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Tax News: Umsatzsteuerliche Behandlung von Events

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Aufgrund aktueller Erfahrungen ist festzustellen, dass die Ausrichtung von Events von der Finanzverwaltung oftmals gleichsam automatisch als Repräsentationsaufwand qualifiziert wird und in der Folge der Vorsteuerabzug versagt wird. Bei Veranstaltungen von Events ist besonderes Augenmerk auf die Dokumentation zu legen, da von Repräsenationsaufwendungen bis Bewirtungskosten ohne Repräsentationskosten alles denkbar ist.

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Für Repräsentationsaufwendungen darf kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden, da Lieferungen und Leistungen als nicht für das Unternehmen ausgeführt gelten, deren Entgelte überwiegend keine ertragsteuerlich abzugsfähigen Aufwendungen sind. Sind derartige Aufwendungen ertragsteuerlich voll oder zur Hälfte abzugsfähig, darf - sofern die allgemeinen Voraussetzungen wie ordnungsgemäße Rechnung eingehalten werden - der volle Vorsteuerabzug geltend gemacht werden.

Repräsentationsaufwendungen liegen auch dann vor, wenn sie zwar ausschließlich im betrieblichen Interesse liegen, aber auch das gesellschaftliche Ansehen fördern, also eine Repräsentation ermöglichen. Dienen die Aufwendungen hauptsächlich bzw in nicht untergeordnetem Ausmaß der Repräsentation, sind sie aufgrund des Aufteilungsverbots zur Gänze ertragsteuerlich nicht abzugsfähig und führen zum Verlust des Vorsteuerabzugs.

Dienen die Repräsentationsaufwendungen nachweislich Werbezwecken und überwiegt die berufliche bzw betriebliche Veranlassung, sind derartige Aufwendungen ertragsteuerlich zur Hälfte abzugsfähig und führen daher nicht zum Verlust des Vorsteuerabzugs.

Unter dem Begriff "Werbung" wird im Wesentlichen eine Produkt- und Leistungsinformation verstanden, dh es werden Informationen in Bezug auf die betriebliche Tätigkeit vermittelt. Davon abzugrenzen ist "werbeähnlicher Aufwand" wie bloße Kontaktpflege, Herstellung einer gewissen positiven Einstellung zum "Werbenden" oder Erlangung des Wohlwollens von Mitarbeitern, da dieser ertragsteuerlich nicht abzugsfähig ist und daher zum Verlust des Vorsteuerabzugs führt.

In dieses Spannungsfeld sind Aufwendungen in Zusammenhang mit der Ausrichtung von Events korrekt einzuordnen.

Der Anlass des Events muss (ausschließlich) betrieblich veranlasst sein. Das Event-Marketing sollte im Rahmen eines Marketingkonzepts vom Unternehmen dazu eingesetzt werden, das Marktteilnehmerinteresse auf das Unternehmen zu lenken und dem Adressaten firmen- und produktbezogene Kommunikationsinhalte erlebnisorientiert zu vermitteln. Es ist nicht notwendig, dass das Unternehmen das Event alleine ausrichtet. Auch die Teilnahme an einem Groß-Event ist darunter zu verstehen. Entscheidend ist, dass ein professionelles Marketingkonzept vorliegt und die durchgeführte Maßnahme diesem Konzept entspricht.

Ist daher eine Zuordnung zur privaten Lebensführung ausgeschlossen und ist das durchgeführte Event Teil eines professionellen Marketingkonzepts, liegen keine Repräsentationsaufwendungen vor, die zum Verlust des Vorsteuerabzugs führen.

Vor diesem Hintergrund ist daher besonderes Augenmerk auf die Dokumentation des Marketingkonzepts sowie der Eingliederung des Events in dieses Konzept zu legen. Dazu wird eine Zusammenarbeit mit der dafür zuständigen Abteilung (zB Marketingabteilung) notwendig sein.

Der Bogen derartiger Events kann dabei von Golfturnieren bis zu Händlerevents in dessen Rahmen die aktuellen Produkte vorgestellt und getestet werden reichen. Aus steuerlicher Sicht ist daher jedenfalls Folgendes zu dokumentieren:

1. Betriebliche Veranlassung: Der Event wird aus rein betrieblichen Gründen durchgeführt.

2. Werbemaßnahme: Zu dem Event werden zielgerichtet Teilnehmer eingeladen (zB bestehende und potenzielle Geschäftspartner) mit dem Ziel das Produkt oder die Leistungen zu bewerben. Das Event dient in diesem Fall der Erleichterung der Kontaktaufnahme mit zukünftigen Geschäftspartnern. Die Zielsetzung "Werbemaßnahme" findet auch in den Einladungen, Berichten über das Event, Fotos von dem Event etc Niederschlag.

3. Marketingkonzept: Es liegt ein schriftliches Konzept im Rahmen der Marketingstrategie des Unternehmens mit der klaren Zielsetzung der Produkt- und Leistungsinformation vor. Die Veranstaltung von Events ist dabei ein Instrument wie die Teilnahme bei Messen oder anderer Werbemaßnahmen und ist daher in ein Gesamtkonzept integriert.

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