Financial Services | KPMG | AT

Weniger bedeutende Institute im Fokus der SSM-Aufsicht

Financial Services News

Die Bewertung weniger bedeutender Institute wird schrittweise von EZB und nationalen Aufsichtsbehörden vereinheitlicht. Somit ist die Methodik in den von der EBA veröffentlichten SREP-Leitlinien in Grundzügen auch für jene Banken relevant, die ausschließlich von der FMA und der OeNB beaufsichtigt werden. Schrittweise wird das Risk Assessment System (RAS) mit SREP-Methodik für diese ausgebaut.

Für den Inhalt verantwortlich

Kontakt

Verwandte Inhalte

Das Gros der Institute im Euro-Raum befindet sich lediglich unter indirekter Aufsicht der EZB, wenn die Anzahl weniger bedeutender Institute und die Anzahl aller Institute verglichen werden. 3460 Institute und damit 96% aller Institute im Euro-Raum werden unverändert durch die nationalen Aufsichtsbehörden überwacht. Freilich sind die bedeutenden Institute unter direkter Aufsicht der EZB tatsächlich von maßgeblicher Bedeutung, weil diese 80% der Bilanzsumme des gesamten Bankensektors umfassen. Das Risk Assessment System (RAS) nimmt künftig für weniger bedeutende Institute eine entscheidende Gesamtbewertung zur erforderlichen Risikoüberwachung vor.

Laut der Deutschen Bundesbank (Monatsbericht Januar 2016) werden weniger bedeutende Institute dem Proportionalitätsprinzip entsprechend für die europäische Zusammenarbeit im SSM priorisiert. Damit werden ausgewählte weniger bedeutende Institute mit einer höheren Aufsichtsintensität konfrontiert werden, welche beispielsweise durch unmittelbare oder mittelbare Informationsanforderungen der EZB bei diesen erhöht Ressourcen im Umgang mit Aufsichtsbehörden binden werden.

Die nationalen Aufsichtsbehörden planen umfangreiche Feldstudien im Jahr 2016. Das Ziel ist die Schaffung einer einheitlichen Datenbasis im SSM für weniger bedeutende Institute. Dabei werden sowohl quantitative als auch qualitative Kriterien und Indikatoren verglichen. Ein von der EZB angekündigter Fokus ist die Beurteilung des Risikos im Zusammenhang mit dem Geschäftsmodell und der Ertragskraft. Einerseits wird in diesem Rahmen die Tragfähigkeit innerhalb der nächsten 12 Monate und andererseits die Nachhaltigkeit über einen Zeitraum von drei Jahren eine wichtige Rolle spielen.

Der ICAAP der Institute dient als wichtiger Ausgangspunkt für die Aufsichtsbehörden, um die Kapitalausstattung zu bewerten. Für einen bedeutenden Risikotreiber, das Zinsänderungsrisiko, wird die Verwendung standardisierter Kennzahlen wie der Baseler Zinsschock auf EU-Ebene angestrebt. Dieser wurde zuletzt durch die EBA-Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs (IRRBB 5) als aktueller europäischer Standard festgesetzt. Eine maßgebliche Herausforderung zur darüber hinaus gehenden Bestimmung der Zinsrisikoaufnahme wird nicht zuletzt sein, Methoden zu entwickeln, um unberücksichtigte Positionen (z.B.: mangels Zinsbindung) mit einzubeziehen. Die Steuerung der Liquiditätsrisiken über den ILAAP der Institute steht ebenso auf dem Prüfstand. Die Anforderung ist vor allem, jene Liquiditätsrisiken angemessen darzustellen, die über die Liquidity Coverage Ratio (LCR) nicht abgebildet sind. Weitere wichtige Themen zur Risikoüberwachung der Liquidität und der Refinanzierungsmöglichkeiten geben EBA-Leitlinien vor.

Weniger bedeutende Institute werden im Jahr 2016 entscheiden, wie die hervorgehobenen Fragen mit maßgeblicher Auswirkung auf die Gesamtbewertung der Institute abgearbeitet werden und ob diese einen guten ersten Eindruck im Rahmen der indirekten SSM-Aufsicht machen.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden