Validierung des Ratingmodells im Standardansatz durch die Geschäftsleitung

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Die Erfordernisse einer angemessenen Validierung sind als Teil der Mindestanforderungen an das Risikomanagement zu erfüllen.

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Die Geschäftsleitung eines Kreditinstitutes läuft ohne ausreichende Validierung Gefahr, allgemeine Prinzipien zum Risikomanagement außer Acht zu lassen. Schließlich sind für Verfahren zur Erfassung eingegangener Risiken die Konsistenz und Validität der hierzu verwendeten Daten sicherzustellen (§ 3 Abs 4 KI-RMV iVm § 39 Abs 2b BWG). Die interne Validierung spielt eine maßgebliche Rolle zur laufenden Qualitätssicherung eines Ratingsystems im Standardansatz neben Berichten der internen Revision und der Kommunikation mit der Aufsicht.

Für die umsichtige Weiterentwicklung der eigenen Bonitätsnoten sind einerseits qualitative und andererseits quantitative Maßnahmen erforderlich, die auf die Zusammensetzung des Kundenportfolios eines Kreditinstitutes zugeschnitten sind. Die qualitativen Anforderungen für ein Ratingsystem im Standardansatz lehnen sich an den regulatorischen Anforderungen für ein Ratingsystem im IRB-Ansatz an. So ist beispielsweise eine lückenlose Klassifizierung der Kreditnehmer als Schuldnerausfall notwendig, wobei die Kriterien in Artikel 178 CRR bei der Bestimmung anzuwenden sind. Die Einordnung eines Kreditkunden als Schuldnerausfall hat umfassende Konsequenzen zur Folge und erfordert oft eine Einzelfallbetrachtung durch das Risikomanagement. Die Berechnungen wichtiger Risikoindikatoren wie der risikogewichteten Aktiva (RWA) eines Kreditinstituts unterscheiden sich jedoch von Institut zu Institut erheblich, wenn keine einheitliche Schuldnerdefinition angewendet wird. Die EBA führt in diesem Gebiet Maßnahmen zur Harmonisierung der Definition des Schuldnerausfalls aus. Auch der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht plant Vorschläge zur Harmonisierung der Schuldnerdefinition im Jahr 2016 zu unterbreiten (siehe auch Reducing excessive variability in banks’ regulatory capital ratios – A report to the G20, November 2014).

Die laufende Qualitätssicherung eines Ratingsystems in quantitativer Hinsicht ist für die Geschäftsleitung entscheidend, um Verfahren zur Identifizierung von Kreditrisiken im Kundenportfolio des Kreditinstituts als geeignet anzusehen. Eine intensive Auseinandersetzung anhand von quantitativen Methoden ist ein Kernbaustein einer Validierung und ist auch bei geringer Kundenanzahl bei entsprechendem Kreditvolumen in angemessener Form vorzunehmen. Die maßgeblichen Kennzahlen zur Bewertung der Trennschärfe geben den Ausschlag, ob erhebliche Maßnahmen zur Kalibrierung erforderlich sind. Einzelne Migrationsanalysen betreffend ein Kundensegment oder einen Rating-Faktor können oft auf Schwächen hinweisen, woraus sich zielführende Handlungsempfehlungen ableiten lassen.

Als Kreditinstitut im Standardansatz sind bestehende und neue qualitative Anforderungen ausreichend zu analysieren, sodass die Auswirkungen bestimmter Kriterien auf Risikoindikatoren abgeschätzt werden können. Eine Analyse vergangener oder geplanter Änderungen kann im Rahmen der internen Validierung oft ergänzend durchgeführt werden, sodass die Validierungsresultate eines Ratingsystems konsistent zur Weiterentwicklung genutzt werden können.

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