EBA veröffentlicht Konsultationspapier zur Einbeziehung von Gesellschaften in Gruppensanierungsplänen

Financial Services News

Zusätzlich zum Vergleichsbericht zu Sanierungsmaßnahmen hat die EBA am 2. März ein Konsultationspapier zur Einbeziehung von Tochtergesellschaften in Gruppensanierungsplänen veröffentlicht.

1000

Für den Inhalt verantwortlich

Manager, Advisory

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Die gesetzliche Grundlage hierzu bildet Art. 7 der BRRD, welcher vorschreibt, dass Gruppensanierungspläne grundsätzlich Sanierungsmaßnahmen, die auf Gruppen- als auch auf Einzelinstitutsebene umsetzbar sind, beinhalten sollten. Die Prüfung eines Gruppensanierungsplans als auch die Beurteilung, ob ein individueller Sanierungsplan für einzelne Institute innerhalb einer Gruppe notwendig ist, erfolgt gem. Art. 8 BRRD gemeinsam durch die konsolidierende und die nationale Aufsichtsbehörde.

Eine angemessene Einbeziehung aller Einzelinstitute innerhalb eines Gruppensanierungsplans stellt ein wesentliches Element für dessen Vollständigkeit dar. Die Prüfung bisheriger Gruppensanierungspläne hat jedoch gezeigt, dass in den meisten Fällen nicht ausreichend Informationen auf Einzelinstitutsebene dargestellt wurden, da die Pläne meist aus der Perspektive der Muttergesellschaft aufgesetzt waren. Diese Mängel wirken sich insbesondere auf die Wirksamkeit der Sanierungsmaßnahmen, und damit auf die Gesamtsanierungsfähigkeit der Gruppe aus.

Leitlinien zur Identifikation wesentlicher Institute

Das Konsultationspapier verfolgt an dieser Stelle den Zweck, auf Grundlage spezifischer Leitlinien zur Identifikation relevanter Einzelinstitute, eine angemessene Darstellung aller Gesellschaften und Zweigniederlassungen in einem Gruppensanierungsplan sicherzustellen. Dabei wird folgender Ansatz zur Unterteilung von Einzelinstituten empfohlen:

a) Institute, die wesentlich sind, weil sie für die Gruppe relevant sind
b) Institute, die wesentlich sind, weil sie für die Realwirtschaft oder für das Finanzsystem eines oder mehrerer Mitgliedstaaten relevant sind
c) Institute, die nicht wesentlich sind, weil sie weder für die Gruppe, noch für die Realwirtschaft oder den Finanzmarkt relevant sind

Alle Einzelinstitute der ersten Kategorie (a) sollten im Gruppensanierungsplan umfassend dargestellt werden, also in allen Teilen des Plans (bspw. Governance, Maßnahmen, Szenarien) Berücksichtigung finden. Bei Instituten der zweiten Kategorie (b) sollte der Fokus der Einbeziehung primär auf der Darstellung der kritischen Funktionen und ihrer Aufrechterhaltung im Krisenfall liegen. Für Institute der dritten Kategorie (c) soll der Plan zumindest eine allgemeine Beschreibung des jeweiligen Instituts innerhalb der Gruppenstruktur beinhalten.

Auch Zweigniederlassungen, welche nach den obigen Leitlinien als relevant zu bewerten sind, sollen in einer angemessenen Weise im Gruppensanierungsplan, durch Angabe aller für die Sanierungsplanung spezifischen und notwendigen Informationen, einbezogen werden.

Umsetzung

Das Konsultationspapier wird mit 1. Juli 2017 in Kraft treten. Die Empfehlungen daraus sollen in jenen Fällen jedenfalls umgesetzt werden, in welchen ein Gruppensanierungsplan keine angemessene Einbeziehung der Einzelinstitute gewährleisten kann. Eine etwaige Anforderung von Einzelsanierungsplänen im Rahmen der bereits erwähnten gemeinschaftlichen Prüfung durch die konsolidierende und nationale Aufsichtsbehörde wird von diesen Empfehlungen nicht berührt.  

 

EBA - Consultation Paper

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden

KPMG's neue digitale Plattform

KPMG hat einen neuen Webauftritt entwickelt, der einen möglichst einfachen, nutzerfreundlichen Zugang zu den Inhalten von KPMG bieten soll.