Überblick über MiFID II Reporting und deren Auslagerung

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Reporting ist ein wichtiges Themengebiet im Rahmen von MiFID II und MiFIR. MiFIR regelt insbesondere die Meldungen von Transaktionen an die nationalen Aufsichtsbehörden (NCAs) der verschiedenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

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Gemäß MiFID I waren Meldungen an NCAs lediglich für Finanzinstrumente vorgesehen, die auf geregelten Märkten gehandelt werden. MiFIR erweitert diese Meldepflichten um ein Vielfaches und schreibt solche auch für weitere Kategorien von Finanzinstrumenten vor, wie beispielsweise:

  • Finanzinstrumente, die auf einem Handelsplatz zugelassen sind und für die ein entsprechender Antrag auf Zulassung zum Handel gestellt wurde
  • Finanzinstrumente, deren Basisinstrument auf einem Handelsplatz gehandelt wird
  • Finanzinstrumente, deren Basisinstrument ein Index oder Basket ist, der auf einem Handelsplatz gehandelte Finanzinstrumente enthält

Die Wertpapierfirma oder der jeweilige Handelsplatz, auf dem die Transaktion durchgeführt wurde, hat die Möglichkeit, die erforderlichen Meldungen an die zuständige Behörde zu übermitteln.

Doch auch eine Auslagerung der Meldeverpflichtungen an eine dritte Meldestelle, die ebenfalls in den Rahmen der MiFID II fällt, ist möglich. Solch eine Einheit wird auch Approved Reporting Mechanism (ARM) genannt. ARMs führen die jeweils erforderlichen Meldungen an die zuständigen Behörden im Auftrag von Wertpapierfirmen durch. Verantwortlich für die ordnungsgemäße Durchführung der Meldungen bleibt letztlich jedoch immer die Wertpapierfirma selbst.

Auf den Inhalt der Meldungen wird in den relevanten Regulierungsstandards gemäß MiFID II näher eingegangen. Indessen führt MiFIR etliche verpflichtende Bestandteile der Meldungen an die nationalen Aufsichtsbehörden auf, worunter unter anderem die folgenden Punkte fallen:

  • Namen, Anzahl der angeschafft bzw. veräußerten Finanzinstrumente
  • Genaues Datum der Ausführung der Anschaffung bzw. der Veräußerung
  • Der Transaktionsprozess
  • Angabe des Kunden, in dessen Namen die Wertpapierfirma die Transaktion durchgeführt hat. (Legal Entity Identifier, LEI)
  • Angabe des Waivers, unter welchem der Handel stattgefunden hat
  • Bezeichnung zur Identifizierung eines Leerverkaufs

Alle Wertpapierfirmen sind dazu verpflichtet, alle Geschäfte mit Finanzinstrumenten ordnungsgemäß aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen für einen Zeitraum von fünf Jahren aufzubewahren. Auf Anfrage einer nationalen Aufsichtsbehörde eines Mitgliedstaates kann dieser Zeitraum auf sieben Jahre ausgedehnt werden. Mithilfe der Aufzeichnungen müssen die nationalen Aufsichtsbehörden in der Lage sein, die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen der jeweiligen Firma zu überprüfen und gegebenenfalls Durchsetzungsmaßnahmen einzuleiten.

Bevor MiFID II im Jänner 2018 in Kraft tritt, sollten Wertpapierfirmen ihre Systeme eingehend überprüfen und falls erforderlich Verbesserungen bzw. Upgrades durchführen, damit diese die Anforderungen von MiFID II erfüllen. Dazu muss unter anderem ein umfangreiches Review der derzeitigen Berichtserstattung durchgeführt werden, auf welche Art und Weise Meldungen an die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde erfolgen sowie eine Überprüfung, ob die Firma dazu in der Lage ist, der Meldeverpflichtung vollständig nachzukommen oder diese sorgfältig auszulagern. Dabei dürfen die durch solch ein umfassendes Review und ggf. Update anfallenden Kosten nicht unterschätzt werden.

Reporting and Records - Additional Obligations

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