  • Tilgungen und Anpassung des Nominalwertes sowie Zinszahlungen sind mit anzusetzen 
  • Die erwarteten Cash-Flows aus leistungsgestörten Krediten (NPE) sind abzgl Risikovorsorge in die Berechnungen mit einzubeziehen
  • Produktspezifische Zinsuntergrenzen insbesondere bei Einlagen von Privatkunden müssen beachtet werden
  • Der Umgang mit Margen bzw anderen Spreadkomponenten muss klar dargelegt werden
  • Der Run-Off Balance Sheet Ansatz muss verwendet werden
  • Beim Zinsschock gilt eine Zinsuntergrenze von -1,5% (linearer Anstieg um +5 BP bis zum Floor von 0% bei 30 Jahren)
  • Materielle Währungen (größer 5% des Anlagebuchvolumens) sind getrennt voneinander mit der entsprechenden risikolosen Zinskurve (zB Swapkurve) zu berücksichtigen
  • Einlagen ohne spezifische Laufzeit (exkl Einlagen anderer Finanzinstitute) dürfen bis maximal 5 Jahre modelliert werden

Die EBA nimmt öffentliche Kommentare bis zum 31. Jänner 2018 entgegen. Anschließend soll die finale EBA Guideline zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften im Anlagebuch veröffentlicht werden. Die erarbeiteten Änderungen sollen mit 31. Dezember 2018 in Kraft treten.

 

EBA - Consultation

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden