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SREP Update: Internes Liquiditätsrisikomanagement (ILAAP) demnächst anhand von sog. ALMM vergleichbar

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Erstmals müssen zusätzliche Liquiditätsrisikomanagementkennzahlen („Additional Liquidity Monitoring Metrics“ oder „ALMM“) bis 30.05.2016 und in weiterer Folge monatlich von Kreditinstituten gemeldet werden. Dem Proportionalitätsgrundsatz entsprechend müssen bestimmte Kreditinstitute nur vierteljährlich melden, d.h. die erste Meldung ist laut OeNB Meldekalender von diesen bis 11.08.2016 abzugeben.

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Nach den Erwägungsgründen der EU-Verordnung 2016/313, mit welcher die Meldeanforderungen zur verschärften Liquiditätsüberwachung eingeführt wurden, nützt die Aufsicht die ALMM, um die verschiedenen internen Liquiditätsrisikosteuerungssysteme zu vergleichen. Im Rahmen des Supervisory Review and Evaluation Process oder auch „SREP“ wird der Bewertung der institutsspezifischen Liquiditätsrisikosteuerung der Kreditinstitute ein bedeutendes Gewicht in der Gesamtbeurteilung beigemessen. In ähnlicher Weise sollen auch sogenannte weniger bedeutende Institute (LSI) mittels Risk Assessment System (RAS) beurteilt werden.

Die Kreditinstitute unter direkter Aufsicht der Europäischen Zentralbank mussten bereits durch das Short-Term Exercise Informationen zu ihren Liquiditätsrisikoprofil zur Verfügung stellen. In ihrem Jahresbericht 2015 hebt die EZB hervor, dass die Erwartungen der Aufsicht für eine zuverlässige Liquiditätsrisikosteuerung von vielen dieser Kreditinstitute nicht erfüllt wurden. Im Jahr 2016 soll die SREP Methodologie laut SSM SREP Methodology Booklet der EZB insbesondere hinsichtlich Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiko nachgeschärft werden. Einerseits ist daher mit höheren Kapitalanforderungen (SREP add-on) zu rechnen, wenn das Liquiditätsrisiko vergleichsweise hoch oder die interne sowie integrierte Liquiditätssteuerung (ILAAP) aus Sicht der Aufsicht nicht ausreichend zuverlässig ist. Andererseits kann die zuständige Behörde gegenüber Instituten sowohl unter direkter als auch indirekter Aufsicht der EZB bestimmte Maßnahmen nach der EU-Verordnung 1024/2013 Artikel 16 Abs 2 lit k oder nach § 70 Abs 4a Z 11 iVm § 70 Abs 4d BWG ergreifen, indem eine höhere Liquidity Coverage Ratio, eine aufsichtliche Mindestüberlebensdauer oder ein zusätzlicher Liquiditätspuffer in Form liquider Aktiva gefordert wird.

Die ALMM zielen darauf ab, häufige Signale bei Liquiditätsproblemen frühzeitig zu erkennen. Beispielsweise kann ein negativer Trend der gemeldeten Daten oder eine Verschlechterung der Qualität der liquiden Positionen festzustellen sein. Die Liquiditätsüberwachung fokussiert sich auf drei Themen, die eine grobe Einschätzung des Liquiditätsrisikoprofils erlauben. Die konzentrierte Abhängigkeit bei der Refinanzierung von wenigen Gegenparteien oder Instrumenten wird als ALMM abgefragt, um bei einem Abzug einer wichtigen Refinanzierungsquelle potentielle Liquiditätsprobleme vorauszusehen. Zudem sind die wichtigsten Möglichkeiten, Vermögenswerte und Kreditlinien zur Liquiditätsdeckung zu nützen, regelmäßig bekannt zu geben. Außerdem sind als ALMM die Kosten zur Refinanzierung je nach Volumen und Rückzahlungsfrist zu melden, weil auffällige Veränderungen auf ein erhöhtes Liquiditätsrisiko hinweisen können.

Die ALMM dienen der laufenden Aufsicht als regelmäßige Informationsquelle und nehmen einen bedeutenden Teil in der SREP Methodologie ein. Auch für sogenannte weniger bedeutende Institute (LSI), die künftig nach dem RAS auf Basis europäisch vergleichbarer quantitativer Analysen durch nationalen Aufsichtsbehörden mit einer Note zu bewerten sein werden, spielen die ALMM eine wichtige Rolle.

 

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