ESMA fordert einheitliche Regeln für Aktienklassen in OGAW

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Im Rahmen einer Stellungnahme plädiert die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde für eine einheitliche Vorgehensweise in der EU und schlägt vier high-level Grundsätze vor, die bei der Bildung von Aktienklassen beachtet werden sollten.

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Da gegenwärtig kein einheitliches Rahmenwerk für die Bildung von Aktienklassen in der EU existiert, wird diese Thematik innerhalb der EU auf unterschiedliche Weise gehandhabt. Derartige Inkonsistenzen sollen Schritt für Schritt eliminiert werden, weshalb die ESMA nun dazu Stellung genommen hat.

Die von der ESMA vorgeschlagenen Grundsätze werden im Folgenden näher beschrieben:

  • Einheitliches Anlageziel:
    Aktienklassen desselben Fonds sollten ein gemeinsames Anlageziel verfolgen. Die ESMA ist der Ansicht, dass Hedging Arrangements auf der Stufe von Aktienklassen – mit Ausnahme von Währungsrisiko-Hedging - nicht mit der Anforderung nach einem gemeinsamen Anlageziel in Fonds vereinbar sind. 
  • Nicht-Ansteckung:
    OGAW-Verwaltungsgesellschaften sollten angemessene Verfahren implementieren, um das Risiko, dass Aktienklassen-spezifische Eigenschaften möglicherweise ungünstige Auswirkungen auf andere Aktienklassen desselben Fonds haben, zu minimieren. 
  • Vorab-Festlegung:
    Alle Features der Aktienklasse sollte vor Einrichtung des Fonds festgelegt werden.
  • Transparenz:
    Unterschiede zwischen den Aktienklassen desselben Fonds sollten den Anlegern offengelegt werden, wenn diese eine Wahl zwischen zwei oder mehreren Klassen treffen müssen

Die ESMA ist sich bewusst, dass diese Grundsätze starke Auswirkungen auf die Wertpapiermärkte in jenen Ländern zeigen werden, in denen Aktienklassen zugelassen sind, die den Grundsätzen nicht entsprechen. Um die Auswirkungen auf Investoren in Aktienklassen, die vor Veröffentlichung dieser Stellungnahme geschaffen wurden und folglich nicht den Grundsätzen entsprechen, abzuschwächen, dürfen diese laut ESMA weiterhin bestehen. Dies soll jedoch nur unter der Bedingung gewährt werden, dass einerseits innerhalb von sechs Monaten nach Veröffentlichung der Grundsätze keine neuen Anleger in diese Aktienklassen investieren dürfen. Andererseits ist es bestehenden Anleger dieser Aktienklassen untersagt, in einem Zeitraum von 18 Monaten nach Veröffentlichung der Grundsätze zusätzliche Investitionen in die jeweilige Aktienklasse tätigen.

 

ESMA - European Securities and Markets Authority

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