Tax News | KPMG | AT

Tax News: Erste Informationen zur Steuerreform 2015/16

Tax News

Zur am 13. März angekündigten Steuerreform gibt es derzeit nur vorläufige Informationen; mit einem Gesetzesentwurf ist Anfang Mai zu rechnen. Der Beitrag beschäftigt sich mit den bisher bekannten geplanten Eckpunkten der Steuerreform, die insbesondere eine Senkung des Einkommenssteuersatzes beinhalten wird, aber auch zu einigen Belastungen uU auch für Unternehmen führt.

Für den Inhalt verantwortlich

Partner, Tax

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Zur Steuerreform liegt derzeit nur eine erste Information des Bundesministeriums für Finanzen vor. Derzeit arbeitet das BMF am Ministerialentwurf zur Steuerreform, die Veröffentlichung wird für Anfang Mai erwartet. Die geplanten Maßnahmen möchten wir wie folgt zusammenfassen:

Auswirkung auf natürliche Personen

Entlastungsmaßnahmen

  • Reduktion des Einkommensteuertarifs ab 2016:
    0 € bis 11.000 € 0 %
    11.000 € bis 18.000 € 25 %
    18.000 € bis 31.000 € 35 %
    31.000 € bis 60.000 € 42 %
    60.000 € bis 90.000 € 48 %
    90.000 € bis 1 Mio. € 50 %
    über 1 Mio. € 55 % (befristet)
  • Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrag für Arbeitnehmer ab 2016 auf 400 €; Erhöhung des Pendlerzuschlages für geringverdienende Pendler
  • Erstattung von 50 % der Sozialversicherungsbeiträge für Kleinstverdiener (max. 400 € Jahr für Arbeitnehmer; max. 110 €/Jahr für Pensionisten)
  • Verdoppelung des Kinderfreibetrags auf 440 €
  • Einführung einer Zuzugsbegünstigung für Wissenschaftler sowie Forscher.
  • Belastungsmaßnahmen
  • Abschaffung des Topf-Sonderausgabenabzuges ab einem bestimmten Stichtag, der Topf-Sonderausgabenabzug für Verträge, die zum Stichtag bereits bestehen, bleibt noch maximal 5 Jahre erhalten Empfehlung: Es kann noch überlegt werden, entsprechende Verträge im Jahr 2015 abzuschließen
  • Erhöhung des Sachbezugs bei PKW mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 120 g/km auf 2% der Anschaffungskosten; für auch privat genutzte Dienstfahrzeuge mit Elektromotor wird zukünftig kein Sachbezug angesetzt. Empfehlung: Bei Neuanschaffung von Dienstwagen könnte die 120g/km bereits berücksichtigt werden.
  • Erhöhung der Immobilienertragsteuer von 25 % auf 30% und Abschaffung des Inflationsabschlages Empfehlung: Vorziehen von geplanten Immobilienverkäufen.
  • Erhöhung der Grunderwerbsteuer bei unentgeltlichen Übertragungen unter nahen Angehörigen
    • Umstellung der Bemessungsgrundlage für unentgeltliche Grundstücksübertragung auf („pauschal zu ermittelnde“) Verkehrswerte (statt bisher 3- facher Einheitswert)
    • Bei unentgeltlichen Übertragungen in der Land- und Forstwirtschaft gilt weiterhin der einfache Einheitswert.
    • Umstellung des Einheitstarif von 2 % auf einen Staffeltarif: bis zu 250.000 €: 0,5 %, bis 400.000 €: 2 % und darüber: 3,5 %.
    • Der Freibetrag für die altersbedingte unentgeltliche Betriebsübertragung wird von 365.000 € auf 900.000 € erhöht, „für Härtefälle insbesondere im Tourismusbereich sollen noch Lösungen erarbeitet werden“
    • Empfehlung: Es kann überlegt werden, Übertragungen innerhalb der Familie vorzuziehen
  • Erhöhung der Kapitalertragsteuern von 25 % auf 27,5 % außer bei Sparbüchern und Bankkonten; wie dies basierend auf dem verfassungsrechtlich abgesicherten Endbesteuerungsgesetz, das einen „einheitlichen Satz“ verlangt, umgesetzt wird, ist unklar
  • Empfehlung: Ausschüttungen aus Kapitalgesellschaften und Wertpapierveräußerungen könnten vorgezogen werden  

Auswirkung auf Unternehmen

Entlastungsmaßnahmen

  • Erhöhung der Forschungsprämie von 10 % auf 12 %
  • Erhöhung der steuerfreie Mitarbeiterkapitalbeteiligung von 1.460 € auf 3.000 € pro Jahr

Belastungsmaßnahmen

  • Einführung eines einheitlichen Abschreibungssatzes für Immobilien von 2,5 % (statt bisher 2 %, 2,5 % oder 3 %). Die Vermutung des Anteils von Grund und Boden soll bei einem bebauten Grundstück „den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden“. Im wesentlichen werden diese Maßnahmen zu einer Verbreiterung der Bemessungsgrundlage führen.
  • Verlängerung der Verteilung von Instandsetzungsaufwendungen von 10 auf 15 Jahre Wie sich das im betrieblichen Bereich konkret auswirken wird, ist derzeit noch offen.
  • Erhöhung der Kapitalertragsteuern von 25 % auf 27,5 % außer bei Sparbüchern und Bankkonten Empfehlung: Ausschüttungen aus Kapitalgesellschaften und Wertpapierveräußerungen könnten vorgezogen werden
  • Bei kapitalistischen Personengesellschaften soll eine Verlustverrechnungsbremse eingeführt werden.
  • Die steuerlichen Vorschriften zur Einlagenrückgewähr sollen angepasst werden. Was dies in der Praxis bedeutet, ist derzeit noch unklar. Empfehlung: Einlagenrückzahlungen aus Kapitalgesellschaften könnten vorgezogen werden
  • Streichung des Bildungsfreibetrags und der Bildungsprämie.
  • Erhöhung des Umsatzsteuersatz von 10 % bzw 12 % auf 13 % ab dem 1. 1. 2016 für lebende Tiere etc, Saatgut etc, Pflanzen etc, kulturelle Dienstleistungen, Futtermittel, Holz, Jugendbetreuung, nationaler Luftverkehr, Bäder, Museen etc, Tiergärten etc, Filmvorführung etc, Ab-Hof-Verkauf von Wein; ab 1. 4. 2016 für Beherbergung.

Maßnahmen der Steuergerechtigkeit und Steueranspruchsdurchsetzung

  • Registrierkassenpflicht für Betriebe mit überwiegend Barumsätzen ab einem Nettoumsatz von 15.000 € pro Jahr
  • Belegerteilungspflicht für jeden Geschäftsfall
  • Kontoeinsichtsmöglichkeit durch Prüfungsorgane der Abgabenbehörden. Als Begleitmaßnahmen sollten die Banken befristetet zur Mitteilung höherer Kapitalabflüsse (Barbehebungen, Verschiebungen ins Ausland) verpflichtet werden und zwar bereits für Zeiträume vor dem Inkrafttreten des Steuerreformgesetzes.
  • Einführung eines zentralen Kontenregisters
  • Barzahlungsverbot zwischen Unternehmen in der Baubranche
  • Eindämmung des Karussellbetrugs durch speziell geschulte Teams

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden