Tax News: Der Beschäftigungsbonus ist da

Beschäftigungsbonus

Der Beschäftigungsbonus räumt Unternehmen, die ab dem 1. Juli 2017 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, einen 50 %-igen Zuschuss zu den Lohnnebenkosten über die Dauer von bis zu drei Jahren ein. Der Antrag auf den Beschäftigungsbonus, für den die budgetären Mittel mit 2 Milliarden Euro begrenzt sind, ist unter Einbindung eines Wirtschaftstreuhänders binnen 30 Kalendertagen nach Arbeitsbeginn zu stellen.

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In unserem Tax Flash 6/2017 haben wir darüber berichtet, dass der Nationalrat am 29.06.2017 eine Änderung des Austria Wirtschaftsservice-Gesetzes und eine Neuregelung im Einkommensteuergesetz über die Steuerfreiheit des Beschäftigungsbonus beschlossen hat bzw der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft im Einvernehmen mit dem Bundeskanzler und dem Finanzminister mittels Verordnung eine Richtlinie (Sonderrichtlinie „Beschäftigungsbonus“ idF vom 29.06.2017) erlassen hat.

Der Beschäftigungsbonus wird grundsätzlich allen Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich eingeräumt.1 Nicht förderungsfähig sind jedoch Unternehmen, die missbräuchlich zur Umgehung der Förderbestimmungen errichtet bzw umgegründet wurden oder werden sowie zu demselben Zweck Organisationsänderungen bzw Personalverschiebungen innerhalb eines Konzernverbundes durchführen.

Der Bonus in Form des Ersatzes von 50 % der Lohnnebenkosten (zirka 30,5 % der Bruttobezüge2) wird im Nachhinein ausgezahlt, wenn der Mitarbeiterstand durch Einstellung einer ehemals arbeitslos gemeldeten Person, eines Bildungsabgängers oder eines Jobwechslers erhöht wird. Ausgangsbasis für die Beurteilung des Mitarbeiterstandes ist dabei der so genannte Referenzwert, das ist der höchste Mitarbeiterstand an fünf Stichtagen vor der Einstellung der ersten Arbeitskraft, für die der Bonus beantragt wird.

Der Beschäftigungsbonus ist insoweit gedeckelt, als lediglich 50 % jener Lohnnebenkosten ersetzt werden, die bis zu Höchstbeitragsgrundlage (Wert 2017: EUR 69.720,00) bemessen werden, und ist steuerfrei, ohne dass die Abzugsfähigkeit der damit zusammenhängenden Betriebsausgaben wegfällt. 

Zur Verdeutlichung des Förderungsausmaßes dient nachstehendes Rechnungsbeispiel:

  • Einstellung des Arbeitnehmers am 07.08.2017 mit einem Bruttobezug iHv EUR 3.000,00 (Grafik siehe PDF3)

Die Beantragung der Förderung muss unter Einbindung eines Wirtschaftsprüfers oder Steuerberaters erfolgen. Dieser muss den Antrag mitunterfertigen und die Förderungsfähigkeit des Unternehmens sowie die Korrektheit der angegebenen Beschäftigtenstände bestätigen.

Die Details zum Verfahren auf Erlangung des Beschäftigungsbonus entnehmen Sie bitte dem KPMG Tax Flash vom 06/2017.

Im Zusammenhang mit der Antragstellung wird darauf hingewiesen, dass der Bund bzw das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sich ausdrücklich vorbehält, Förderzusagen erst nach Vorliegen einer Rückantwort der Europäischen Kommission zum Beschäftigungsbonus abzugeben.

1 Ausgenommen sind hingegen staatliche Unter-nehmen die von der Statistik Austria als „staatliche Einheit“ mit der Kennung S.13 geführt werden (eine Liste dieser Unternehmen finden Sie hier) insofern sie nicht marktwirtschaftlich tätig sind.

2 Der Zuschlag zum DB (DZ) ist bundesländerweise unterschiedlich hoch. Außerdem sind die Sozialversicherungsbeiträge für Sonderzahlungen etwas niedriger als für laufende Bezüge.

3 Bei dieser Berechnung wurden die schrittweise Absenkung des Dienstgeberbeitrags zum FLAF (DB) und die nach der Richtlinie zum Beschäftigungsbonus anzusetzende pauschale Bezugserhöhung von 2 % pa nicht berücksichtigt.

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