BCBS veröffentlicht finalen Standard zu Zinsänderungsrisiken im Bankbuch

Financial Services News

Am 21. April 2016 veröffentlichte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit den „Standards for interest rate risk in the banking book (IRRBB)“ den finalen Standard zur Behandlung des Zinsänderungsrisikos im Bankbuch. Die IRRBB erweitern damit die 2004 veröffentlichten „Principles for the management and supervision of interest rate risk“ (im Folgenden IRR Principles) und sollen bis 2018 (Basis für Veröffentlichungen sind Daten per Ende 2017) umgesetzt werden.

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Die gestiegenen Anforderungen an die interne Risikosteuerung der Zinsänderungsrisiken gelten primär für internationale Banken auf konsolidierter Basis. Die zuständigen Aufsichtsbehörden sind jedoch angehalten, den Anwendungsbereich nach eigenem Ermessen auszuweiten. Die Rückmeldungen in der Konsultationsphase (Link) kritisierten vor allem den Vorschlag eines standardisierten Ansatzes der Mindestkapitalanforderungen in Säule I. Dieser Punkt wurde in den finalen Standards überarbeitet: Die Zinsänderungsrisiken im Bankbuch werden im Rahmen der Säule II erfasst, um den heterogenen Charakter der Zinsänderungsrisiken besser gerecht zu werden.

Die wesentlichen Änderungen gegenüber den IRR Principles:

  • Deutlich umfangreichere Handlungsempfehlungen an die bankinternen Managementprozesse: Die Erwartungen an die internen Prozesse sind deutlich gestiegen. Umfangreiche Schock- und Stressszenarios müssen durchgeführt werden. Neben dem internen Zinsstresstest, welche eine Bank regelmäßig vornehmen muss, werden 6 unterschiedliche standardisierte Zinsschockszenarien vorgeschrieben. Dazu zählen in den ersten zwei Auswertungen währungsspezifische Parallelverschiebungen der Zinskurve nach oben und nach unten. Darüber hinaus sind ein „steepener shock“ (Rückgang des kurzfristigen und Anstieg des langfristigen Zinssatzes) und ein „flattener shock“ (Anstieg des kurzfristigen und Rückgang des langfristigen Zinssatzes) durchzuführen. Schlussendlich sind die Erhöhung und die Senkung des kurzfristigen Zinssatzes zu simulieren.
  • Erweiterte Offenlegungspflichten: Die Vergleichbarkeit der Höhe der Zinsänderungsrisiken wird durch detaillierte Regelungen sichergestellt. Die Zinsänderungsrisiken sind nicht nur als Barwertänderungen der Eigenmittel anzugeben. Das Basler Komitee hebt hervor, dass viele Banken Zinsänderungsrisiken unter Berücksichtigung künftiger Cash-Flows einschätzen. Dementsprechend sind auch Auswirkungen auf das Nettozinsergebnis zu veröffentlichen.
  • Standardisierter Rahmen zur Messung: Prinzipiell sollten Banken interne Messverfahren zur Ermittlung der Zinsänderungsrisiken verwenden. Alternativ beschreibt das Basler Komitee ein fünfstufiges standardisiertes Verfahren, welches Banken übernehmen können. Die Aufsicht kann ein Institut zur Anwendung dieser standardisierten Methode auch verpflichten.
  • Strengerer Schwellenwert zur Identifizierung von Outlier-Banks: Der Schwellenwert wurde von 20% von der Summe von Tier 1 und Tier 2 Kapital auf 15% des Tier 1 Kapitals gesenkt. Eine höhere Abweichung kann zu aufsichtsrechtlichen Konsequenzen und zusätzlichen Kapitalanforderungen führen.

 

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