Tax News | KPMG | AT

Tax News: Ausschüttungen als Strukturierungsmaßnahme vor Anteilsveräußerung

Tax News

Werden Anteile an einer Zielgesellschaft veräußert, kommen Verkäufer und Käufer regelmäßig überein, die Gesellschaft frei von nicht betriebsnotwendigen Cash-Beständen zu verkaufen. Ausschüttungen dieser liquiden Mittel im Vorfeld von Anteilsveräußerungen sind jedoch stets exakt zu planen. Wertminderungen in ursächlichem Zusammenhang mit Ausschüttungen können nämlich nachteilige Steuerfolgen auslösen.

Für den Inhalt verantwortlich

Senior Manager, Tax

KPMG Austria

Kontakt

Verwandte Inhalte

Beispiel

Die inländische M-GmbH hält 100 % der Anteile an der inländischen T-GmbH. Im Wirtschaftsjahr 2013 schüttet T-GmbH Bilanzgewinne von 230 an M-GmbH aus. Zum 31.12.2013 wird der Beteiligungsansatz der M-GmbH an T-GmbH unternehmensrechtlich (UGB) um 230 teilwertberichtigt (abgeschrieben).

 

Ausschüttungsbedingte Teilwertabschreibung

Wertminderungen in ursächlichem Zusammenhang mit Ausschüttungen sind bei Kapitalgesellschaften steuerlich nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig (Standardfall). Steht die UGB-Wertberichtigung an T-GmbH von 230 in ursächlichem Zusammenhang mit der erfolgten Ausschüttung, ist das steuerliche Ergebnis 2013 der M-GmbH und damit deren steuerliche Bemessungsgrundlage um 230 zu erhöhen. Dass eine Ausschüttung überständiger liquider Mittel dem Grunde nach überhaupt zu einer Wertminderung der Beteiligung führen kann, hat das Bundesfinanzgericht aktuell bejaht (UFSW vom 12.12.2013, RV/2531-W/11). Eine Ausschüttung führt demnach in der Regel zu einer den Teilwert der Tochtergesellschaft berührenden Wertminderung.

 

Ausschüttung als pre-structuring-Maßnahme

Soll eine Zielgesellschaft (zB Anteile an T-GmbH) veräußert werden, haben der Käufer und der Verkäufer oftmals den Wunsch, diese Gesellschaft frei von nicht betriebsnotwendigen liquiden Mitteln zu übertragen. Das kann für den Käufer beispielsweise die Akquisitionsfinanzierung erleichtern und auch für den Verkäufer Vorteile bieten. Sofern bilanziell die Möglichkeit besteht, ist es naheliegend, diese Cash-Bestände vorab offen auszuschütten. Im Ergebnis droht allerdings die steuerliche Konsequenz analog zu den ausschüttungsbedingten Teilwertabschreibungen.

 

Ausschüttungsbedingter Veräußerungsverlust

Verkauft daher im oben genannten Beispiel M-GmbH unmittelbar nach Ausschüttung von 230 die Anteile an T-GmbH gilt Folgendes: Wird durch die offene - steuerfreie - Ausschüttung der T-GmbH der (Ver-)Kaufpreis dermaßen reduziert, dass bei M-GmbH ein Veräußerungsverlust entsteht, ist nach der Verwaltungspraxis dieser Veräußerungsverlust steuerlich analog zur Teilwertabschreibung wiederum nicht abzugsfähig (Annahme ausschüttungsbedingter Veräußerungsverlust).

 

Praxis

Betriebsprüfer könnten reflexartig versucht sein, bei zeitnahen Ausschüttungen und Anteilsveräußerungen, steuerliche Veräußerungsverluste in Höhe der Ausschüttungnicht anzuerkennen. Durch die M-GmbH wird der Gegenbeweis zu führen und zu dokumentieren sein, dass der Veräußerungsverlust etwa durch gravierende Einbrüche der Zukunftserwartungen und nicht die vorangegangene Ausschüttung resultiert. Ein gesamthaft planmäßiges Vorgehen bei Ausschüttungen vor Anteilsveräußerung minimiert ein diesbezügliches Steuerrisiko.

So kontaktieren Sie uns

 

Angebotsanfrage (RFP)

 

Absenden