Insurance News: Der Countdown läuft: Erster Jahresabschluss idF RÄG 2014

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Mit dem Rechnungslegungsänderungsgesetz 2014 (RÄG 2014) ergeben sich für Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen (VURV) einige Änderungen in der Bilanzierung. Die für VURV wesentlichsten Neuerungen bzw. Zweifelsfragen sollen hier aufgezeigt und auf weiterführende Literatur hingewiesen werden.

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Das RÄG 2014, welches für die Bilanzierung von Geschäftsjahren, die am oder nach dem 31. Dezember 2015 beginnen, anzuwenden ist, beinhaltet unter anderem folgende Änderungen:

Die nunmehr geltende Zuschreibungspflicht bei Wegfall der Abschreibungsgründe wirft insbesondere bei Investmentfonds, für welche in der Vergangenheit unternehmensrechtlich keine Aktivierung ausschüttungsgleicher Erträge vorgenommen wurde, Fragen auf. Die wesentlichen Eckpunkte der Zuschreibungspflicht aus unternehmens- und steuerrechtlicher Perspektive werden in der August 2016 Ausgabe des Tax Flash Insurance erläutert.

Die Abschaffung unversteuerter Rücklagen führt bei VURV zur Frage der Behandlung der unversteuerten Risikorücklage. Während für „normale“ unversteuerte Rücklage eine erfolgsneutrale Umbuchung auf die Gewinnrücklagen nach Abzug latenter Steuern in der Regel ohne Zweifel gegeben sein wird, ist eine Passivierung latenter Steuern im Zusammenhang mit der Umbuchung der unversteuerten Risikorücklage noch zu klären. Diese Fragestellung wurde vom VVO in seiner Stellungnahme vom 19. August 2016 zum Public Posting der AFRAC Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahresabschluss“ an das AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Commitee) herangetragen.

Hinsichtlich der Ansatzpflicht für aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen bzw. des Ansatzwahlrechtes für aktive latente Steuern auf Verlustvorträge sei auf den Entwurf der AFRAC-Stellungnahme 30 „Latente Steuern im Jahresabschluss einschließlich die Behandlung von Einzelfragen zu Ertragsteuern in Zusammenhang mit der Gruppenbesteuerung“ hingewiesen. Mit der Verordnung der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) über die Rechnungslegung von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen (VU-RLV) wird klargestellt, dass bei der Bewertung der latenten Steuern im Falle der Lebens- und Krankenversicherung bei gewinnberechtigten Verträgen die Auswirkung auf die Gewinnbeteiligung zum Zeitpunkt der Auflösung der Differenzen zu berücksichtigen ist.

Gemäß § 211 (1) UGB sind neben Pensionsrückstellungen nun auch Rückstellungen für Abfertigungsverpflichtungen, Jubiläumsgeldzusagen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu bewerten. Hinsichtlich des Ansammlungsverfahrens besteht ein Wahlrecht zwischen Anwendung des Teilwertverfahren oder der Projected Unit Credit (PuC) Methode. Das aus dem Steuerrecht kommende Gegenwartsverfahren ist nicht mehr zulässig. Bei der Auswahl des zugrundeliegenden Rechnungszinssatzes ist entweder ein aktueller Zinssatz (Marktzinssatz für Anleihen von Unternehmen mit hochklassiger Bonitätseinstufung und einer mit der Verpflichtung übereinstimmenden Restlaufzeit und Währung) oder ein Durchschnittszinssatz (analog der Regelung im dHGB) heranzuziehen. Sowohl das gewählte Ansammlungsverfahren als auch die Ermittlung des Zinssatzes sind stetig anzuwenden. Näheres kann der AFRAC Stellungnahme 27 „Personalrückstellungen (UGB)“ entnommen werden.

 

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