Fuhrpark der Zukunft

Fuhrpark der Zukunft

Unter dem Schlagwort „ökologische Steuerreform“ wurden mit der am 1. Jänner 2016 in Kraft getretenen Steuerreform 2015/16 im EStG und UStG neue Bestimmungen im Zusammenhang mit Kraftfahrzeugen geschaffen

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Elektroauto

Diese sollten nicht außer Acht gelassen werden. Der Umstieg auf alternative Energien wirkt sich positiv auf die Umwelt aus und bringt zudem Steuervorteile – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Abgaben senken

Stellt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein Kfz (zB Pkw, Kombi, Fiskal-Lkw oder Motorrad) zur Privatnutzung zur Verfügung, führt dies zu einem lohnwerten Vorteil des Arbeitnehmers aus dem Dienstverhältnis (Sachbezug Pkw). Dieser Vorteil erhöht nicht nur die Bemessungsgrundlage für Lohnsteuer und die Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozialversicherung, sondern erhöht auch die Lohnnebenkosten des Dienstgebers (Arbeitgeber-Beiträge zur Sozialversicherung, DB, DZ, KommSt, BMVK, IESG). Durch Verwendung von Kfz mit geringen CO2-Emissionswerten – idealerweise Elektroautos ohne CO2-Ausstoß – können die Abgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber für die Privatnutzung des arbeitgebereigenen Kfz erheblich gesenkt werden.

Maßgeblich für die Höhe des zu versteuernden Pkw-Sach-
bezuges ist – neben den Anschaffungskosten des Kfz und dem Ausmaß der Privatnutzung – seit 1. Jänner 2016 – auch die Höhe des CO2-Ausstoßes.

  • Die Grundregel ist: Der Sachbezug beträgt 2 Prozent der Anschaffungskosten des Pkw (inkl USt und NoVa); maximal sind EUR 960 als Sachbezug anzusetzen. 
  • Für Fahrzeuge mit 0 Gramm CO2-Emission (Elektroautos) ist kein Sachbezug (bzw ein Sachbezugswert von null) anzusetzen.
  • Lediglich 1,5 Prozent der Anschaffungskosten, maximal EUR 720, sind als Sachbezug anzusetzen, wenn im Jahr der Anschaffung folgende CO2-Grenzwerte (gemäß Einzel- oder Typengenehmigung gem Kraftfahrgesetz 1967 bzw EG-Typengenehmigung) nicht überschritten werden:

Jahr der Grenzwert der CO2-Emission
Anschaffung pro Kilometer
2016 und davor 130 g
2017 127 g
2018 124 g
2019 121 g
ab 2020 118 g

Liegen keine Informationen über die Höhe des CO2-Ausstoßes vor, ist der Sachbezug mit 2 Prozent der Anschaffungskosten zu bemessen.

  • Übersteigt das Ausmaß der Privatnutzung monatlich im Durchschnitt 500 km nicht, ist nur der halbe Sachbezugswert anzusetzen. Ergibt sich dabei ein Betrag von weniger als der Hälfte des halben Sachbezugswertes, können auch EUR 0,67 (Kfz mit 2 Prozent Sachbezug) bzw EUR 0,5/km (Kfz mit 1,5 Prozent Sachbezug) angesetzt werden (mit Chauffeur: EUR 0,96 bzw EUR 0,92).

Was man noch wissen sollte:

  • Mit dem Sachbezugswert sind alle geldwerten Vorteile, die sich aus der Privatnutzung des Pkw ergeben, abgedeckt, so zB auch das unentgeltliche Aufladen des Elektroautos beim Arbeitgeber. (Werden hingegen dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber die Treibstoff-/Stromkosten ersetzt, handelt es sich um einen weiteren lohnwerten Vorteil.)
  • Der Sachbezugswert ist um Kostenbeiträge des Arbeitnehmers (Ausnahme: Treibstoffkosten) zu mindern. 
  • Pool-Fahrzeuge: Bei Berechnung des Sachbezugswertes sind die Durchschnittswerte der Anschaffungskosten aller Fahrzeuge und der auf die Fahrzeuge anzuwendenden Prozentsätze anzusetzen. Wird die relevante CO2-Emissionsgrenze nur von einem der benützten Pkw überschritten, liegt der maximale Sachbezug nicht mehr bei EUR 720, sondern bei EUR 960.

Umsatzsteuer

a) Vorsteuerabzug für Elektroautos
Von Ausnahmen abgesehen (insbesondere der sog „Fiskal-Lkw“) steht für Leistungen im Zusammenhang mit Pkw kein Vorsteuerabzug zu. Elektroautos hingegen berechtigen seit 1. Jänner 2016 – freilich nach Maßgabe der allgemeinen Regeln (steuerpflichtiger Unternehmer, ordnungsgemäße Rechnung etc) – zum Vorsteuer-Abzug.

