BCBS Konsultationspapier: Erleichterungen bei der Berechnung der Kapitalanforderungen für das Marktrisiko

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Einfachere Alternative zum Standardansatz zur Berechnung der Kapitalanforderungen für das Marktrisiko

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Mit 2019 nähert sich das Ende der Implementierungsfrist der neuen Kapitalanforderungen für Marktpreisrisiken. Das Thema ist aus der Historie heraus auch unter dem Synonym FRTB (Fundamental Review of the Trading book) bekannt und wird mit dem im November 2016 als Entwurf veröffentlichten Reformpaket zur Überarbeitung der CRD / CRR voraussichtlich 2017 als EU-Gesetz verabschiedet.

Die Berechnung der Kapitalanforderungen für Marktpreisrisiken nach dem Standardansatz (SA) wurde fundamental überarbeitet. Die deutliche erhöhte Risikosensitivität soll eine Alternative für interne Modelle darstellen. Zudem gilt der neue SA als Fallback für interne Modelle (IMA) und soll ein transparentes, konsistentes und insbesondere unter Banken vergleichbares Reporting des Marktrisikos ermöglichen.

Die Hauptkomponente des SA ist die sensitivitätsbasierte Methode (SbM) welche ein Rahmenwerk zur einheitlichen Anwendung auf unterschiedliche Banken und Jurisdiktionen bildet und gleichzeitig die Risikosensitivität großer, international aktiver Banken berücksichtigt. Laut Basler Ausschuss könnte die SbM aufgrund ihrer Komplexität mögliche Implementierungshürden (z.B. für kleinere Banken mit nur sehr geringer Handelsaktivität und begrenzter Infrastruktur) beinhalten und erscheint deshalb nicht für alle Banken angemessen. Aus diesem Grund stellt der Basler Ausschuss für weniger komplexe Institute eine alternative vereinfachte Version der SbM, die reduzierte sensitivitätsbasierende Methode (R-SbM) vor. Diese adressiert Implementierungshürden bei kleineren Instituten mit einfachen Handelsbüchern.

Für Banken die die R-SbM anwenden berechnet sich die Kapitalanforderung für das Marktrisiko aus der Summe der drei Komponenten (i) Risikoaufschlag aus R-SbM (wie in diesem Konsultationspapier vorgeschlagen); (ii) Default Risk Charge (unverändert); (iii) Residual Risk Add-on (unverändert)

Die vorgeschlagene R-SbM schafft u.a. folgende signifikante Vereinfachungen:

  • Beseitigung der Kapitalanforderung für Vega und Curvature Risk 
  • Vereinfachung der Berechnung des Basisrisikos
  • Reduktion der Granularität der Risikofaktoren und der Korrelationsszenarien

Um Cherry Picking zu vermeiden, sollen nur Banken die spezielle qualitative und quantitative Kriterien erfüllen, die R-SbM anwenden dürfen:

  • Die Bank darf kein G-SIB oder D-SIB sein
  • Die Bank darf keine Optionen zeichnen
  • Die Bank darf auf keinem einzigen Handelstisch ein internes Modell anwenden
  • Die gehandelten Aktiva und Passiva plus der Fair Value aller Derivate darf nicht größer als EUR 1 Mrd. sein
  • Die RWAs aus dem Marktrisiko (nach R-SbM) müssen kleiner als 5% der gesamten RWAs sein
  • Die Bank darf kein Correlation Trading Portfolio halten

Der Basler Ausschuss nimmt öffentliche Kommentare zum neuen Ansatz bis zum 27. September 2017 entgegen. Anschließend soll ein finaler, überarbeiteter Standard veröffentlicht werden.

 

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