Insurance News: Insurance Distribution Directive

Insurance Distribution Directive

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Im Februar 2018 ist es soweit: Die Insurance Distribution Directive (IDD) tritt in Kraft und bringt eine Revolution für den Vertrieb von Versicherungsprodukten in Europa. Bis dahin müssen alle Überlegungen abgeschlossen und die notwendigen Maßnahmen umgesetzt sein, um in allen relevanten Handlungsfeldern richtliniengetreu zu agieren.

Betroffen sind der Produktentwicklungs- und der kundenspezifische Beratungsprozess, aber auch die Qualifikation des Vertriebs sowie die Vergütung und Incentivierung. 

Herausforderungen

Mit 23.02.2018 muss die Versicherungsvertriebsrichtlinie oder auch IDD (Insurance Distribution Directive) genannt, mit all ihren Kerninhalten rund um das Thema Versicherungsvermittlung EU-weit in nationale Materiengesetze umgesetzt und in Kraft getreten sein.

Das Spektrum der Regelungsinhalte der IDD ist sehr breit gefächert und betrachtet das Thema der Versicherungsvermittlung in einem ganzheitlichen Ansatz. Während der Anwendungsbereich über jede Form des Vertriebs von Versicherungs- und Rückversicherungsprodukten geht, sind auch die inhaltlichen Komponenten der IDD ausgedehnt auf die unterschiedlichsten Facetten des Versicherungsvertriebs, beginnend bei Produktregulierung, Weiterbildung und Beschwerdemanagement bis hin zu Beratung und Vergütung.

In Österreich ist zu erwarten, dass es kein eigenes Gesetz zur Umsetzung der IDD geben wird als vielmehr eine Änderung bzw. Novellierung zahlreicher bereits bestehender Materiengesetze (VersVG; GewO; MaklerG; BWG; usw.). Durch den Richtlinien-Charakter sind dem nationalen Gesetzgeber noch gewisse Regelungsspielräume in der Umsetzung überlassen, nichtsdestotrotz gibt die IDD bereits einen sehr klaren Mindeststandard vor und lässt an den definierten Handlungsfeldern keinen Zweifel offen.

Die Versicherungswirtschaft steht vor der Herausforderung bereits mit Ende Februar 2018 zahlreiche Neuerungen in ihren Geschäftsprozessen berücksichtigt und implementiert zu haben. Durch den Eingriff der IDD in das tatsächliche Kerngeschäft einer Versicherung sind in dieser Umstellungsphase neben der gesetzlich geforderten Compliance auch die Sicherstellung funktionierender Strukturen und guter Kundenbeziehungen maßgebliche und herausfordernde Einflussfaktoren.

Kernthemen

Die Kernthemen der IDD stellen sich –schlagwortartig abgebildet - wie folgt dar:

  • Berufszugang
    • Haftpflicht / Deckungsgarantien für Versicherungsvermittler
    • Weiterbildungsverpflichtung für Versicherungsvermittler bzw. für den Vertrieb verantwortliche Personen
    • Anerkennung von Qualifikationen
    • Registrierungspflicht (einschl. Einrichtung eines zentralen elektronischen Registers für Versicherungsvermittler durch die EIOPA)
  • Berufsausübung
    • Vergütung (zB Verpflichtung zur Offenlegung von Interessenskonflikten, Offenlegung der Gesamtkosten bei anlagenbasierten Produkten bzw. von Art und Quelle der Vergütung bei nicht-anlagebasierten Produkten)
    • Cross-Selling
    • Beratungsfreier Verkauf (Wunsch- und Bedürfnistest)
    • Etablierung von Produktinformationsblättern
  • Vertrieb von PRIIPS (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products)
    • Beratungsprotokoll inkl. Eignungstest

Handlungsfelder

Aus den Anforderungen der IDD können vier konkrete Handlungsfelder abgeleitet werden, die den Rahmen für die Projektarbeit setzen:

  • Produkt
    • Flächendeckender Produktenwicklungsprozess inkl. transparenter Zielmarktdefinition für den Vertrieb
    • Regelmäßiger Review aller Produkte, insbesondere hinsichtlich der Risiken im Zielmarkt
    • Eindeutige und klare Kundenunterlagen, insbesondere bei Versicherungsanlageprodukten und der Kennzeichnung von Marketingunterlagen
  • Beratungsprozess
    • Transparente Information des Kunden in Bezug auf Beratungsleistung bzw. auf Beratungsmöglichkeit
    • Aufnahme und Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse des Kunden unabhängig von Beratung
    • Sicherstellung der Informations- und Dokumentationspflichten bei allen Vertriebswegen
    • Transparente Beratung und Informationen bei Kopplungs-Bündelungsprodukten
  • Vergütung und Incentivierung
    • Vergütungen/Provisionen, die das Kundeninteresse nicht beeinflussen
    • Offenlegung von Vergütungen bei allen Vertriebswegen für alle Produkte
    • Regelungen und Prozesse, die eine faire Kundenbehandlung ermöglichen und entsprechende Interessenskonflikte vermeiden
  • Qualifikation
    • Sicherstellung erweiterter Registrierungs-, Leumunds- und Qualifikations- sowie Weiterbildungsanforderungen
    • Regelmäßige Überprüfung des Leumunds, der Qualifikation und Weiterbildung

Beratung aus erster Hand

Mit den Erfahrungen aus der Umsetzung von IDD-Projekten bei Versicherungsunternehmen in ganz Europa unterstützen Sie unsere Experten bei der Ist-Aufnahme, der Definition des Soll-Zustandes, der Identifikation von Gaps und der Konzeption des Umsetzungsprojektes bis zur tatsächlichen Umsetzung. Bitte kontaktieren Sie Mag. Lorenz Lang, Mag. Birgit Wastl oder Mag. Friedrich Wittmann.

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