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ESMA startet Konsultation zu Transparenzvorschriften für „Packaged Orders“ gemäß MiFID II und MiFIR

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Die öffentliche Konsultation der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde zum Entwurf technischer Regulierungsstandards hinsichtlich der Behandlung von „Packaged Orders“ gemäß MiFID II und MiFIR soll die Integrität, Transparenz und Effizienz der Märkte erhöhen.

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Packaged Orders sind verflochtene Finanzgeschäfte, die sich aus mehreren Instrumenten zusammensetzen und die von Firmen gemeinsam ausgeführt werden, um die Transaktionskosten zu senken. Obwohl das Vorhandelstransparenzregime der MiFIR die Offenlegung aller Handelsinteressen in Nicht-Eigenkapitalinstrumente erfordert, sind die nationalen Aufsichtsbehörden dazu befugt, die Offenlegungspflicht unter bestimmten Bedingungen aufzuheben. Falls für die Packaged Orders kein liquider Markt vorhanden ist, erlaubt die überarbeitete MiFID II auch in diesem Fall eine Aufhebung der Vorhandelstransparenzpflicht.

In dem Entwurf technischer Regulierungsstandards der ESMA wird ein Verfahren zur Bestimmung jener Packaged Orders festgelegt, für die innerhalb der EU ein liquider Markt vorhanden ist und für die folglich die Verpflichtung zur Vorhandelstransparenz nicht aufgehoben werden kann. Da das von der ESMA vorgeschlagene Verfahren auf qualitativen Kriterien beruht konnte die ESMA dabei Merkmale der standardisierten und regelmäßig gehandelten Bündel berücksichtigen.

Der Methodologie zufolge haben die folgenden Packaged Orders einen liquiden Markt innerhalb der EU:

  • Aufträge, bei denen zumindest ein Bestandteil unter die Handelsplatzpflicht gemäß MiFIR fällt und alle anderen Bestandteile unter die Clearingpflicht gemäß EMIR fallen
  • Aufträge, die einen Katalog an allgemeinen Kriterien (alle Bestandteile sind standardisiert; alle Bestandteile von Derivaten können gecleart werden) und einen Katalog an Vermögensklassen-spezifischen Kriterien erfüllen

Für die folgenden Assetklassen wurden jeweils spezifische Kriterien entwickelt:

  • Zinsderivate: Der Packaged Order besteht aus höchstens drei Komponenten, die fiktive Währung der Komponenten ist EUR, USD oder GBP
  • Aktienderivate: Der Packaged Order besteht aus höchstens vier Komponenten, die fiktive Währung der Komponenten ist EUR, USD oder GBP
  • Kreditderivate: Alle derivaten Komponenten des Packaged Orders haben den gleichen zugrunde liegenden Index, die fiktive Währung der Komponenten ist EUR, USD oder GBP, 
  • Rohstoffderivate: Der Packaged Order besteht aus zwei Komponenten, die fiktive Währung der Derivatkomponenten ist EUR, USD oder GBP

Die ESMA bittet um Stellungnahme der Stakeholder bis 3. Jänner 2017 und wird unter Verwendung des Inputs die RTS bis Februar 2017 finalisieren.

 

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