Fokus Wesentlichkeitsanalyse (Materiality Assessment)

Fokus Wesentlichkeitsanalyse (Materiality Assessment)

Voraussetzung für NaDiVeG und GRI Standards sowie Startpunkt der NFI Berichterstattung

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Der elementare Fokus in der nichtfinanziellen Berichterstattung hat sich auf diejenigen Inhalte und Kennzahlen zu richten, die wesentlich für die Geschäftsentwicklung sowie für die Stakeholder sind. Neue und zukünftige Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung setzen die Identifikation der wesentlichen Aspekte für Unternehmen voraus:

  1. Berichterstattung nach den „GRI Standards“ (spätestens ab Juli 2018)
  2. Erfüllung der NaDiVeG-Vorgaben

Berichterstattung nach den „GRI Standards“

Die Rahmenwerke der Global Reporting Initiative (GRI) haben sich zu einem weltweit verbreiteten Standard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt. Im Oktober 2016 wurden die neuen „GRI Standards“ als Nachfolger der aktuellen „GRI-G4“ Richtlinien vorgestellt. Die „GRI Standards“ stellen das Konzept der Wesentlichkeit sowie Stakeholder-Engagement in den Vordergrund. Ab 1. Juli 2018 sind die „GRI Standards“ für Unternehmen, die nach GRI berichten möchten, verpflichtend anzuwenden.

 

Erfüllung der NaDiVeG-Vorgaben

Ab dem Geschäftsjahr 2017 gilt in Österreich für bestimmte große Kapitalgesellschaften (börsennotierte Unternehmen, Banken und Versicherungsgesellschaften) ein neues Berichterstattungsgesetz: das sogenannte Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG). Betroffene Unternehmen müssen unter anderem die wesentlichen nichtfinanziellen Belange im Lagebericht oder gesonderten (Nachhaltigkeits-)Bericht beschreiben; zumindest jedoch Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung machen. Näheres zum NaDiVeG finden Sie hier. Auch KMUs können indirekt von der Berichterstattungspflicht betroffen sein. Kunden und andere Geschäftspartner werden zunehmend Transparenz über wesentliche nichtfinanzielle Belange in der vorgelagerten Wertschöpfungskette fordern. Es bringt daher auch aus Sicht kleinerer Unternehmen Vorteile, sich mit der Erhebung von entsprechenden CSR- und Compliance-Angaben zukünftig (noch) intensiver auseinander zu setzen.


Wesentlichkeitsanalyse als Startpunkt der NFI Berichterstattung

Ein guter Startpunkt und zentrales Element unter anderem bei der Entwicklung der CSR Strategie sowie der Festlegung von Berichtsinhalten, ist die Ermittlung der wesentlichen Aspekte. Mittels einer Wesentlichkeitsanalyse werden diejenigen Themen identifiziert, die für das Unternehmen und seine Stakeholder wichtig sind, bzw. eine besonders große Auswirkung auf die Wertschöpfungskette haben. Davon ausgehend lassen sich Schwerpunkte für das Unternehmen setzen, in Folge Verantwortlichkeiten besser definieren und letztendlich auch Berichtsinhalte festlegen.

 

Einbindung externer Stakeholder

Bei der Bestimmung wesentlicher Aspekte steht die Berücksichtigung von Interessen interner und externer Stakeholder im Vordergrund. Idealerweise werden externe Stakeholder in den Prozess mit einbezogen. Eine Möglichkeit der Einbindung bieten beispielsweise Stakeholder-Dialoge im Workshop-Format. Für die Identifizierung und Bestimmung wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen werden außerdem verschiedene weitere Quellen hinzugezogen. Dazu zählen Recherchen zum Markt, zu den Wettbewerbern und dem politisch rechtlichen Umfeld. Die zentralen Fragen sind daher folgende:

Essentieller Schritt der Wesentlichkeitsanalyse ist die Bewertung der identifizierten Aspekte. Die Bewertung erfolgt hinsichtlich der Wichtigkeit für die Stakeholder, der strategischen Relevanz für das Unternehmen sowie den Auswirkungen in der Wertschöpfungskette. Aus der Ergebnisdarstellung in der Wesentlichkeitsmatrix lassen sich die wichtigsten Themen schließlich entnehmen.

 

Ein kontinuierlicher Prozess

Die Rahmenbedingungen und Interessen der Stakeholder verändern sich im Laufe der Zeit. Die Wesentlichkeitsanalyse sollte daher regelmäßig erneuert werden, um wesentliche Aspekte zu überprüfen und gegebenenfalls durch neue Themen zu ergänzen.

Sollten Sie Fragen dazu haben, freuen wir uns auf ein persönliches unverbindliches Gespräch.

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