Unterstellt man eine ausschließliche unternehmerische Nutzung des E-Autos, ergeben sich folgende Konsequenzen für den Vorsteuer-Abzug:

  • Anschaffungskosten bis EUR 40.000 (ertragsteuerliche „Luxustangente“): Der volle Vorsteuer-Abzug steht zu.
  • Anschaffungskosten zwischen EUR 40.000 und EUR 80.000: Zunächst steht der volle Vorsteuer-Abzug zu. Soweit die ertragsteuerliche Angemessenheitsgrenze von EUR 40.000 überschritten wird, ist jedoch ein Eigenverbrauch der Umsatzsteuer zu unterwerfen.
  • Anschaffungskosten über EUR 80.000: Wegen der überwiegenden ertragsteuerlichen Nichtabzugsfähigkeit sind die Aufwendungen iZm mit dem Pkw gänzlich vom Vorsteuer-Abzug ausgeschlossen.

b) Umsatzsteuerliche Folgen der Einräumung eines Sachbezuges Pkw
Wird dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber die Möglichkeit der Privatnutzung eines Firmen-Pkw eingeräumt, wird ein tauschähnlicher Umsatz unterstellt. Es kommt zum Tausch der Arbeitsleistung gegen die Pkw-Nutzung, die als umsatzsteuerpflichtige langfristige Vermietung von Beförderungsmitteln qualifiziert wird.

Bei nicht zum Vorsteuer-Abzug berechtigenden Pkw geht die Finanzverwaltung davon aus, dass die Überlassung des Pkw an den Arbeitnehmer zur Privatnutzung nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Konnte für das Kfz hingegen ein Vorsteuer-Abzug geltend gemacht werden, unterliegt der Sachbezug in Österreich der Umsatzsteuer. Als Bemessungsgrundlage sind nach Ansicht der Finanzverwaltung die Werte laut Sachbezugswerte-VO heranzuziehen (auch hier gilt: niedrigerer CO2-Emissionswert führt zu geringerer Abgabenbelastung).

Im Fall der Überlassung von Elektroautos zur Privatnutzung folgt daraus: keine Umsatzsteuer aufgrund einer Bemessungsgrundlage von EUR 0. Im Ergebnis kommt es daher bei Elektroautos zu keiner Umsatzbesteuerung aufgrund der Privatnutzung des Pkw durch den Mitarbeiter.
Muss der Arbeitnehmer hingegen ein (anteiliges) Entgelt für die Überlassung des Pkw leisten („Kostenbeiträge“), fällt insoweit auch Umsatzsteuer an.

NoVa und motorbezogene Versicherungssteuer

Die Zulassungspflicht für ein Kfz im Inland löst die Verpflichtung zur Leistung der Normverbrauchsabgabe (NoVa) sowie der motorbezogenen Versicherungssteuer aus.

a) NoVa

  • Von der NoVa befreit sind Elektroautos („nur elektrisch oder elektrohydraulisch angetriebene Kfz“)
  • Zudem hängt die Höhe der NoVa wegen der Berechnungsformel für den Steuersatz maßgeblich von der Höhe des CO2-Ausstoßes ab (Ausnahme Motorräder: Steuersatz bestimmt sich nach dem Hubraum). Ein höherer
    CO2-Emissionswert hat eine höhere NoVa zur Folge.

b) Motorbezogene Versicherungssteuer

Die Höhe der motorbezogenen Versicherungssteuer hängt von der Leistung des Verbrennungsmotors in kW ab (Ausnahme Krafträder: Steuersatz bestimmt sich nach dem Hubraum). Für Elektroautos ohne Verbrennungsmotor entfällt daher die Steuerpflicht.

 

E-Mobility – die betriebliche Nutzung von Elektroautos bringt in vielen Bereichen abgabenrechtliche Vorteile:

  • Das Kfz berechtigt zum Vorsteuer-Abzug
  • Bei Überlassung an den Arbeitnehmer beträgt die Lohnsteuer auf den Sachbezugswert ebenso wie die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer auf den Leistungsaustausch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber 0
  • Es fallen weder NoVa noch motorbezogene Versicherungssteuer an

Doch auch bei Kfz mit Verbrennungsmotoren wirkt sich eine Berücksichtigung ökologischer Aspekte – in Form niedriger CO2-Emissionswerte – steuerlich positiv aus:

  • Ein niedriger CO2-Ausstoß führt zu einer niedrigen NoVa
  • Da die NoVa in die für die Ermittlung des lohnsteuerlichen Sachbezugswertes relevanten Anschaffungskosten miteinzubeziehen ist, entsteht eine Art Kaskadenwirkung: 
    • Die niedrigere NoVa führt zu einer niedrigeren Bemessungsgrundlage für den Sachbezug Pkw
    • Die Berechnung des Sachbezugswertes kann bei einem niedrigen CO2-Emissionswert mit 1,5 statt 2 Prozent vorgenommen werden
    • Der niedrigere Sachbezugswert bedeutet für den Arbeitnehmer eine niedrigere Lohnsteuer und geringere ­Sozialversicherungsbeiträge, für den Arbeitgeber niedrigere Lohnnebenkosten und Arbeitgeberbeiträge zur SV
    • Außerdem führt der niedrigere Sachbezugswert – im Falle eines zum Vorsteuer-Abzug berechtigenden Kfz – zu einer geringeren Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer aufgrund der Überlassung des Pkw an den Arbeitnehmer

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