Gesetz zur Umsetzung der „NFI“-Richtlinie in Kraft | KPMG | AT

Gesetz zur Umsetzung der „NFI“-Richtlinie in Kraft

Gesetz zur Umsetzung der „NFI“-Richtlinie in Kraft

Am 6. Dezember 2016 trat das Bundesgesetz zur Umsetzung der EU Richtlinie 2014/95/EU für eine verbindliche Nachhaltigkeitsberichterstattung – kurz NFI-Richtlinie – rückwirkend in Kraft. Im Folgenden beantworten wir Ihnen dazu die wichtigsten Fragen.

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Wen adressiert die neue Berichterstattungspflicht?

Das sogenannte „Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz“ (NaDiVeG) verpflichtet große Unternehmen von öffentlichem Interesse mit mehr als 500 Mitarbeitern (u.a. börsennotierte Unternehmen, Versicherungen und Banken) eine nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufzunehmen.

Darüber hinaus sind Unternehmen, die einen Corporate Governance Bericht erstellen müssen, zusätzlich verpflichtet, den Corporate Governance Bericht um Angaben zum Diversitätskonzept zu erweitern.

Anmerkung: Auch falls diese Regelung Ihr Unternehmen nicht unmittelbar betrifft, ist es ratsam, sich mit der Berichterstattung von nichtfinanziellen Aspekten, bzw.  Nachhaltigkeitsberichterstattung, auseinander zu setzen. Ihre (berichtspflichtigen) Kunden werden Sie zukünftig verstärkt auffordern, entsprechende Angaben offen zu legen. Proaktiv Transparenz zu zeigen ist in vielen Fällen ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal gegenüber den Mitbewerbern.  Darüber hinaus hilft Ihnen die Auseinandersetzung mit nichtfinanziellen Aspekten im Rahmen des Berichterstattungsprozesses neue Entwicklungschancen zu erkennen und gleichzeitig Risiken zu minimieren.

 

Was muss berichtet werden?

Die nichtfinanzielle Erklärung im Lagebericht umfasst Angaben zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Korruptionsbekämpfung. Diese Angaben sollen die jeweiligen verfolgten Konzepte inklusive deren Ergebnisse, Due Diligence Prozesse, wesentliche Risiken und entsprechende abgeleitete Maßnahmen, sowie die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren beschreiben.

Im Corporate Governance Bericht muss das Diversitätskonzept zur Besetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats bezüglich Alter, Geschlecht, Bildungs- und Berufshintergrund beschrieben werden.

Falls ein Unternehmen zu einem der geforderten Angaben kein Konzept verfolgt, so ist die Begründung klar zu erläutern (Prinzip: „comply or explain“).  

 

Gibt es Ausnahmen, in denen die geforderten Informationen nicht offengelegt werden müssen?

Unternehmen, die als Tochterunternehmen in die nichtfinanzielle Erklärung der Muttergesellschaft einbezogen sind, müssen keine eigene Erklärung erstellen. Sie sind von der zusätzlichen Berichterstattung befreit.

Außerdem können Informationen über zukünftige Entwicklungen weggelassen werden, wenn die Offenlegung solcher Informationen der Geschäftslage des Unternehmens ernsthaft schaden würde.  

 

Müssen die nichtfinanziellen Informationen zwingend in den Lagebericht aufgenommen werden?

Aufgabe des Lageberichts ist es, die Lage des Unternehmens so darzustellen, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt wird. Durch die Erweiterung der Berichtspflicht von nichtfinanziellen Informationen im Lagebericht soll eine ausgewogene und umfassende Analyse der Geschäftstätigkeit dargelegt werden. Es ist daher vorgesehen, die nichtfinanzielle Erklärung in den Lagebericht aufzunehmen. Alternativ können Unternehmen jedoch auch einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht mit den geforderten Angaben erstellen. Für diesen Bericht gilt dieselbe Frist zur Offenlegung wie für den Lagebericht, d.h. ein gesonderter nichtfinanzieller Bericht muss gemeinsam mit dem Lagebericht veröffentlicht werden.

 

Ab welchem Zeitpunkt findet das Gesetz Anwendung?

Die Angaben müssen erstmals für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2016 beginnen, veröffentlicht werden.

 

Sind die geforderten Berichtspflichten mit etablierten Rahmenwerken vereinbar?

Unternehmen können sich bei der Erstellung der geforderten Angaben auf etablierte Rahmenwerken für die Berichterstattung stützen, wie zum Beispiel die Richtlinien und Standards der Global Reporting Initiative (GRI).

Wir stellen gerne sicher, dass das von Ihnen gewählte Rahmenwerk die geforderten Mindestangaben ausreichend abdeckt.

 

Welcher Prüfung unterliegen die neuen Angaben?

Die Prüfungspflichten zu den Angaben betreffen sowohl den Wirtschaftsprüfer als auch den Aufsichtsrat:

Vom Wirtschaftsprüfer ist zu prüfen, ob die nichtfinanzielle Erklärung oder der gesonderte nichtfinanzielle Bericht vorgelegt wurde.

Der Aufsichtsrat muss die ihm vorgelegte nichtfinanziellen Erklärung / den nichtfinanziellen Bericht prüfen und unterzeichnen.

Eine externe inhaltliche Prüfung der Angaben ist also nicht gesetzlich vorgeschrieben. Wir beraten Sie gerne, ob und welche Form der freiwilligen Prüfung für Ihr Unternehmen empfehlenswert ist. 

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