Tax News: Finanzverwaltung: Dokumentation von Teilwertabschreibungen

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Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Teilwertabschreibungen wird von steuerlichen Betriebsprüfungen zunehmend kritisch gesehen. Erfahrungen zeigen, dass von den Finanzbehörden Teilwertabschreibungen oft mit dem Argument nicht ausreichender Dokumentation nicht anerkannt werden. Eine Vertreterin der Finanzverwaltung beschäftigt sich in einem aktuellen Fachartikel insbesondere mit Teilwertabschreibungen von Beteiligungen.

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In jüngerer Vergangenheit wird die steuerliche Abzugsfähigkeit von Teilwertabschreibungen bei Betriebsprüfungen häufig mit dem Argument mangelnder Dokumentation in Zweifel gezogen. Um die Abzugsfähigkeit sicher zu stellen, ist daher darauf zu achten, dass ein steuerlicher Teilwert ordnungsgemäß ermittelt und auch entsprechend dokumentiert wird. Im Idealfall sollte insbesondere bei hohen Abschreibungsbeträgen ein Gutachten vorgelegt werden. Mit diesem Themenkreis hat sich auch jüngst eine Vertreterin der Großbetriebsprüfung in der Literatur beschäftigt (siehe Bubeck, ÖStZ 2014, 524ff).

1. Teilwertbegriff

Der steuerliche Teilwert ist definiert als jener Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebs im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde, wenn der Betrieb fortgeführt wird. Der Teilwert stellt daher einen „Zusammenhangswert“ dar. Der steuerliche Teilwert entspricht daher insbesondere nicht zwangsläufig immer exakt dem unternehmensrechtlichen beizulegenden Wert und unterscheidet sich zB auch von dem steuerlichen gemeinen Wert, da beim Teilwert Anschaffungsnebenkosten zu berücksichtigen sind.

1.1. Beteiligungen

Die Untergrenze für den Teilwert einer Beteiligung stellt zur Plausibilitätsprüfung grundsätzlich der Einzelveräußerungspreis bzw Liquidationswert dar. Nach der VwGH-Judikatur ist bei der Teilwertermittlung einer Beteiligung neben dem Substanz- und Ertragswert insbesondere auch der funktionale bzw strategische Wert einer Beteiligung zu berücksichtigen. Beim funktionalen bzw strategischen Wert ist etwa auch das Ausschalten von Mitbewerbern, Erhöhung des Marktanteils, Synergieeffekte, vergrößerte Einkaufsmacht u.ä. zu berücksichtigen. Die Berechnung des Teilwertes einer Beteiligung hat schließlich grundsätzlich durch eine Unternehmensbewertung nach wissenschaftlich anerkannten Methoden (zB entsprechend dem Fachgutachten der Kammer der Wirtschaftstreuhänder) zu erfolgen.

2. Dokumentation - Anforderungen der Finanzverwaltung

Laut Rechtsprechung ist für die steuerliche Anerkennung einer Teilwertabschreibung grundsätzlich ein entsprechender Nachweis zu erbringen. Gegenüber der Finanzverwaltung sollte die Ermittlung des Teilwertes bzw einer Teilwertabschreibung daher entsprechend dokumentiert werden können. Die Beweislast trifft dabei das steuerpflichtige Unternehmen, denn eine amtswegige Verpflichtung seitens der Finanzverwaltung zur Teilwertermittlung besteht gesetzlich nicht.

In der Praxis ist festzustellen, dass die für den unternehmensrechtlichen Abschluss vorhandene Dokumentation für die Finanzverwaltung zT als unzureichend gesehen wird. So werden beispielsweise „Verkehrswertgutachten“, die bei der Erstellung des unternehmensrechtlichen Abschlusses der Ermittlung der außerplanmäßigen Abschreibung zugrunde gelegt werden, von der Finanzverwaltung zT als nicht ausreichend angesehen. Die Finanzverwaltung besteht darauf, dass auf den steuerlichen Bewertungsmaßstab (Teilwert) eingegangen wird. Zusätzlich ist ein Gutachten als Nachweis eines niedrigeren Teilwertes nur dann geeignet, wenn daraus hervorgeht, aus welchem Grund eine Teilwertabschreibung in welcher Höhe erforderlich ist. Zusätzlich sollten die der Wertermittlung zugrunde gelegten Parameter (Zinssatz o.ä.) erläutert und begründet werden. Das bloße Festhalten eines Unternehmenswerts ist daher beispielsweise nicht ausreichend. Zusätzlich rechtfertigt nach Meinung der Finanzverwaltung die (vorübergehende) Erzielung von Verlusten alleine noch keine Teilwertabschreibung. In diesem Zusammenhang werden insbesondere Teilwertabschreibungen von Wirtschaftsgütern mit hoher Restnutzungsdauer von der Finanzverwaltung besonders kritisch gesehen.

3. Zusammenfassung

Die steuerliche Abzugsfähigkeit von Teilwertabschreibungen wird von steuerlichen Betriebsprüfungen zunehmend kritisch gesehen. Nur eine ausführliche Dokumentation (zB ein Gutachten, das zum einen erkennen lässt, aus welchem Grund sich eine Teilwertabschreibung in der bestimmten Höhe ergibt und zum anderen auch insbesondere auf die Wertermittlung des Teilwerts eingeht) erfüllt die Anforderungen aus Sicht der Finanzverwaltung.

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