Tax News | KPMG | AT

Tax News: Umsatzsteuerliche Konsequenzen von Mitarbeitervergünstigungen

Tax News

Aufgrund aktueller Erfahrungen ist festzustellen, dass die umsatzsteuerliche Behandlung von Mitarbeitervergünstigungen, insbesondere von Personalrabatten, verstärkt im Fokus der Betriebsprüfungen liegt. Daher sollte spätestens das Jahresende zum Anlass genommen werden, um die Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage (Normalwert) korrekt darzustellen. Die umsatzsteuerliche Beurteilung erfolgt dabei losgelöst von der lohnsteuerlichen Beurteilung.

Für den Inhalt verantwortlich

Verwandte Inhalte

Der folgende Beitrag behandelt – vor dem Hintergrund aktueller Erfahrungen – die umsatzsteuerlichen Konsequenzen von vergünstigten entgeltlichen Zuwendungen des Arbeitgebers für den (privaten) Bedarf des Personals. Auf unentgeltliche Zuwendungen und die damit verbundene Thematik des Eigenverbrauchs wird nicht eingegangen, da es in diesem Bereich in letzter Zeit zu keinen Änderungen gekommen ist.

Gemäß § 4 Abs 9 UStG ist unter folgenden Voraussetzungen nicht das tatsächlich geleistete Entgelt, sondern der „Normalwert“ als umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage heranzuziehen:

  • Lieferung und sonstige Leistungen für Zwecke, die außerhalb des Unternehmens liegen oder für den Bedarf seines Personals und
  • die „Fremdüblichkeit“ des Entgelts kann nicht nachgewiesen werden und
  • der Empfänger ist nicht zum (vollen) Vorsteuerabzug berechtigt.

Diese Regelung ist daher nicht nur im Verhältnis zu Gesellschaftern oder nahestehenden Personen anzuwenden, sondern auch im Verhältnis zum Personal. An dieser Stelle ist festzuhalten, dass die lohnsteuerliche Beurteilung von der umsatzsteuerlichen Beurteilung abweichen kann, dh ein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug bedeutet nicht notwendigerweise, dass der Normalwert als umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage heranzuziehen ist.

Der Normalwert ermittelt sich grundsätzlich durch einen direkten Preisvergleich. Ist dieser nicht möglich, weil der Arbeitgeber keine vergleichbaren Geschäfte auch mit Empfängern tätigt, mit denen er nicht in einem Naheverhältnis steht, können auch Marktpreise zum Vergleich herangezogen werden (zB Preisübersichten von Verbänden). Kann keine vergleichbare Lieferung oder sonstige Leistung ermittelt werden, sind jene Bemessungsgrundlage heranzuziehen, die sich bei der Eigenverbrauchsbesteuerung ergeben würden (Einkaufspreis oder Kosten).

Bei Sachzuwendungen an den Arbeitnehmer akzeptiert die Finanzverwaltung auch die lohnsteuerlichen Sachbezugswerte aus Vereinfachungsgründen als Normalwert. Allerdings ist nach Ansicht der Finanzverwaltung die Bemessungsgrundlage laut Eigenverbrauchsbesteuerung (Einkaufspreis oder Kosten) erst heranzuziehen, wenn kein Preisvergleich möglich ist und weder ein Marktpreis noch ein lohnsteuerlicher Sachbezugswert vorliegt. Diese von der Finanzverwaltung aufgestellte Reihenfolge dürfte aber über den Wortlaut des Gesetzes hinausgehen. Dabei möchten wir auf Folgendes aufmerksam machen: der Vorteil der Anwendung der lohnsteuerlichen Sachbezugswerte liegt in der einfacheren Administration. Allerdings kann es in bestimmten Fällen günstiger sein, die tatsächlichen Kosten zu ermitteln und diese an Stelle der lohnsteuerlichen Sachbezugswerte als umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

Im Folgenden werden typische Mitarbeitervergünstigungen herausgegriffen und die Thematik der Mindestbemessungsgrundlage erläutert. Der Normalwert als Mindestbemessungsgrundlage findet bei Dienstwohnungen aufgrund einer gesetzlichen Ausnahme keine Anwendung.

 

Personalrabatte

Personalrabatte sind ein klassischer Fall der Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage. An Hand der direkten Preisvergleichsmethode ist zu prüfen, ob das vergünstigte Entgelt unter dem Normalwert liegt. Der Normalwert kann in diesem Fall durch Vergleich mit rabattierten Verkaufspreisen im gewöhnlichen Geschäftsverkehr an Kunden ermittelt werden, die nicht Arbeitnehmer sind. Beispielhaft können hier Kundenbindungsprogramme angeführt werden.

Dabei ist aber sicherzustellen, dass der Vergleichsmaßstab geeignet ist, dh die Geschäfte müssen hinsichtlich der Rabatthöhe, der zu erfüllenden Voraussetzungen, der Absatzstufe etc dokumentiert vergleichbar sein.

 

Beispiele:

Treuerabatte: erhalten Stammkunden einen Treuerabatt in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes, wenn sie eine gewisse Einkaufssumme überschreiten, wäre ein derartiges Programm kein geeigneter Vergleichsmaßstab, wenn die eigenen Arbeitnehmer diesen Prozentsatz bereits ohne Erfüllung der Mindesteinkaufssumme erfüllen.

Gestaffelter Rabatt: erhalten Stammkunden je nach Höhe der jährlichen Einkaufssumme gestaffelte Rabatte, wäre ein derartiges Programm kein geeigneter Vergleichsmaßstab, wenn die eigenen Arbeitnehmer standardmäßig den höchsten Rabatt bekommen.

 

Kantine

Bei vergünstigter Verpflegung in einer vom Arbeitgeber betriebenen Kantine sind die Regelungen des Normalwertes zu beachten. Soweit in der Kantine auch nicht unternehmenszugehörige Personen Mahlzeiten beziehen können, ist ein direkter Preisvergleich möglich und dieser Verkaufspreis als Normalwert anzusehen und als Bemessungsgrundlage heranziehen.

 

Jobticket

Bei entgeltlicher Zurverfügungstellung sind die Regelungen des Normalwertes zu beachten. Der Normalwert bestimmt sich nach dem Preis des Tickets und ist als Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden