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Insurance News: NaDiVeG - mehr als nur 7 Buchstaben

NaDiVeG - mehr als nur 7 Buchstaben

Mit dem NaDiVeG (Nachhaltigkeits-und Diversitätsverbesserungsgesetz) wurde die europäische „NFI-Richtlinie“ (2014/95/EU) in Österreich umgesetzt. Die Berichtspflichten im Bereich der nichtfinanziellen Informationen wurden damit für große Unternehmen von öffentlichem Interesse und durchschnittlich mehr als 500 Mitarbeitern erweitert.

Für den Inhalt verantwortlich

Senior Manager, Audit

KPMG Austria

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Wer ist betroffen? Wie und worüber muss berichtet werden?

Große Unternehmen, die von öffentlichem Interesse sind und im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen, müssen künftig (anzuwenden auf Geschäftsjahre die nach dem 31. Dezember 2016 beginnen) eine nichtfinanzielle Erklärung („NFI-Erklärung“) im Lagebericht mitaufnehmen (vgl. § 243b Abs. 1 UGB). Die nichtfinanzielle Erklärung umfasst Angaben zu Umwelt-, Sozial-und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung. Diese Angaben sollen die jeweiligen verfolgten Konzepte inklusive deren Ergebnisse, wesentliche Risiken und entsprechende abgeleitete Maßnahmen, sowie die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren beschreiben. Falls ein Unternehmen zu einem der geforderten Angaben kein Konzept verfolgt, so ist die Begründung klar zu erläutern (Prinzip: „comply or explain“) (vgl. § 243b Abs. 2 und 3 UGB).

Alternativ können diese wesentlichen nichtfinanziellen Informationen auch in einem gesonderten Bericht kommuniziert werden, welcher spätestens 9 Monate nach Bilanzstichtag offengelegt werden muss (vgl. § 243b Abs. 6 UGB).

Eine Befreiung von der Pflicht zur Aufstellung einer NFI-Erklärung gilt für Gesellschaften, welche in den Konzernlagebericht oder gesonderten konsolidierten nichtfinanziellen Bericht ihrer Muttergesellschaft einbezogen werden (vgl. § 243b Abs. 7 UGB).

Darüber hinaus sind Unternehmen, die einen Corporate Governance Bericht erstellen, zusätzlich verpflichtet diesen um Angaben zum Diversitätskonzept zur Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats bezüglich Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund zu erweitern (vgl. § 243c Abs. 2 UGB)

Auf welche Rahmenwerke können sich Unternehmen stützen?

Bei der Bereitstellung dieser Informationen können sich Unternehmen auf nationale, unionsbasierte oder internationale Rahmenwerke stützen (vgl. § 243b Abs. 5 UGB). Die NFI-Richtlinie führt mehrere Rahmenwerke für die Berichterstattung an:

  • unionsbasierte Rahmenwerke 
    • Umweltmanagement-und -betriebsprüfungssystem (EMAS)
  • internationale Rahmenwerke 
    • Global Compact der Vereinten Nationen
    • Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte der Vereinten Nationen
    • Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für multinationale Unternehmen
    • Norm der Internationalen Organisation für Normung ISO 26000
    • Trilaterale Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation zu multinationalen Unternehmen und zur Sozialpolitik
    • Global Reporting Initiative (GRI).

Ist die NFI-Erklärung einer externen Prüfung zu unterziehen?

Eine inhaltliche Prüfung der Angaben durch einen externen Prüfer ist nicht vorgeschrieben. Vom Abschlussprüfer ist allerdings zu prüfen, ob die nichtfinanzielle Erklärung oder der gesonderte nichtfinanzielle Bericht aufgestellt wurde. Der Aufsichtsrat hat die Erklärung (analog dem Jahresabschluss bzw. Corporate-Governance-Bericht) zu prüfen.

Eine gesonderte, freiwillige externe Prüfung der nichtfinanziellen Erklärung bringt vielerlei Vorteile für das Unternehmen, u.a. hinsichtlich der Glaubwürdigkeit gegenüber den Stakeholdern sowie der Optimierung und Weiterentwicklung der Berichtssysteme und -prozesse. Sollten Sie Interesse an einer freiwilligen Prüfung ihrer NFI-Erklärung haben, wenden Sie sich bitte an Ihren KPMG-Ansprechpartner.

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