Sanierungs- und Abwicklungspläne | KPMG | AT

Anwendung vereinfachter Anforderungen für die Erstellung von Sanierungs- und Abwicklungsplänen

Financial Services News

EBA veröffentlicht Konsultationspapier über die Voraussetzungen für die Anwendung vereinfachter Anforderungen für die Erstellung von Sanierungs- und Abwicklungsplänen

Für den Inhalt verantwortlich

Manager, Advisory

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Rechtliche Grundlagen

Unter Berücksichtigung der potentiellen nachteiligen Auswirkungen, die der Ausfall eines Instituts auf die Finanzmärkte, auf andere Institute, die Refinanzierungsbedingungen oder die Gesamtwirtschaft hätte, liegt es im Ermessen der zuständigen Behörden und Abwicklungsbehörden, vereinfachte Anforderungen zu bewilligen. Die für die Beurteilung dieser Frage relevanten Kriterien sind in Art. 4 Abs. 1 der BRRD genannt, und umfassen u.a. die Größe des Instituts, systemrelevante Verflechtungen, Umfang und Komplexität der Geschäftsbereiche, das Risikoprofil und die Eigentümerstruktur.

Vereinfachte Anforderungen können den Inhalt und Detaillierungsgrad der zu erstellenden Sanierungs- und Abwicklungspläne, die Häufigkeit der Aktualisierung dieser Pläne sowie auch den Detaillierungsgrad für die Bewertung der Abwicklungsfähigkeit betreffen. Ein gänzlicher Verzicht auf die Erstellung solcher Pläne ist allerdings nicht möglich.

Konsultationspapier

Das im Mai veröffentlichte Konsultationspapier der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) setzt an dieser Stelle an und definiert gem. Art. 4 Abs. 6 der BRRD technische Regulierungsstandards (RTS) zur Festlegung der Voraussetzungen für die Anwendung vereinfachter Anforderungen für die Erstellung von Sanierungs- und Abwicklungsplänen.

Demnach sollen zuständige Behörden und Abwicklungsbehörden bei der Bewilligung vereinfachter Anforderungen einem zweistufigen Schema folgen:

  • In einem ersten Schritt sollen Institute ausgewählt werden, die eine Reihe an quantitativen Kriterien erfüllen. Diese Kriterien umfassen die Größe, Verflechtungen, Umfang und Komplexität, sowie Art der Geschäftstätigkeit des Institutes. Das Bewertungsschema ist hier analog zur Methodik für die Identifizierung der „Anderen systemisch wichtigen Institute“ (O-SII).
    Aus den Einzelbewertungen wird eine Gesamtwertung für jedes Institut errechnet. Liegt diese Gesamtwertung unter dem von der EBA definierten Schwellwert, wird die Beurteilung in einem zweiten Schritt fortgesetzt. Um auch Sonder- und Ausnahmefälle ausreichend zu berücksichtigen, findet sich im RTS eine taxative Aufzählung der im ersten Schritt anwendbaren Ausschlusskriterien.
  • Im zweiten Schritt wird von den zuständigen Behörden und Abwicklungsbehörden geprüft, ob die im ersten Schritt ausgewählten Institute auch die qualitativen Kriterien erfüllen. Diese umfassen die Beteiligungsstruktur, die Rechtsform, den Rechtsstatus, die Mitgliedschaft in einem institutsbezogenen Sicherungssystem bzw. anderen Systemen der wechselseitigen Solidarität, die etwaige Erbringung von Wertpapierdienstleistungen oder die Ausübung anderer Anlagetätigkeiten sowie das Risikoprofil des jeweiligen Instituts. Für die Bewertung der qualitativen Kriterien findet sich im RTS eine Reihe an Erwägungen, die die Behörden zumindest berücksichtigen sollten. 

Konsultationsprozess

Für die öffentliche Konsultation ist eine Frist von drei Monaten angesetzt, nach welcher der überarbeitete RTS der Europäischen Kommission zur Bewilligung vorgelegt wird, bevor er im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wird.

 

EBA - Consultation Paper

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden