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Insurance News: Artikel 11-Bericht – Neues für den Prüfungsausschuss

Neues für den Prüfungsausschuss

Durch die EU-Audit-Reform ergeben sich für die Jahres- und Konzernabschlussprüfungen von ‚Public Interest Entities‘ auch Änderungen in der Berichterstattung des Abschlussprüfers: Neben der Darstellung so genannter ‚Key-Audit-Matters‘ im Bestätigungsvermerk soll der Artikel 11-Bericht dem Prüfungsausschuss stärkeren Einblick in die Organisation und Durchführung der Abschlussprüfung geben und ihn so in der Wahrnehmung einer seiner Aufgaben – der Überwachung der Abschlussprüfung – unterstützen.

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Die EU-Abschlussprüferverordnung (EU-VO 537/2014) bringt neben Bestimmungen zu Auswahl, Rotation und Beaufsichtigung des Abschlussprüfers zusätzliche Neuerungen im Bereich der Berichterstattung über die Prüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen mit sich. So werden einerseits die Inhalte des Bestätigungsvermerks erweitert, andererseits wird eine zusätzliche, standardisierte Berichterstattung an den Prüfungsausschuss in Form des Artikel 11-Berichts eingerichtet.

Inhalte des Berichts

Die Inhalte des Berichts wurden in der Abschlussprüferverordnung festgelegt und im Fachgutachten PG 4 des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der Kammer der Wirtschaftstreuhänder konkretisiert. Demnach wird ein Aufbau des Berichts nach den folgenden Teilbereichen empfohlen:

  • Angaben zur Organisation und Durchführung der Prüfung:
    Einzugehen ist unter anderem auf den Zeitplan der Prüfung, die verwendete Wesentlichkeit sowie die Prüfungsmethodik und Verantwortlichkeiten im Zuge der Prüfung. Dieser Abschnitt des Berichts soll dem Prüfungsausschuss einen Überblick über die Prüfungsschwerpunkte bieten sowie Erkenntnisse darüber liefern, inwieweit systemorientiert oder auf Basis von Detailprüfungshandlungen geprüft wurde, ob externe Sachverständige oder netzwerkfremde Prüfer eingebunden wurden und wie die Aufgabenverteilung im Falle eines Joint-Audits vorgenommen wurde.
  • Angaben zur Unabhängigkeit:
    Neben einer Erklärung zur Einhaltung der Unabhängigkeitsbestimmungen, sind hier auch die vom Abschlussprüfer oder Mitgliedern seines Netzwerks erbrachten Steuerberatungs- und Bewertungsleistungen anzuführen und deren Auswirkung auf den geprüften Abschluss zu erläutern.
  • Sonstige Berichtspflichten:
    Die sonstigen Berichtspflichten umfassen eine Aussage des Abschlussprüfers zu den angewandten Bewertungsmethoden und zum Konsolidierungskreis bei Konzernabschlussprüfungen sowie die bereits bisher in ISA 260 normierten Kommunikationspflichten mit den für die Überwachung des Unternehmens Verantwortlichen. Darunter fallen insbesondere Aussagen zur Annahme der Unternehmensfortführung, zu festgestellten bedeutsamen Mängeln im rechnungslegungsbezogenen IKS oder sonstigen Unrichtigkeiten und Verstößen sowie zu Schwierigkeiten, die während der Prüfung aufgetreten sind.

Anwendungsbereich

Der Artikel 11-Bericht ist aufgrund des Anwendungsbereichs der Abschlussprüferverordnung im Zuge der Prüfung all jener Unternehmen zu erstatten, die unter die Definition einer Public-Interest-Entity (PIE) nach § 189a Z1 UGB fallen. Im Zuge der nationalen Umsetzung der EU-Audit Reform wurde die Pflicht zur Erstellung eines Artikel 11-Berichts zusätzlich auf fünffach große Gesellschaften, bei denen ein Aufsichtsrat einzurichten ist, ausgeweitet.

Für den Versicherungsbereich wird daher weitestgehend mit einer Artikel-11-Berichterstattung zu rechnen sein. Eine Ausnahme besteht lediglich für Versicherungsvereine, deren Gegenstand auf die Vermögensverwaltung beschränkt ist, sowie Privatstiftungen nach § 66 Abs 1 VAG, da die Bestimmungen für Unternehmen von öffentlichem Interesse für sie gemäß § 136 Abs 1 Z 4 VAG nicht anzuwenden sind und sie auch von der nationalen Ausweitung der Berichtspflicht im AktG bzw. GmbHG nicht betroffen sind.

Der Artikel 11-Bericht ist spätestens zum Zeitpunkt der Erteilung des Bestätigungsvermerks zu datieren. Ist bei den betroffenen Unternehmen unter Inanspruchnahme von Befreiungsbestimmungen kein Prüfungsausschuss eingerichtet, ist der Bericht an den Aufsichtsrat oder an ein dem Aufsichtsrat gleichwertiges Gremium zu richten.

Verfasser: Manuela Mayer

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